Wenn Angst ihre Macht verliert (TDW 51/2017)

Lesedauer: 5min

Mach Schluss mit der Angst

Jeder von uns kann ein wenig mehr Mut gebrauchen. Mut lässt uns Wege gehen die Angst uns versperrt. Doch was genau ist Mut? Ist Mut die Abwesenheit von Angst, oder ist Mut vielmehr eine Umgangsweise mit der Angst?
Lies bitte zuerst: 5. Mose 31, 8

Hey du,
dass Angst keine Gute Sache ist, brauche ich garnicht erwähnen. Ich selbst habe ein bisschen Höhenangst. Das ist eine Angst die mich glücklicherweise nicht allzu sehr beeinträchtigt in meinem Leben. Doch gibt es auch Ängste, die uns von dem zurückhalten, was Gott mit uns vorhat. Gut ist, dass wir nicht alleine sind.
Gott möchte uns nicht in unserer Angst lassen.
In der Bibel gibt es eine unglaublich heftige Geschichte über Mut und Angst. Die Geschichte von Gideon. Vom Angsthasen zum Helden. Wenn du willst kannst du sie in Richter 6-8 nachlesen.
In der Geschichte geht es um den jungen Mann Gideon, der Angst hatte vor den Medianitern, die schon sieben Jahre sein Land besetzt hatten. Weil sie die Israeliter unterdrückten und ihnen alles nahmen, musste Gideon sein Weizen in der Kelter dreschen. Das macht man normalerweise nicht. Aber er hatte Angst sein Weizen sonst auch zu verlieren. Angst führt also manchmal zu komischen Verhaltensweisen. Doch genau da begegnet uns Gott. Gott spricht zu Gideon und nennt ihn einen starken Helden. In dieser Situation würde niemand Gideon einen starken Helden nennen. Eher jemand der aus Angst herraus handelt. Einen Feigling. Doch Gott kennt Gideons Bestimmung und seine Identität. Gideon wird später zu einem der mutigsten Heerführer seiner Zeit und besiegt mit 300 Mann wahrscheinlich tausende Soldaten. Von der Begegnung mit Gott, bis zum Sieg hatte Gideon immer wieder Zweifel und ich nehme an auch Angst. Doch was er tat, ist dass er immer wieder zu Gott trat und sich Bestätigung holte, dass Gott noch auf seiner Seite war.

Durchbrich die Angst!
"Wenn man mich fragt, würde ich mich spontan eher nicht als einen ängstlichen Menschen einschätzen. Schließlich riskiere ich gerne auch mal was. Traue mich Dinge, die sonst keiner macht. Bibelstellen übers "nicht fürchten", "keine Angst haben" und "furchtlos durchs finstere Tal laufen" kann ich abnicken. Kenn ich. Weiß ich. Glaub ich." Kommt dir bekannt vor? Kann gut sein, denn genau das hab ich in meinem Post "Break through fears" letzte Woche geschrieben. Nachlesen lohnt sich! 
Und jetzt könnte ich eigentlich den ganzen Beitrag zitieren. Copy and Paste. Fertig. Mein Thema Nr. 1 in diesen Tagen liegt vor dir. Seit ich break through fears geschrieben habe, lässt mich dieser Satz nicht mehr los. Durchbrich deine Ängste Manuel!
Seit ich mich vor einigen Wochen an meinen Schreibtisch gesetzt hab, um meine Ängste aufzuschreiben, ist mir klar geworden, dass ich gar nicht so furchtlos bin. Dass es da Ängste in mir gibt, die ich selbst lange Zeit übersehen habe. Riesengroße Ängste. Ängste, an die ich mich schon gewöhnt habe, mit denen ich es mir ganz schön bequem gemacht habe. Ängste vor dem Ungewissen. Ängste, die mich in meiner Persönlichkeit verunsichern und meinen Selbstwert in Frage stellen. Und Angst, mir all diese Ängste einzugestehen und den Kampf gegen sie aufzunehmen. So stehen sie nun da, diese Ängste. Und ich ihnen gegenüber.

Ängste fesseln uns
Ich glaube, das mit den Ängsten ist ein Prozess. Irgendwann sind sie gekommen, irgendwann hab ich mich an sie gewöhnt, irgendwann haben sie angefangen meine Entscheidungen zu beeinflussen und jetzt stören sie mich. Ich stehe vor neuen Entscheidungen, will wirklich gerne gute Entscheidungen treffen. Warum funktioniert das irgendwie nicht so gut, mit diesen ganzen Ängsten dabei?
  1. Ängste hindern mich daran, wirklich zu lieben. Es könnte ja sein, dass ich verletzt werde, dass Liebe mich was kostet, nicht immer nur einfach ist... und deshalb öffne ich mich gar nicht erst für jemanden.
  2. Ängste stören meine Großzügigkeit. Eigentlich liebe ich es ja, großzügig zu sein, Geschenke zu machen und das, was ich habe, mit anderen zu teilen. Aber was, wenn ich zu kurz komme? Was, wenn ich vor lauter großzügigen Weihnachtsgeschenken nicht mehr "genug" für mich übrig habe?
  3. Ängste lassen mich vergessen, wer Gott ist. Sie stören meine Gedanken, lassen die Zukunft eher grau als bunt aussehen und erzählen sowas wie: das schaffst du doch sowieso nicht, das wird ja nie was! Ängste nehmen Gott aus dem Spiel und lassen mich vergessen, was er schon in meinem Leben getan hat und was er in Zukunft tun kann.
  4. Ängste halten mich davon ab, groß zu träumen. Statt groß zu träumen, Großes zu erwarten, halte ich lieber alles klein. Lieber auf Nummer sicher gehen, lieber kein Risiko. Aus Angst halte ich mein Leben, meine Gaben und meine Zukunft für sehr begrenzt und traue mich nicht mehr, was Neues, Größeres zu wagen. Es könnte ja schief gehen. Ich könnte ja versagen. Angst lässt mich mit dem Guten zufrieden sein, statt auf das Beste hinzuarbeiten – oder manchmal auch abzuwarten, bis das Beste kommt.
Können wir wirklich furchtlos werden?
Okay... und jetzt? Entscheidungen müssen oder wollen doch trotzdem getroffen werden. Kann ich den Angst-Faktor da einfach so in den Hintergrund schieben, einfach vergessen und stattdessen gute, hoffnungsvolle Entscheidungen treffen? Klappt irgendwie nur so mittel. Zeigt mir meine Erfahrung. Ich hab festgestellt, dass ich die Situationen, in denen meine Ängste auftauchen, meide. Konkret heißt das zum Beispiel: Ich bin als Junge professionell Langstecken gelaufen. Und ich war einer der besten. Über mehrere Jahre hinweg, habe ich alles gewonnen, Kreismeisterschaften, Baden-Württembergische Meisterschaften... Doch irgendwann, kam die Konkurrenz. Ich hatte weniger Zeit zu trainieren, und die anderen wurden immer besser. Ich hatte Angst zu verlieren, zu scheitern, meinen Status zu verlieren. Dadurch bin ich bei vielen Läufen gar nicht mehr gestartet, bin jedem möglichen Scheitern aus dem Weg gegangen, habe mir gleichzeitig aber auch jede Chance auf einen grandiosen Sieg genommen. Verdrängung, das hat super geklappt. Zumindest für den Moment. Auf Dauer hat das in meinem konkreten Fall aber dafür gesorgt, dass ich nicht weiter gekommen bin, und meine Leidenschaft für den Sport und Wettkämpfe einen ziemlich negativen Beigeschmack bekommen hat.
Eine Entscheidung muss her, das steht fest. Aber wie?

4 Steps gegen die Angst
Das sind die Punkte, die mir gerade dabei helfen und die du für dich und deine Situation gerne so übernehmen kannst:
  1. Ich frag mich: Wozu hab ich die Angst? Was bringt sie mir, wovor soll sie mich beschützen? In welchen Situationen bin ich damit konfrontiert? -Aufschreiben hilft!
  2. Wie sieht die Realität aus? Ich mach mir meine Angst bewusst und konfrontiere sie mit der Realität. Ist die Situation wirklich so schlimm, könnte die Zukunft wirklich so schwierig sein, wie ich sie mir vorstelle? Oder ist die Angst vielleicht total unbegründet?
  3. Ich stell mich der Angst. Ich habe mir eine gute Ratgeberin gesucht, hab ausgesprochen, was mir Angst macht und habe mir mit der Person zusammen Schritte überlegt, um mich der Angst zu stellen. Ich versuche, genau die Situationen anzugehen, die mir Angst machen und sie hoffentlich überwinden. Die Angst soll mich nicht einschränken und blockieren.
  4. Wer ist Gott nochmal und was hat er in meinem Leben schon alles getan? Das frag ich mich und will mich bewusst daran erinnern. Freunde erinnern mich daran. Im Gottesdienst werde ich daran erinnert. Lobpreis hilft so sehr! Mein Gott, dem ich vertraue, ist stärker und größer als meine Ängste. Er hat gute Pläne für mich, für meine Zukunft. Er lässt mich nie alleine. Er hat alles besiegt, was mir jemals Angst machen könnte. Er ist treu und beständig, auch wenn sich alles andere verändert, auch wenn ich Fehler mache. Er kennt mich. Er liebt mich.

Furcht bestimmt unser Leben
Furcht ist allgegenwärtig. All unser Tun wird durch Furcht bestimmt. Ob es uns bewusst ist, oder nicht. Aus Furcht vor dem Verlust unseres Ansehens erklimmen wir die Karriereleiter, um hoch hinaus zu kommen. Dort sollen wir von möglichst vielen Menschen wahrgenommen und respektiert werden. Sind wir erst oben, fürchten wir uns vor dem Sturz und suchen Sicherheit. Aus Furcht vor Einsamkeit umgeben wir uns mit Menschen und Dingen, die verdrängen sollen, dass wir allein geboren werden, und alleine sterben. Menschenfurcht bestimmt unser Dasein. Sie prägt unsere Identität, unsere Wünsche und Ziele, unser gesamtes Handeln. Wir ordnen uns dem unter, den wir Fürchten. Wir leben wie wir leben, weil wir uns fürchten. Wir tun, was wir tun, weil wir uns fürchten. Können wir das ablegen, können wir furchtlos werden?

Wir müssen uns entscheiden
Solange wir leben, werden wir von Furcht erfüllt sein. Aber:
Wir können wählen, welche Furcht unser Leben bestimmen wird. Menschenfurcht, oder Gottesfurcht.
Jesus war von Furcht erfüllt. Im Garten Gezemaneh fürchtete er seinen Tod, so wie wir, und das Leid, das über ihn kommen sollte. Er betete zum Vater all das an ihm vorübergehen zu lassen. Letztlich ordnete er sich aber Gottes Willen unter. Denn seine Gottesfurcht war größer als alles andere.
Auch wir müssen uns entscheiden. Wir können unser Haus auf Sand bauen, wo jedes Sandkorn eines der vielen Dinge ist, die wir fürchten. Sie bieten keinen Halt. In ihrer Vergänglichkeit bieten sie keinen Sinn. Wir leben in ständiger Sorge all das zu verlieren, was unser Leben zu tragen scheint.
Oder aber, wir bauen auf dem Felsen, der die Gottesfurcht ist. Wenn diese uns erfüllt, legen wir jede andere Furcht ab, die uns einst bedrängt und beherrscht hat. Wenn wir Gott dienen, der uns seine Beständigkeit verspricht, dann hat unser Leben einen Sinn. Und eine Bestimmung. Selbst über den Tod hinaus. Dann können wir fruchtlos werden, denn der, der über allem steht ist bei uns! Also ich bin dabei, du auch?

Wo hast du Ängste und brauchst eine Begegnung mit Gott
Heute ist dein Tag um dich deinen Ängsten zu stellen und Gottes Wahrheit über dich in dein Leben zu lassen. Mut ist nicht, dass man nie Angst hat, sondern dass wir durch Gott über der Angst stehen und diese dann eliminiert wird.
Angst ist eine Lüge, die dir versucht zu sagen, du wärst nicht gut genug, oder Gott ist nicht der der er ist. 
Wenn du in Gottes Gegenwart trittst, dann werden genau die beiden Lügen, die Angst mit sich zieht zerstört und Angst verliert ihre Macht.
Einen Vers den ich mir immer wieder selbst in Angstsituationen im Kopf aufsage ist 5. Mose 31, 8. Ich hoffe er hilft dir genauso, wie er mir jedes mal hilft: Gott spricht in diesem Vers nämlich zu dir und mir und sagt: "Hab keine Angst und verliere nicht den Mut, denn der Herr selbst wird vor dir hergehen. Er wird bei dir sein. Er wird sich nicht von dir zurückziehen und dich nicht im Stich lassen!"
Was ich mir für die letzten Wochen von 2017 und für 2018 wünsche, sind gute Entscheidungen. Ich wünsche mir, dass die Hoffnung in meinem und deinem Herzen größer ist als die Angst. Ich wünsche mir, dass wir uns, unsere Begabungen und unsere Träume nicht von unbegründeten Ängsten limitieren lassen. Ich wünsche dir und mir, dass wir Gott erleben, wie er Neues schafft, Unglaubliches möglich macht und seine Wahrheit unsere Realität übertrifft. 

Fear not, for I am with you! - God

Be blessed
Manuel


Bildquelle: http://ligaviewer.com/youversion/1655960623797997920_30848779

Kommentare

  1. Richtig gut����
    Hab mal ne frage: machst du keine Gewinnspiele mehr ?

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    1. Hey danke für deinen Kommentar! Doch, heute ist schließlich Heilig Abend! Schau einfach mal in den Post :) #christmasgiveaway17

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