Neue Augen

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I once was lost but now I'm found. Was blind but now I see.

Jesus war Wanderprediger, Zimmermannsgeselle, Weltveränderer, Hippie, Friedensstifter, begnadeter Redner, prophetischer Verkündiger und verständnisvoller Zuhörer... Für mich ist Jesus der Sehendmacher - und das hängt mit den Erlebnissen und Erfahrungen zusammen, die ich mit ihm gemacht habe. Die Bibel berichtet von mehreren Wundern, bei denen Jesus Blinde heilte und Licht in ihre Dunkelheit brachte. Ich war zwar nie blind... Oder etwa doch?

Hey du,
Jesus - kein anderer Mensch hat die Weltgeschichte so stark beeinflusst wie er. Über keinen anderen Menschen wurden so viele Bücher geschrieben. Kein anderer ist so oft Thema von Gemälden, Liedern, Gedichten oder Filme gewesen. Weltweit ist er die Person an der sich im wahrsten Sinne des Wortes die Geister scheiden - je nachdem, wie er gesehen wird: Manche sagen, er sei ein Religionsstifter gewesen. Andere nennen ihn einen Revolutionär. Wieder andere eine Lichtgestalt, einen Propheten, einen Wundertäter, Seelentröster oder auch den Freund der Sünder. Einige Menschen sagen, er konnte Kranke heilen. Gelähmte standen wieder auf, wenn er sie berührte. Seine Nachfolger damals nannten ihn "Meister", seine Feinde einen "Fresser und Säufer". Er selbst gab sich den Namen "Menschensohn". Und am Ende seines Lebens hing ein Schild über dem Kreuz, an dem stand: "Jesus, der Nazarener, der König der Juden. Wanderprediger, Zimmermannsgeselle, Weltveränderer, Hippie, himmlischer Polizist, Softie oder auch Friedensstifter. Er sei der Brückenbauer zwischen Mensch und Gott. Ein begnadeter Redner, prophetischer Verkündiger und verständnisvoller Zuhörer. Und Menschen die ihm nachfolgen bezeichnen ihn als ihren Herrn oder auch Retter, als Gottes Sohn.
Für mich ist er der Sehendmacher - und das hängt mit den Erlebnissen und Erfahrungen zusammen, die ich mit ihm gemacht habe. Die Bibel berichtet von mehreren Wundern, bei denen Jesus Blinde geheilt hat. Ich war zwar nie blind... Oder etwa doch? Auch hier kommt es drauf an, wie man es sehen möchte.

Lichtblick
Licht! Wir können ohne nicht sein. Wir brauchen es. Wir nehmen es wahr durch unsere Augen. Und die sind wichtiger für unser Leben, als wir ans vielleicht auf den ersten Blick eingestehen wollen. Unsere Augen gehören zu den Wunderwerken Gottes. Sehen zu können, wird gemeinhin höher bewertet als hören zu können. Deshalb ist die Tragödie auch so groß wenn ein Mensch blind geboren wird oder im Laufe seines Lebens erblindet. Wahrscheinlich können die wahre Bedeutung der Augen daher nur diejenigen wirklich einschätzen, denen das Augenlicht fehlt. Wie zum Beispiel die weltbekannte taubblinde Autorin Helen Keller. Als sie einmal gefragt wurde, was die größte Tragödie ihres Lebens sei, antwortete sie: "Augen zu haben und nicht sehen zu können."
Und trotzdem hat sie kurz vor ihrem Tod eine ziemlich steile These rausgehauen:
 "Ich bin blind, aber ich sehe; ich bin taub, aber ich höre."
Und wenn Blinde sagen "Ich sehe" dann muss es eine Art von Sehen geben, die nichts mit der physischen Fähigkeit zu sehen zu tun hat. Die Bibel erzählt die Geschichte von mehreren Blinden und das Blindsein oder "Nicht-sehen-können" wird häufig als Metapher dafür verwendet, dass sie etwas nicht (richtig) begriffen haben. Und wenn wir ehrlich sind, dann müssen wir zugeben, dass es heute nicht viel anders ist als damals. Es gibt so viele Blinde in dieser Welt. Und auch ich gehörte früher zu ihnen. Ich glaube jeder von uns hat irgendwo diesen einen blinden Fleck im Leben.

Wo ist dein Fokus?
Vor einigen Jahren habe ich ein neues Hobby entdeckt, dem ich mich gerne und sehr intensiv widme: die Fotografie. Aber ich musste schnell feststellen: Gute Fotos haben nicht immer etwas mit der Qualität der Kamera, sondern viel mehr mit der Qualität der Bedienung, dem richtigen Blick und vor allem mit Licht zu tun. Als Fotograf muss man sich einige Fragen immer wieder stellen: Worauf setze ich den Fokus? Wie hell oder dunkel sehe ich meine Umgebung? Habe ich den richtigen Abstand? Muss ich vielleicht deutlich näher rangehen um die Details besser zu erkennen? Und ich glaube, dass genau diese Fragen auch Relevanz für unser Leben als Follower Gottes haben.
Worauf schaust du in deinem Leben? Was ist die Achse, auf die alles zuläuft? Wer ist der Mittelpunkt?

I was blind...
In der Bibel gibt es eine ziemlich heftige Geschichte, die ich gerne mit dir teilen möchte (Apostelgeschichte 9,1-19). Saulus war einer der krassesten und konsequentesten Christenverfolger seiner Zeit. Er wollte ihre Kirchen zerstören und ihnen beweisen, dass ihr Glaube falsch ist. Und er war gerade auf dem Weg nach Damaskus um die Christen dort zu verhaften. Aber auf dem Weg dorthin, passierte etwas verrücktes. Plötzlich wurde er zu Boden geworfen und hörte eine Stimme vom Himmel die rief: "Saul, Saul! Warum verfolgst du mich? Ich bin Jesus, den du verfolgst! Steh auf und geh in die Stadt, dort wirst du erfahren, was du tun sollst." Die Männer, die Saulus begleiteten, standen stumm vor Verwunderung da, denn sie hatten zwar die Stimme gehört, aber niemanden gesehen! Als Saulus wieder aufstand und seine Augen öffnete, konnte er nichts mehr sehen. Er war blind!

...but now I see
Stell dir vor du wachst morgens auf, öffnest die Augen und siehst - nichts! Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es Saulus ging. Aber was sollte er schon tun? Alles was ihn übrig blieb war, auf die Stimme zu hören und sich von seinen Begleitern nach Damaskus führen zu lassen. Dort lebte ein gläubiger Mann mit Namen Hananias. Und Gott erschien auch ihm und gab ihm einen Auftrag: "Hananias, geh in die Stadt zum Haus von Judas und frag dort nach Saulus. Und wenn du ihn gefunden hast, dann leg ihm deine Hand auf den Kopf, damit er wieder sehen kann."Oft wünsche ich mir, Gott würde auch so offen mit mir reden und mir seinen Willen sagen. Aber Hannanias erschrak als er diesen Auftrag hörte: "Aber Herr", rief er, "ich habe gehört, wie viel Schlimmes dieser Mann den Gläubigen in Jerusalem angetan hat! Und er hat von den obersten Priestern die Vollmacht erhalten, alle hier zu verhaften, die deinen Namen anrufen." Berechtigter Einwand, aber Gott bestand auf seinen Plan und antwortete ihm: "Geh und tu, was ich sage. Ich habe Saulus auserwählt. Er soll meine Botschaft den Völkern und Königen bringen und auch dem Volk Israel." Und schließlich machte sich Hananias auf den Weg und fand Saulus. Er legte ihm die Hände auf und sagte: "Saulus, Bruder, der Herr, der dir auf dem Weg erschienen ist, Jesus, der hat mich zu dir gesandt, damit du wieder sehen kannst und mit dem Heiligen Geist erfüllt wirst." Und im gleichen Augenblick konnte Saulus wieder sehen. Er erkannte wer Jesus war und noch am selben Tag ließ er sich taufen.Er wurde nicht länger Saulus genannt, sondern von nun an, hieß er Paulus. Und ja, er ist der Paulus, der später einer der größten Missionare der Bibel wird. Krasse Story oder?

Der Sehendmacher
Gott hat ihm die Augen geöffnet und seinen Blick verändert. Er hat ihm neue Augen geschenkt. Und ihn seinen Plan für sein Leben erkennen lassen. Er hat sein Leben auf den Kopf gestellt. 180-Grad-Wende. Von einem konsequenten Christenverfolger und Massenmörder, zu einem der einflussreichsten Missionare. Und Gott will auch uns neue Augen schenken und unseren Blick verändern. Wir schauen in die Welt, aber Gott schaut auf die Welt. Wir schauen auf den Tod, aber Gott schaut weiter als der Tod. "Wir sehen das Äußere, aber Gott sieht das Herz an." (1. Samuel 16, 7). Gott will uns seine Augen, er will uns seine göttliche Perspektive schenken. Dann werden wir anfangen, unseren Nächsten als den zu sehen, den Gott erschaffen hat. Dann wird der Tod nicht mehr das Ende sein. Dann erkennen wir, wie reich wir von Gott beschenkt sind. Dann definieren wir unseren eigenen Wert nicht länger durch die Anerkennung der anderen, sondern machen uns von Gott abhängig und definieren uns durch seien grenzenlose Liebe zu uns. Dann können wir frei leben. Dann können wir der sein, der wir sind. Gott will uns Neue Augen und einen neuen Blick schenken. Er ist der Sehendmacher!

Lasst uns auf Gott schauen!
Jesus hat seinen Jüngern mal eine ziemlich heftige Frage an den Kopf gehauen: "Ihr habt Augen. Warum seht ihr dann nicht? - Ihr habt Ohren. Warum hört ihr dann nicht?" (Markus 3, 18).
Wenn ich über Blindheit nachdenke, muss ich bekennen dass ich aus heutiger Sicht für viele Dinge in der Welt blind war. Ich hatte viele blinde Flecken. Und bei manchen hat es Jahre gedauert, bis Gott Lichts in das Dunkel meiner Fragen, meiner Herausforderungen und meiner Fehler brachte. Vielleicht muss ein neuer Blick auch erst reifen. Erkenntnisse brauchen Zeit um zu wachsen. Und Dinge zu entdecken, die man bisher übersehen hat, kann schon mal etwas dauern. Saulus war drei Tage blind, bevor Gott ihm, im wahrsten Sinne des Wortes, die Augen geöffnet hat. Aber du darfst eine Sache wissen: Du wirst nie allein sein. Gott will uns dabei helfen, er will uns neue Augen schenken und unsern Blick auf das richten, was wirklich zählt im Leben. Auf ihn. Zum Himmel. Auf das Kreuz.
Als Gott die Welt erschuf hat er mit drei Wörtern alles verändert, was bis dahin gewesen ist. 
"Es werde Licht!" (1. Mose 1,2-3) Drei kleine Worte. "Es werde Licht - und es wurde hell." Gott lässt die Finsternis erzittern. Und er will auch unsere finsteren Ecken erleuchten. Er schenkt uns neue Augen. Er lässt uns sehen. Er lässt uns die Schöpfung sehen, er lässt uns die Wunder seiner Hände sehen, er lässt uns ihn erleben, uns irgendwann wird er uns auch ihn sehen lassen.
Jesus war Wanderprediger, Zimmermannsgeselle, Weltveränderer, Hippie, Friedensstifter, begnadeter Redner, prophetischer Verkündiger und verständnisvoller Zuhörer... Für mich ist Jesus der Sehendmacher.
Und für dich? Lasst uns auf Gott schauen, auf den Sehendmacher, und uns von ihm neue Augen schenken. Ich schaue nicht zurück, ich schaue nach vorn, auf den Mann, der mit offenen Armen dasteht und sagt: "Folge mir nach!"
Wenn er mir seine Augen gibt, sehe ich manchmal für einen Augenblick, dass es so vieles gibt, was ich oft nicht sehe. Und es wäre ja auch nicht das erste Mal, dass er einem Blinden Sehkraft gab und plötzlich für ihn sichtbar macht, was unsichtbar gewesen war. Gott lässt deine Finsternis erzittern und lässt sein Licht in dir leuchten. Er schenkt dir neue Augen und eine neue Perspektive. Auch über den Tod hinaus.

"Amazing grace, how sweet that sound that saved a wrech like me. I once was lost but now I'm found. Was blind but now I see."

Be blessed
Manuel




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