Warum ich anderen nicht von Jesus erzähle

Lesedauer: 6min

Ein Plädoyer auzustehen und mutig und authentisch unseren Glauben zu teilen

Hin und wieder verspüre ich den Drang wegzulaufen, das Thema zu wechseln oder mich aus dem Gespräch herauszuziehen, sobald es um meinen Glauben geht und vielleicht unangenehme Fragen gestellt werden könnten. Doch wenn ich auf die leise Stimme des Heiligen Geistes in mir höre, mache ich genau das Gegenteil. Ich lasse mich auf das Gespräch ein und riskiere es. Auch wenn ich eine gewisse Anspannung verspüre, bin ich oft erstaunt darüber, wie belebend so ein Gespräch sein kann. Als Christen haben wir das Privileg, Menschen zu ermutigen, indem wir Hoffnung und Leben über ihnen aussprechen. Lasst uns als Community Schritte gehen und Glauben teilen!

Hey du,
Jesus nachzufolgen ist wohl das schönste Privileg und Geschenk, das Gott mir gemacht hat. Also vor allem, wenn man einmal im Club der Kuschelsofa-Christen drin ist. Zwischen meinen geliebten "Brüdern und Schwestern im Herrn" mach ich's mir einfach gern so richtig gemütlich, bade in Ermutigung und Wertschätzung, den After-Church-Hangouts und Worship-Abenden.
Man versteht sich einfach in unserer kuschligen Christen-Community. Also solange keiner die Schlagwörter Frauen und Predigen, Taufe durch den Heiligen Geist, Schlagzeug im Lobpreis oder das Verhältnis von englischen zu deutschen Songs im Gottesdienst in die Runde wirft. Wir tauschen uns über unsere Gebetserhörungen aus, wie wir Gott erleben, teilen Gebetsanliegen in unserem Hauskreis und ermutigende Bildchen oder Worshipvideos auf unseren sozialen Netzwerken. Einfach ein wenig Himmel auf Erden. So lässt es sich die nächsten Jahrzehnte aushalten, bis wir irgendwann mal tatsächlich auf den Straßen aus Gold, Hand in Hand mit Jesus selbst unterwegs sind.

Schön und gut - aber authentisch?
Hmm... aber so schön ich das alles finde, fordert mich Jesus in letzter Zeit ganz schön heraus. Denn sein Auftrag an uns ist eigentlich ein anderer: "Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt." (Matthäus 28, 19-20)
Dieser Auftrag gilt nicht nur für die Missionare in der Welt und unserer Kirche, für die wir regelmäßig (also...joa...so mittel regelmäßig) beten oder unsere Pastoren und wortgewandten Leiter!
Und die Worte von Jesus hier sind auch kein Missionsvorschlag, sondern ein Auftrag! Für mich! Für dich! 
Für alle, die Jesus in ihrem Herzen tragen. Und das gilt auch nicht erst dann, wenn wir unser Christ-sein richtig auf die Reihe bekommen, denn Jesus sagt: "Ihr seid das Salz der Erde. Wenn jedoch das Salz seine Kraft verliert, womit soll man sie ihm wiedergeben? Es taugt zu nichts anderem mehr, als weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden." (Matthäus 5, 13)

Salt and light
Jesus sagt hier: Ihr seid das Salz der Erde! Und damit sagt er auch zu dir und mir: "Du bist das Salz! Mein geliebets Kind, mein Follower, gefüllt mit dem Heiligen Geist um Spannung, Leidenschaft, Liege und Begeisterung in deine Familie, Beziehung, Uni oder Schule hineinzubringen." Mit dir passiert der Unterschied! Du reißt Mauern ein, baust Brücken und setzt einen neuen Horizont. Du bringst die Würze hinein! Und da steht nicht: "Ihr werdet das Salz der Erde sein", sondern ihr seid es!
Moment mal... das heißt ja, ich bin es jetzt schon! Du und ich! Salz der Erde! Obwohl wir alles andere als perfekt sind, obwohl wir glaubensmäßig vielleicht noch lange nicht da sind, wo wir eigentlich gerne wären. Wir sind das Licht der Welt! Heißt das etwa, Gott will uns gebrauchen, so wie wir gerade sind? In all unserem Unperfekt-sein? Mit all dem Mist, der schiefgelaufen ist. Mit all den Dingen, die wir irgendwann mal noch angehen sollten? Ja! Unbedingt!

Von Jesus gesandt
"Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt." (Matthäus 28, 19-20)
Jeder, der zum Glauben an Jesus kommt, erhält automatisch diesen Auftrag. Wenn wir ein Leben mit Jesus beginnen, verändert sich alles. Wir bekommen nicht nur die Zusage des ewigen Lebens, sondern auch eine neue Zielrichtung für unser irdisches Leben. Wir sollen den Menschen erzählen, was es bedeutet, Jesus nachzufolgen und ihm das Steuer über sein Leben abzugeben.
Wir glauben nicht, um zu Hause auf dem Sofa zu chillen, sondern um unseren Glauben zu leben und nach ihm zu handeln.
Aber gibt es eine Strategie, wie man diesen Auftrag effektiv ausführen kann? Wie ging Jesus vor, um die Welt mit sich bekannt zu machen? Er suchte sich zunächst eine Handvoll schlecht ausgebildeter, unbekannter, etwas chaotischer Männer aus, die ihn begleiten sollten. Einer von ihnen war nicht einmal loyal, sondern lieferte ihn später seinen Mördern aus.

Gesandt um die Welt zu verändern 
Jesus hätte auch die erfahrenen, gut ausgebildeten geistlichen Leiter seiner Zeit nehmen können. Oder er hätte sich unter den vielen Menschen, die zu seinen Predigten kamen, die besten aussuchen können. Doch er entschied sich für diese zwölf. Mit ihnen verbrachte er viel Zeit, um sie dann loszuschicken. Sie sollten in seinem Namen mit den Menschen reden und die unglaubliche Geschichte der Gnade weitergeben.
Diese zwölf einfachen, armen Männer, die keine Ausbildung hatten und nie gelernt hatten, vor Menschen zu reden, gingen los, weil Jesus sie geschickt hatte. Gott bewirkte durch sie so aufsehenerregende, übernatürliche Dinge, dass man bis in den Königspalast hinein davon sprach. Durch ihren schlichten, einfachen Dienst wurde Jesus überall in der Gegend bekannt.
Gott will auf der ganzen Erde bekannt werden durch Menschen wie du und ich, die weder Proviant noch Taschen oder Geld brauchen, aber sich von Jesus losschicken lassen.  Ich weiß, das ist eine ganz schön verantwortungsvolle Aufgabe und vielleicht fühlst du dich davon auch überordert, aber du darfst wissen, dass Gott dich niemals im Stich lässt. Gott will durch dich wirken. Gott will dich befähigen Menschen zu verändern und Großes zu reißen!

Nachfolge ist herausfordernd
Und trotzdem kann es oft ziemlich schwierig sein, mit anderen über den eigenen Glauben zu sprechen. Teilweise fällt es schon schwer, so ein Gespräch überhaupt anzufangen. Falls es dir auch so geht - du bist nicht alleine damit! Ich habe schon mit vielen Menschen über meinen Glauben gesprochen. Trotzdem erlebe ich in manchen solchen Momenten immer noch eine gewisse Nervosität. Mein Herz fängt an zu rasen und ich kann plötzlich keine klaren Gedanken mehr fassen.  
Aber ich glaube, es gibt vor allem vier Dinge, die uns davon abhalten, anderen von Jesus zu erzählen:

Faulheit
Um Menschen zu zeigen, wie wundervoll das Leben mit Jesus ist und dass es die absolut beste Entscheidung ist, die man in seinem Leben treffen kann, braucht es ganz oft Zeit. Zeit, in der sich zeigt, dass Christ-Sein nicht nur ein happy-clappy Showact ist, sondern dieser Jesus mitten im Alltag, mitten in allen Höhen und Tiefen bei uns ist. Zeit, in der ich zeigen darf, dass mir die Menschen in meinem Umfeld wirklich wichtig sind und ich bewusst in sie investieren will.
Wenn ich aber mal ehrlich bin, dann ist es für mich irgendwie oft anstrengend in Menschen zu investieren. 
Ich bin so beschäftigt mit mir selbst und meinem persönlichen Alltag, dass ich mir für Beziehungsarbeit keine bewusste Zeit nehme. Und außerdem könnten die Leute dann vielleicht tatsächlich eine Beziehung mit diesem Jesus starten und dann müsste ich mich ja um die kümmern?! Ich bin oft einfach zu faul, um dieses Investment einzugehen.

Ablenkung
Ich bin unfassbar oft viel zu abgelenkt, um Menschen wirklich mal von diesem Jesus zu erzählen. Denn ganz oft drängen sich mein Handy, meine endlosen To-Do Listen, meine Schulverpflichtungen und sämtliche Aufgaben dazwischen, die unbedingt noch erledigt werden müssen. Was ich dabei aber ganz oft vergesse, ist, dass Beziehungen doch der Grund sind, warum wir eigentlich hier auf dieser Welt unterwegs sind! Allen voran die Beziehung zu Jesus. Und darum gilt es inmitten von allen Ablenkungen doch mal zu kämpfen, oder?

Routine
Ich glaube, unsere Routine, mit der wir durch unseren Alltag schlappen, ist der dritte Grund, der uns daran hindert, unser Umfeld für diesen ewigkeitsverändernden Jesus zu begeistern. In der Routine verlieren wir unser Salzig-sein ganz oft. Ich habe da nämlich einige Phasen oder Tage, bei denen ich froh bin, wenn ich sie endlich hinter mich gebracht habe. Sei es alle Hausarbeiten endlich abzuarbeiten oder nervige bis schwierige Lebensumstände zu überwinden.
Aber die Gefahr ist, dass ich diese Tage einfach nur in einer Routine und nicht in einer Hingabe lebe. Dabei will ich mich doch lieber mal bewusst auf einen Tag, ein Gespräch, eine Aufgabe einlassen, egal wie ich mich fühle und ganz egal wie die Umstände sind! Schließlich ist Jesus doch derselbe! Gestern, heute, morgen, mit und ohne allem noch so anstrengenden Alltäglichen!

Angst
Angst ist einfach etwas ganz Gemeines. Sie führt dazu, dass wir uns manchmal fast schon dafür entschuldigen, Christ zu sein und treibt uns in eine Menschenfurcht, die uns hoffen lässt, dass Leute nicht unbedingt nachfragen, was wir an unseren Sonntagvormittagen eigentlich genau machen und wieso wir Samstagabends früher von der Party gegangen sind. Sie schnürt unseren Mut manchmal einfach ein und redet uns und unsere Talente und Gaben klein. Aber wie oft macht uns Gott in der Bibel Mut und spricht davon, dass wir uns nicht fürchten sollen? Ist er nicht bei uns? Befähigt er uns nicht zu allem? Können wir durch ihn nicht sogar stolz auf all unsere Schwächen sein? Welche Angst kann sich denn bitte da noch gegen uns stellen?

Break down the walls
Ich wünsche mir so von Herzen, dass wir diese vier Gründe, die uns vielleicht davon abhalten könnten, in unserem Umfeld wirklich mal für das Evangelium von Jesus aufzustehen und einen Unterschied zu machen, in unserem Leben aufdecken. Und dann daran arbeiten, dass sie nicht zu Mauern werden, die uns in unserem Auftrag einschränken, sondern wir genau daran wachsen. Genau dadurch selbst lernen, was es heißt, diesen Auftrag zu erfüllen und aktiv, fokussiert, mit Hingabe und furchtlos durch diese Welt zu gehen. Denn eigentlich ist dieser Auftrag doch alles andere als eine nervige Aufgabe, mit der uns Jesus zurückgelassen hat. Unser Auftrag ist es, den Menschen zu erzählen, wie gut es dieser Jesus mit jedem von uns meint und wie lebensverändernd das Leben mit ihm ist! Denn er befreit, er heilt, er liebt und er hat sogar über den Tod gesiegt, um dich und mich ganz zu sich zu führen.
Jesus hat die Mauern eingerissen, die zwischen uns und Gott standen und er fordert dich heute heraus die Mauern einzureißen, die dich daran hindern seine Botschaft zu spreaden.
Lasst uns mutig aus unserem Kuschelchristsein raustreten, raus aus der Komfortzone und wirklich mal zu Jesus-Nachfolgern werden, die den Namen Jesus in ihrem Herzen, ihren Worten, ihren Taten und ihrer gesamten Umarmung für alle Menschen dieser Welt tragen.

Share your faith
Mit anderen über den Glauben zu sprechen kann manchmal eine ganz schöne Herausforderung sein, aber es ist auch ein heiliger Moment. Es ist wunderschön seine Glauben mit anderen zu teilen und sie an der Freude und Liebe, die wir durch unseren Glauben an Jesus haben teilhaben zu lassen. Ich weiß, manchmal hat man Angst, vor unangenehmen Fragen, aber es tut so gut zu wissen, dass wir niemals allein sind. Gott ist für uns und lässt uns nicht im Stich. Es will durch uns Menschen bewegen. Er will seine Liebe und sein Wesen durch uns ausdrücken.
Jesus soll durch dich bekannt werden. Lasst uns anfangen, Schritte zu gehen und als Community unseren Glauben zu teilen. Mutig. Gemeinsam. Authentisch. Hier und Jetzt. Bist du dabei?

If someone asks you to explain your hope as a believer, always be ready. #breakdownthewalls


Be blessed
Manuel


Bildquelle: http://ligaviewer.com/yesheis_

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