Schön genug? (TDW 50/2017)

Lesedauer: 6min

Vom Kampf mit sich selbst und vom Angenommensein

Zufrieden oder unzufrieden? Sich andauernd Sorgen machen oder frei davon sein? Traurig sein oder sich freuen? Gefangen sein oder frei sein?
Lies bitte zuerst: Psalm 139, 14 und Jesaja 43, 4

Hey du,
egal, ob jung oder alt, egal, ob Mann oder Frau - jeder scheint etwas an seinem Körper auszusetzen zu haben. Etliche Trainingsgeräte, Diätmittel und Pflege-Produkte versprechen uns: Mit diesem Produkt kriegst du den perfekten Körper - und bist superhappy dabei. Aber stimmt das? Wenn die Ohren nicht so abstehen, die Arme etwas muskulöser wären - dann war ich echt zufrieden mit mir. Kennst du solche Gedanken auch von dir? Damit bist du nicht allein. Nur ganz wenige Menschen sind wirklich zufrieden mit sich und ihrem Körper. Alle anderen haben mindestens etwas an sich auszusetzen. Die Mehrheit aber ist schrecklich unzufrieden und frustriert.

Traumfabrik statt Realität 
Überall grinsen uns durchtrainierte Männer und hübsche Frauen glücklich von Werbeplakaten entgegen. Jeden Tag laufen wir an hunderten Plakaten vorbei, auf denen man das scheinbare Ideal einer Person unserer Zeit sieht. Wir werden ganz oft mit dem konfrontiert, was wir meistens nicht sind: Der Ideale Typ aus den Medien. Egal wie lange wir das Bild anschauen, es bleibt nach wie vor nur ein ferner Traum.
Überall wird uns suggeriert: Wenn du so und so bist, dann bist du glücklich, hast ein tolles Leben und bist etwas wert. Wir vergleichen uns mit unseren Nachbarn, unseren Geschwistern oder Freunden, möchten aussehen wie sie, ihre Talente oder sogar ihr Leben haben. Oft verstehen wir nicht, dass diese Bilder die wir sehen, meistens verfälscht sind. Das zerstört unsere Wahrnehmung der Dinge, unsere eigene Situationsanalyse und schafft Komplexe in uns.
Deine Realität ist nicht meine, noch die deines Nachbarn oder deiner Freunde. Die einzig wahre Realität die du hast, bist du selbst!

Krieg in dir
Nur das ist das Problem mit dem Wissen: Es muss vom Kopf auch ins Herz rutschen. Scheinbar reicht es nicht zu wissen, dass in unserer Gesellschaft im Hinblick auf Wertschätzung und Selbstannahme gerade echt viel schiefläuft. Es reicht offenbar nicht zu wissen, dass wir wertvoll und toll sind, egal ob mit abstehenden Ohren oder ohne Sixpack. Und schnell wird argumentiert: "Michelle sieht zwar scheiße aus, aber ist echt ne total Liebe!" oder "Anton ist optisch wirklich kein Hingucker, aber er hat dafür was in der Birne!" Und ja, Intelligenz, Humor, Schlagfertigkeit, Mitgefühl, Neugier, Offenheit - all das ist viel wichtiger und über Jahre hinweg überdauernd, anders als ein flacher Bauch. Aber leider muss bei solchen Aussagen der Körper als Vergleich herhalten. Inneres und Äußeres werden gegeneinander ausgespielt. Körper und Persönlichkeit werden zu Gegnern, die sich immer wieder bekriegen. Der Mensch, als Einheit von Gott geschaffen mit einer äußeren Hülle und einer tollen Persönlichkeit, geht dabei völlig unter. Übrig bleibt nur Schall und Rauch: Eine Hülle, die sich immer wieder verändert.

Ausstieg aus dem Karussell
Hast du dir schon mal überlegt, was dein Körper eigentlich für dich ist: Ist er einfach eine Hülle? Ist er ein Werkzeug? Ist er die Heimat deiner Seele? Ist er ein Schmuckstück? Oder ist er das, was anderen am Ende von dir in Erinnerung bleiben soll?
Auf welcher Seite befindest du dich, wenn ich dich fragen würde wie du über deinen Körper denkst? Ein Dazwischen gibt es nicht. Es kann schon sein, dass du dich an manchen Tagen super fühlst und an anderen hässlich, aber hier geht es um deine Grundeinstellung zu dir. Was denkst du wirklich über dich?
Leider sind die meisten unzufrieden über sich. Es beginnt morgens mit dem ersten Blick in den Spiegel und endet oft abends mit dem Blick in den Spiegel bevor man unter die Bettdecke krabbelt. Ich persönlich glaube, dass man nie an dem Punkt sein wird, an dem man nicht mehr daran arbeiten muss zu wissen, wer man ist und zufrieden mit sich selbst zu sein. Das ist eine Reise bis zum Ende unseres Lebens. Aber wie so oft geht es auch hier um eine Entscheidung, die wir treffen müssen. Fokussiere ich mich auf das Negative, auf das, was andere haben und ich nicht? Vergleiche ich mich mit anderen? Oder schau ich mich an und bin zufrieden. Punkt. Zufrieden mit dem, was Gott mir gegeben hat. Zufrieden mit dem, wie er mich gemacht hat. Zufrieden mit meiner Nase und meinen Leberflecken im Gesicht. Warum? Weil genau das du bist. Genau das bist du. Die Person, mit der Nase, den Ohren, diesem Mund und diesen Beinen. Es gibt diese eine Person nicht zweimal.
Genau das sollten wir endlich anfangen zu begreifen. Es gibt dich und mich nur ein einziges Mal. Hör auf dich zu vergleichen und dir vorzustellen jemand anderes zu sein und dabei zu denken, dass dann alles besser wäre. Du bist perfekt so wie du bist. Punkt.

Lerne zu lieben
Was wäre, wenn du lernen würdest dich selbst besser kennenzulernen und dich mehr zu lieben?
Was wäre, wenn du deinen eigenen Wert erkennen würdest?
Du würdest wahrscheinlich denken, dass es einfacher zu sagen ist, als es zu leben. Und ich stimme dir zu, aber es ist möglich es zu deiner Realität zu machen. Jeder von uns hat einzigartige Fähigkeiten und Talente, die ihn einzigartig machen.
Dein größter Triumph bist du selbst, weil du einzigartig bist.
Höre auf nach rechts, nach links oder hinter dich zu schauen, um zu sehen was andere über dich denken, sondern schau in den Spiegel und sag mir was du siehst. Siehst du was ich sehe? Nein? Trotzdem bist das du! Siehst du nicht, dass sich die Person von gestern weiterentwickelt hat? Dass sie sich verändert hat? Du bist beides. Der Start- und der Ankunftspunkt. Du bist deine eigene Konstante. Die einzigen Variablen sind Elemente die dich umgeben, nämlich die Umwelt. Du kannst dich selbst dazu antreiben der Darsteller deines eigenen Lebens zu werden und nicht der, der du gerne sein würdest. Höre nicht auf die, die versuchen dich zu erniedrigen. Du weißt, wo du herkommst und dass deine Stärken in dir sind. Dein einziger Gegner bist du selbst. Habe dieses Verlangen, dich selbst zu einer besseren Version von dir zu ändern.
Ich will dich heute challengen, dir eine andere Version von dir selbst vorzustellen: Dein wahres Ich. Sicher nicht perfekt aber echt! Du bist wunderschön, intelligent, mutig und talentiert. Lass nicht mehr zu, dass du wegen irgendjemanden an dir selbst zweifelst!
Fange an, an dir selbst zu arbeiten und gehe kleine Schritte im Alltag. Was gefällt dir an deinem Körper? Respektiere ihn und schätze ihn wert. Denn es ist dein Tempel, den Gott dir anvertraut hat. Mache das Beste aus ihm. Denn Gott selbst will darin leben. In dir und durch dich Großes bewirken. Ja, du hast richtig gehört!

Grenzenlose Liebe
"Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Dies gilt für alle, die Gott nach seinem Plan und Willen zum neuen Leben erwählt hat." (Römer 8, 28)
"Das eine aber wissen wir..." - Für den Schreiber dieses Verses ist es ganz wichtig, dass du weißt: "Gott liebt dich!" Egal was in deinem Leben läuft, was du falsch machst oder was du erlebst - nichts kann dich von der Liebe Gottes trennen. Sage das immer wieder zu dir selbst, zu deiner Seele, zu deinen Gedanken, zu deinen Herausforderungen, zu deiner Selbstwahrnehmung. Du und ich, wir sind geliebt. Nicht aufgrund unserer Leistung, sondern weil Gott sich dafür entschieden hat. Wir sind bedingungslos von ihm angenommen und geliebt, auch wenn wir nicht immer alles verstehen, auch wenn uns Fehler passieren und wir sogar bewusst Falsches tun.
"Gott liebt dich nicht, weil du so wertvoll bist, sondern du bist wertvoll, weil Gott dich so liebt." - Dietrich Bonhoeffer
Wir alle erleben Situationen, in den wir nicht mehr weitersehen, Schicksalsschläge, die auch nach längerer Zeit keinen Sinn ergeben und wir werden verletzt, obwohl wir Gott mit unserem Leben ehren. Vieles verstehen wir erst im Nachhinein oder sogar erst im Himmel. Aber an einer Wahrheit können wir uns festhalten, egal wo wir stehen, was wir durchmachen oder erleben: Wir sind geliebt von Gott. Gott sucht immer unser Bestes. Wenn wir Gott ehren und ihn immer wieder suchen, dürfen wir uns an dieser Gewissheit festhalten.

You are wonderfully made
Gott ist mit dir unterwegs. Er kann jederzeit ein Wunder aus dem Ärmel schütteln. Ich möchte dich gerade heute ermutigen: Halte an Gott fest, lass ihn nicht los und du wirst erleben, wie er mit dir zum Ziel kommt, wie sich verschlossene Türen plötzlich öffnen, wie Menschen, die gegen dich waren, plötzlich für dich sind und wie dir der Segen Gottes folgt und dich an Orte bringt, von denen du nicht mal zu träumen gewagt hättest. Gib Gott nicht auf!
"Der Unterschied zwischen Gewinnen und Verlieren ist sehr einfach: Meistens heißt gewinnen einfach, nicht aufzugeben." - Bill Wilson
Wie wäre es, wenn Gott dich mit seinen Augen sehen ließe? Bitte ihn, dass er deine Sicht auf dich verändert. Er hat dich wunderbar gemacht und ist stolz auf sein Werk - also kannst du es doch auch sein, oder? Als er dich schuf sagte er zu dir: "Du bist sehr gut!" (1. Mose 1) Und vergiss nicht, dir immer wieder selbst zu sagen, dass du ein ganz wunderbarer Mensch bist. Egal, ob du alles an dir magst oder nicht, es gehört zu dir, es macht dich zu dem. wer du bist. Pass auf dich, deine Seele und deinen Körper auf. Lass dir von niemandem einreden, dass etwas davon nicht in Ordnung, nicht ideal, nicht schön oder toll genug ist. Und dann: Umarme dich selbst!

10 Tipps für mehr Selbstannahme
Fang an, deinen Körper anzunehmen, so wie er ist. Die Kombination aus Körper und Persönlichkeit macht dich zu der wunderbaren, einzigartigen Person, die du bist.
Vermutlich wird dir das nicht von heute auf morgen gelingen, aber du kannst jetzt anfangen und Schritt für Schritt lernen, dich so zu lieben, wie du geschaffen wurdest:
Folgende 10 Punkte können dir eine Hilfe sein frei davon zu werden andauernd unzufrieden über deinen Körper zu sein. Lies sie dir immer wieder durch und beginne Gottes Schönheit in dir zu sehen. Leider hören und sehen wir jeden Tag viel zu oft wie wir anscheinend auszusehen oder zu sein haben. Deshalb ist es umso schwieriger die Wahrheit zu glauben, die Gott über dich und mich denkt. Und gerade deshalb müssen wir uns täglich mit dieser Wahrheit füllen: Gott liebt dich, und er hat Großes mit dir vor!
1. Sei dankbar dafür wie du gemacht bist: keine Kompromisse und Vergleiche. Schätze all das wert, was du hast! 
2. Check dein Instagram-, Snapchat- oder Facebook-Profil. Wem folgst du und warum? Inspirieren dich die Leute, denen du folgst oder fühlst du dich nach dem Betrachten ihrer Pics und Posts deprimiert und minderwertig? Miste radikal aus und lösche oder blockiere alle, die dir nicht guttun.
3. Hör auf, das Leben anderer anzuschauen und dir zu wünschen so wie sie zu sein. Strecke dich nicht nach Dingen aus, die nicht zu dir oder in dein Leben gehören.
4. Schau weg! Sonst heißt es ja immer, man soll mit offenen Augen durch die Gegend gehen. Diesmal aber lautet die Ansage: Schau weg! Überblättere doofe Werbeanzeigen in Zeitschriften, ignoriere Werbeplakate an der Bushaltestelle und klick Werbebanner im Netz weg.
5. Kümmere dich um deinen Körper und gib auf ihn Acht.
6. Schau jeden Tag in den Spiegel und sag dir selbst, dass du wunderschön gemacht bist.
7. Ermutige jeden Tag jemanden über seinen Wert und seine Schönheit.
 
Gott hat dich wunderbar gemacht und er hat dich gewollt - ja genau dich, so wie du bist. Du kannst seine Liebe nicht erarbeiten oder verdienen. Er hat sich bereits für dich entschieden. Er liebt dich bedingungslos. Weil du genau der bist, den er geschaffen hat. Sein geliebtes Kind!
Love your uniqueness. You are one of a kind.

Be blessed
Manuel


Bildquelle: http://ligaviewer.com/yesheis_

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