Mission Statement (TDW 52/2017)

Lesedauer: 6min

Wenn Gott Geschichte mit uns schreibt

Lies bitte zuerst: 2. Timotheus 4,9-22

Hey du,
da schreibt ein Typ, der Not hat. Jemand, der im Gefängnis sitzt, der Gemeinschaft braucht. Man vermutet, dass er kurz vor der Hinrichtung steht. Das ist also vielleicht sein letzter Brief. Und jetzt schaut er zurück. Das, was er sieht, ist demotivierend. Er ist ziemlich auf sich alleine gestellt, aber dennoch auf andere angewiesen. Doch einige seiner Mitarbeiter haben sich von ihm abgewandt. Andere sind krank.
Er erinnert sich an Menschen, die ihm was Schlechtes getan haben. Bei seiner Verteidigung half ihm keiner. Er hat Angst vor dem Winter...
Vielleicht geht es dir in manchen Bereichen ähnlich, wenn du auf 2017 zurückschaust. Vielleicht hast du eine Trennung erlebt oder Abschied, wurdest auch von Menschen enttäuscht oder bist in der Schule oder der Arbeit nicht weitergekommen. In deiner Gemeinde geht es grade nicht gut?
Ich will dir was sagen: Den Bibeltext schreibt Paulus! Für uns eigentlich eher ein Held des Glaubens. Aber in Wirklichkeit stand er in ähnlichen Kämpfen wie wir. Die Bibel zeigt uns die Glaubenshelden nicht nur als Kämpfer und Sieger, sondern auch in ihren Problemen. Und so ist vielleicht auch das letzte Jahr für dich so ein Jahr gewesen, wo am Ende dein Problem scheinbar gesiegt hat.
Du kannst hier im Text sehen, wie Paulus damit umgegangen ist. Am Ende steht nämlich nicht die Anklage, sondern die Fokussierung auf Gottes Hilfe und Segenswünsche. Und trotz der Niederlagen, die hier immer wieder durchkommen, hat Gott durch Paulus einen Traum wahrgemacht. Das Evangelium ist in Rom gelandet und es gibt schon einige Menschen, die zur Gemeinde gehören (das sind all die lateinische Namen in Vers 21). So wurde wahr, was Gott in Paulus Herz gelegt hat. Und Gott will auch unsere Träume wahrwerden lassen. Er will Geschichte mit uns schreiben. Auch wenn es oft nicht so aussieht. Gerade wenn ich auf dieses Jahr zurückschaue...

Mein Jahresrückblick. In Real-Life.
01.01.2017 - ich liege im Bett. Die Party am Abend zuvor war der Wahnsinn und in mir macht sich diese Dankbarkeit breit - endlich ist 2016 vorbei. Endlich beginnt ein neues Jahr. Hätte ich an diesem Morgen jedoch gewusst, was 2017 alles auf mich zukommt, hätte ich mich wahrscheinlich nicht gefreut, sondern wäre heulend im Bett geblieben. Doch, an diesem Vormittag war ich voller Glück! Also, was sollte schon schief gehen, wenn das neue Jahr so beginnt? Oh... hätte ich geahnt.
Wenn ich heute an das letzte Jahr zurück denke, hätte ich diesen 01.01.2017 beinah vergessen. Denn das, an was ich als erstes denken muss, sind all die Kämpfe, Tränen, Zweifel und schweren Tage, die hinter mir liegen. Es liegen 365 Tage hinter mir und, um ehrlich zu sein, ich möchte nicht alle davon wiederholen.

Wenn Zweifel dich runterziehen
2017 war ein Jahr in dem ich gezweifelt habe. seit ich denken kann, liebe ich Jesus. Ich glaube an ihn. Ich habe ihm gedient, mein Herz ihm geschenkt und ihm alles hingelegt, was ich hatte. Doch ganz still und heimlich stieg in mir diese Panik auf... diese Angst, dass es Jesus vielleicht gar nicht gibt. Und das zerrte an meinen Kräften. Doch ich ließ diese Zweifel nicht wirklich zu. Ich versuchte meine Zweifel durch Perfektion und Muster-Christsein auszubügeln. Das machte jedoch alles noch schlimmer. Es gab Tage, an denen lag ich einfach heulend im Bett und versuchte zu Gott zu beten, aber ich konnte es nicht. Immer mehr Zweifel und negative Gedanken machten sich in mir breit. Meine Leidenschaft für Gott ging mir abhanden. Und es gab zwei Momente, in denen ich Gott sagte, dass ich jetzt fertig mit ihm bin und ich nicht mehr glauben kann, dass es ihn gibt, wenn mein Leben so ist, wie es zu diesem Zeitpunkt war.
Wie ging es dir im letzten Jahr? Hattest du auch Zweifel? Hast du Gedanken gehabt, die dich von Gott und seinen Wegen abgebracht haben? Hast du ihn in Frage gestellt? 
Diese Zeit des Zweifelns ging einige Monate. Immer wieder landete ich bei Jesus, kämpfte mit ihm, stellte ihn in Frage, versuchte meine eigenen Wege zu gehen und versuchte mich von ihm zu lösen. Doch auch das gelang mir nicht. Ganz tief in mir wusste ich: es gibt kein Leben ohne ihn. Aber ich wusste auch nicht, wie ich mit ihm leben sollte. Jeder von uns zweifelt ab und an. Und manche von uns haben tiefe Zweifel, so wie ich sie hatte.  
Heute weiß ich: meine tiefen Zweifel waren daraus entstanden, dass ich Gott nicht mehr glauben konnte, dass er es gut mit mir meint. Mein Vertrauen in ihn war erschüttert, bis in die tiefsten Festungen. Meine Vergangenheit holte mich immer mehr ein! Ich war verletzt, traurig und fühlte mich oft einsam. Und ich dachte: ich komme nie aus diesem Labyrinth raus. Ich werde nie den Ausgang finden. Ich wusste nicht, wie ich Gott vertrauen sollte, wie ich ein Leben nach seinen Vorstellungen leben sollte, wenn ich an all diese Dinge nicht wirklich glaubte. Ich fühlte mich leer und eingesperrt!

With You
Aber das wundervolle ist: Gott hat diese Zeit genutzt! Er hat mir gezeigt, wie sehr er mich liebt und mein Vertrauen in ihn ist gewachsen: langsam, im Schneckentempo und mit vielen Geduldsproben, aber es ist gewachsen.
Und dieses Weihnachten habe ich mich über Jesu Geburt gefreut und vor allem darauf, Weihnachten zu genießen! Und das, das hätte ich in den letzten Monaten und auch in den letzten Wochen, nicht erwartet. Doch Jesus hat es geschafft, aus all dem Schmerz, aus all der Trauer etwas wundervolles wachsen zu lassen: Vertrauen. Seit ein paar Tagen/Wochen hat sich mein Denken komplett verändert: plötzlich sehe ich in all den Empfehlungen Gottes, wie wir unser Leben leben sollen, keine Begrenzung mehr, sondern ich erkenne immer mehr, wie unglaublich liebevoll Gott ist und wie sehr er sich wünscht, dass es uns gut geht. Ich erkenne plötzlich, dass Gott mich nie begrenzen wollte oder will. Er will einfach, dass ich in ihm ruhe und in seiner Freiheit lebe. Ich verstehe plötzlich, dass ich geliebt bin. Ich habe damit begonnen, mich selbst echt gern zu haben. Und ich habe erkannt: in Jesu Augen bin ich wertvoll. Und so will ich auch mit mir selbst umgehen! Es gibt immer noch Momente, in denen es mir schwer fällt, ihm zu vertrauen. Aber auch die meistere ich mit ihm!
Vielleicht hattest du auch ein Jahr voller Schmerz, Trauer und Zweifeln hinter dir. Oder vielleicht steckst du mitten drin. Und vielleicht weiß du nicht, ob diese Zweifel ok sind, vielleicht machen sie dir Angst. 
Und ja, auch ich wusste nicht, ob ich aus diesen Zweifeln jemals wieder rauskomme. Doch weißt du was: der König dieser Erde, dieses Planeten, hat dich in seiner Hand. Er wird sich um dich kümmern, dein Herz festhalten, dich nie loslassen. Er wird dich nicht verlassen.

Stillstand
Immer wieder erleben wir, dass wir an einem Punkt in unserem Leben nicht vorankommen. Wir brauchen länger für eine Sache, verharren in einer Lebensphase. Das kann verunsichern. Das kann sogar richtig schmerzen.
Und auch ich habe das dieses Jahr immer wieder erlebt. Im Leben und im Glauben. In meiner Planung war ich eigentlich schon einen entscheidenden Schritt weiter. Aber ich blieb auf der Stelle stehen.
Das was erstmal frustrierend, doch wer hatte eigentlich entschieden, dass ich exakt zu diesem Zeitpunkt weitergehen musste, dass genau dann der Durchbruch kommen musste? Wer hatte festgelegt, dass ich nur dann das Ziel meines Lebens erreichen könnte?
Richtig - allein ich selbst. Dabei hatte ich doch mal Gott mein Leben übergeben, als ich mich für ihn entschied.

God is althrough perfect
Mir wurde aufs Neue bewusst, dass nicht ich die Fäden meines Lebens in der Hand habe. Und dafür kann ich nur dankbar sein! Wenn ich als fehlerhafter Mensch dieses unüberschaubare Leben selbst planen müsste, dann wäre meine Lebensplanung folglich nichts Besseres als: fehlerhaft.
Wenn ich aber dem perfekten Gott die Führung meines Lebens überlasse, dann ist auch meine Lebensplanung nichts Geringeres als: perfekt.
"Alles, was dieser Gott tut, ist vollkommen." (Psalm 18, 31) In uns allen liegt der tiefe Wunsch, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Aber diese Sicherheit können wir nur dort finden, wo perfekt geplant wird: und zwar bei Gott selbst. Für mich hieß es, treu zu bleiben. Gott weiterhin dort zu dienen, wo ich stehen blieb. Im Grunde: das Beste aus der Situation zu machen. Gottes Fehlerlosigkeit zu vertrauen, auch wenn ich es selbst wie einen Fehler für die Zeitplanung meines Lebens empfand.

Next step
Und ich durfte erleben, dass Gott nicht untätig bleibt. Dass mein Scheitern ihn nicht davon abhielt, weiter mit mir zu gehen. Gerade dann, wenn wir meinen, er hätte uns abgeschrieben, setzt er die größten Dinge für seinen Plan mit uns in Bewegung.
Ich weiß, dass die Umsetzung schwerfällt. Aber ich möchte dich gerne dazu inspirieren, auf Gottes Zeitplan zu warten. Es lohnt sich!
"Noch nie hat man von einem Gott gehört, der mit dir zu vergleichen wäre. Noch nie hat jemand einen Gott gesehen, der so gewaltige Dinge tut für alle, die auf ihn warten." (Jesaja 64, 3)
Wo möchte Gott, dass du auf ihn wartest? Wo läufst du seinem perfekten Plan voraus?
Ich will dich heute ermutigen:
Geh den nächsten Schritt und bitte Gott, dass sein Wille für dich deinen eigenen Willen erneuert. 
Dass er dir seine Pläne für dich ins Herz schreibt. Mal angenommen, du würdest das gleiche Ziel mit deinem Leben verfolgen, wie der allmächtige Gott, dein Schöpfer, es tut. Ich glaube daran, dass genau das das Beste ist, das uns passieren kann.
"Du, Herr, bist alles, was ich habe. Du gibst mir, was ich zum Leben brauche. In deiner Hand liegt meine Zukunft. (...) Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt." (Psalm 16, 5+11)
 
Let's go! Adventure awaits.
Auch wenn nicht alles läuft wie gedacht, ist unser Gott Herr und König in unserem Leben. Er achtet auf uns. Er steht uns bei, auch in den Zeiten, die wir als Niederlage empfinden und kann etwas daraus machen. Du und ich, wir können das Jahr 2017 beenden, auch wenn es scheinbar nicht gut war, weil wir nicht die ersten sind, die leiden. Paulus hat gelitten, als er im Gefängnis saß. Josef hat gelitten, als er von seinen eigenen Brüdern verraten wurde. Und Mose hat gelitten, als er von seinen Pflegeeltern fliehen musste. Auch die Helden haben gelitten.
Und trotzdem können wir das Jahr 2018 in der Kraft Gottes und in seinem Schutz beginnen. Weil wir darauf vertrauen können, dass er mit schlechten Umständen fertig wird. Er wird auch im neuen Jahr bei uns sein und durch Vertrauen und Glauben in unserem Leben wirken.
Ich wünsche dir, egal ob dein Jahr gut oder herausfordernd war, dass du neu erkennst, wie unglaublich geliebt du bist und was für ein weltveränderndes Geschenk Gott uns durch Jesus gemacht hat. Gottes Geschichte ist eine Geschichte mit Grund zur Freude. Und jeder Tag, den ich mit ihm lebe ist ein Neuanfang. Ein neues Abenteuer. Ein neue Verheißung. Neuanfang mit Jesus.

Be blessed
Manuel




Bildquelle: http://ligaviewer.com/youversion

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