Find the gold in somebody (TDW 1/2018)

Lesedauer: 6min

Wofür du bekannt sein solltest

Geliebt werden - das klingt nach einer Tasse Kakao mit Schlagsahne, nach einer Umarmung, nach netten Worten und einem wohligen Gefühl. Doch Liebe ist mehr als ein Gefühl. Es ist eine Lebenseinstellung.
Lies bitte zuerst: 1. Korinther 13

Hey du,
wow, echt starke Worte oder? Mich haut dieses Kapitel echt jedes Mal aufs Neue um.
Diese Liebe ist einfach stark! Einer meiner Lieblingsbibelverse ist 1. Johannes 4, 19. Dort steht: "Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat." In diesen wenigen Worten steckt so viel Wahrheit, nicht nur für Beziehungen, sondern genauso für das alltägliche Leben. In diesem Vers steckt nicht nur die Wahrheit darüber, was der Ursprung unserer Liebe ist, sondern auch darüber, wie wir sie bewahren können. 
Wir Menschen sind nur bereit, Liebe weiterzugeben, wenn wir wissen, dass wir selbst geliebt werden.
Gott aber ist nicht abhängig von unserer Liebe! Nein, er hat uns zuerst geliebt. Es war seine Entscheidung, sich auf mich und dich einzulassen. Er ist die Liebe im Überfluss. Er schenkt mir mein Glas nicht halb leer ein, sondern übervoll. Er geht mit mir nicht nur ein paar Schritte, sondern ein ganzes Leben lang. Er wartet auf mich, wenn ich mal wieder Scheiße baue, und nimmt mich bedingungslos an. Es fällt mir manchmal schwer, das so einfach anzunehmen. Häufig fühle ich mich nicht so, als wäre ich eine liebenswerte Person. Aber Jesus hat mich zuerst geliebt. Bevor es und gab, hat er uns schon geliebt und hat uns liebevoll geschaffen: "Du hast mich gesehen, bevor ich geboren war. Jeder Tag meines Lebens war in deinem Buch geschrieben. Jeder Augenblick stand fest, noch bevor der erste Tag begann." (Psalm 139,16)

Geliebt.
Oft habe ich in meinem Leben gedacht, dass ich Dinge aus meiner eigenen Kraft meistern kann.
Besonders als Christ hatte ich manchmal das Gefühl, dass ich einen ganzen Aufgabenkatalog vor mir habe: meinen Nächsten lieben wie mich selbst, nicht lügen, nicht lästern etc. 
Und während das auch alles gut und richtig ist, musste ich doch irgendwann feststellen, dass ich das alleine und aus mir heraus niemals hinbekomme. Egal, wie sehr ich mich angestrengt habe, ein "guter Christ" zu sein, ich musste doch immer wieder feststellen, dass ich scheitere. Und das ist auch gut so. Vielleicht geht es nämlich gar nicht darum, wie gut ich irgendetwas hinbekomme oder wie gut ich meine Nächsten liebe, sondern es geht darum, wie gut Jesus ist und wie sehr er jeden Menschen liebt. Und er liebt dich bedingungslos. Relentless. Egal, was du tust, oder getan hast. Er liebt dich. Ohne täglich zu diesem Punkt zurückzukommen, bin ich als Person machtlos. Ich kann nichts geben, was ich nicht empfangen habe.

Liebe im Überfluss
"Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet...". All die Attribute, die der Liebe in 1. Korinther 13 zugesprochen werden, sind doch solche, die ich mir für mich und mein Leben wünsche. Das wär ich gern. Und ich will dich heute challengen anstelle des Wortes "Liebe" in diese Verse deinen eigenen Namen einzusetzen.
Manuel ist geduldig, Manu... Ähm warte mal. Ehrlich, ich muss leider schon nach dem ersten Satz feststellen, dass das nicht der Wahrheit entspricht. Ich hasse es zu warten. Wenn mich etwas rasend machen kann, dann ist es sinnlose Warterei an der Kasse im Supermarkt, weil die Oma da vorne ihr Kleingeld loswerden muss oder auf dem Bahnsteig, wenn man wieder ein Zug ausfällt. Gibt es überhaupt ein nicht sinnloses Warten? Wer hat Warten überhaupt erfunden? Und warum macht mich etwas rasend, obwohl ich doch rumstehe? Warten ist nicht Teil meines Lebensplans, nicht Teil meiner Strategie.
Weiter: Manuel kennt kein Neid. Ganz ehrlich, nein. Klar kenne ich Neid und ich hasse dieses Gefühl. Aber scheinbar hindert das den Neid nicht daran, sich immer wieder in mein Leben einzuschleichen und mich zu lähmen. Wenn ich meinen Namen in diese Verse einsetzte scheitere ich. Ich kann dem nicht mehr zustimmen, was ich lese, es ist nicht mehr wahr.
Setzt man allerdings den Namen Jesus ein, ändert sich der Wahrheitsgehalt der Aussagen nicht. Jesus ist der Einzige, der diese Liebe geben kann und der diesen Aussagen gerecht wird.

Wofür du bekannt sein solltest
Ich nenne mich Christ. Nachfolger von diesem Jesus. Damit bin ich herausgefordert, Nächstenliebe zu zeigen. Ich möchte für andere gerne ein lebendiger Hinweis auf Jesus sein. Auch im Streit. Besonders im Streit. Dort wo sonst Hass ist.
Ich will Nächstenliebe leben. Dafür stehen Christen bekanntlich ja.
Ich lese zur Zeit ein Buch über eine Pastor einer Gemeinde in den USA. Er schreibt unter anderem darüber, dass sich unser Leben ändert, wenn wir anfangen unsere Mitmenschen wahr zu nehmen. Wie oft laufe ich durch die Stadt, bin nur auf mich selbst und mein Ziel fokussiert und schenke den Menschen um mich herum keine Aufmerksamkeit. Ich denke gar nicht an die anderen Menschen um mich herum. Und dann frage ich mich, warum die Kirchen so leer sind. - Wegen Menschen wie mir. Einfach, weil ich manchmal durch die Welt laufe mit der Einstellung: Mir geht es gut und ich bin errettet und das Leben ist schön. Und ja das stimmt auch. Mir geht es gut und ja, ich liebe das Leben und ich bin errettet. Aber Gott gibt mir doch nicht diesen Platz hier, damit ich mich ausruhen kann und mich nur mit mir selbst beschäftige. Das wäre doch verschwendete Zeit. Gott lässt mich leben, weil er mich gebrauchen will. Nur weil ich errettet bin, heißt das nicht, dass ich jetzt chillen kann und mir die Welt um mich herum egal sein kann. Nein, ich soll mich um die Menschen sorgen.

Was würde Jesus tun?
Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, wie Jesus sich verhalten würde, wenn er heute durch deine Stadt laufen würde. Ich denke, er würde trotz der ganzen Hektik die Ruhe selbst sein. Er würde sich geduldig Zeit für die Menschen an der Kasse nehmen und sie freundlich behandeln und würde versuchen mit ihnen in ein Gespräch zu kommen. Er würde mit einem Lächeln durch die Stadt gehen, die Menschen grüßen und sie lieben.
Mit den Kindern würde er auf dem Spielplatz toben und dann würde er sich einen Kaffee holen um sich wieder aufzuwärmen. Er würde sich neben den Mann auf die Bank setzen, der total genervt ist weil seine Frau so lange braucht. Den Obdachlosen würde er Hoffnung machen und ihnen Geld und etwas Warmes zu trinken geben. Er würde sie zum Gottesdienst einladen. Er würde der Frau Aufmerksamkeit schenken, die zwar lächelt, aber innerlich total zerbrochen ist.
Und egal wie oft man ihm eine Abfuhr gäbe, seine Freundlichkeit nicht erwidern würde, Jesus würde nicht aufhören. Er würde weitermachen.

Find the gold in somebody
Um wieder auf das Buch zurück zukommen, von dem ich erzählt habe. Der Autor schreibt, dass seine Frau in ihrem Handy eine Erinnerung hat. Die Erinnerung wird täglich angezeigt und lautet: "Did you find the gold in somebody today?"
Er schreibt, dass seine Frau diese Erinnerung hat, um nicht zu vergessen, dass es Menschen in ihrem Umfeld gibt und dass jeder Mensch Gold wert ist.
Ich habe mittlerweile auch eine Erinnerung auf meinem Handy. Was mich jeden Tag aufs Neue traurig macht, wenn ich diese Erinnerung bekomme, ist, dass ich heute sooo viele Menschen gesehen habe, aber niemandem mehr Beachtung gegeben habe. Abgesehen von meiner Familie und meinen Freunden, kann ich in den Menschen kein Gold finden.
Das liegt nicht daran, dass die Menschen nicht wertvoll sind, sondern daran, dass ich Ihnen keine Aufmerksamkeit schenke.

ReLOVEution
Dabei sind wir Christen doch eigentlich dazu berufen, zu lieben. Das Gold in unseren Nächsten zu finden. Mission Reloveution. Mag an unserem höchsten und sehr bekannten Gebot liegen: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt lieben. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Matthäus 22, 37-39)
Kein Wunder, dass ich von unzähligen Seiten die Wichtigkeit der Nächstenliebe gepredigt bekomme. Daran ist nichts verkehrt! Aber trotzdem entstehen jeden Tag in mir Sorgen wie: "Meinen Nächsten lieben? Sollte ich in Angriff nehmen. Aber mich selbst lieben? Wie stelle ich das an, ohne erst recht egoistisch zu wirken?" Es erscheint so, als wäre mir Selbstliebe nicht vergönnt. Aus Gesprächen weiß ich, dass es nicht nur mir so geht. Wir vernachlässigen mit diesem Denken jedoch einen entscheidenden Teil des Gebotes komplett:

Selbstliebe bildet die Grundlage für Nächstenliebe
Das Gebot sagt klar: Selbstliebe gibt den Grad vor, den auch die Nächstenliebe erreichen soll. "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
Nächstenliebe und Selbstliebe stehen damit in direkter Wechselbeziehung zueinander. Desto mehr ich in die Selbstliebe investiere, desto mehr wachse ich auch in der Nächstenliebe. Und wie kann ich in Selbstliebe investieren, ohne ein Egoist zu werden? Die Anleitung zur Selbstliebe ist identisch mit der zur Nächstenliebe. Den Nächsten soll ich genau so behandeln, wie ich mich selbst behandeln soll. Der Umgang soll identisch sein. Das bedeutet: Nächstenliebe und Selbstliebe unterliegen auch den identischen Weisungen Gottes. In Sprüche 3, 27-31 finden wir eine der biblischen Anleitungen für Nächstenliebe. Wir dürfen sie auf die Selbstliebe übertragen. Dann lesen wir: Verweigere dir nicht selbst die nötige Hilfe, wenn es in deiner Macht steht.
Wenn du dir selbst sofort helfen kannst, dann sag nicht: "Morgen werde ich mir helfen." Klage dich nicht grundlos selbst an. Beneide den nicht, der sein Ziel mit Gewalt erreicht, und nimm ihn dir nicht zum Vorbild.

Love yourself
Selbstliebe ist nicht ohne Grund ein Teil des obersten Gebotes. Gott kennt ihre Wichtigkeit. Die Bibel ist ein überzeugender Wegbereiter dazu, sich selbst und auf sich selbst zu achten. Gott wünscht sich für dich, dass du dich auf eine wunderbare Weise selbst lieben kannst. Er gibt dir ein klares Ja dazu.
Um andere zu lieben, musst du dich selbst lieben.
Ich möchte dich heute ermutigen, täglich zu dieser Liebe zurückzukehren, die Jesus im Überfluss und gerne gibt. Aus meiner eigenen Kraft heraus werde ich es nie schaffen, meine Lehrer oder Arbeitskollegen zu lieben, nicht nur mein Bestes zu suchen oder meiner Freundin zu vergeben. Es ist die Liebe von Jesus, die Herzen verändert und das Unmögliche möglich macht. Wenn wir uns also täglich neu von dieser Liebe füllen lassen, erleben wir das Beste, was es gibt: die tiefe Gewissheit, dass wir nichts aus eigener Kraft machen müssen und dass Jesus all das schon längst am Kreuz besiegt hat.

Mein Jahresvorsatz 2018
Das will ich ändern. Ich will es heute schon ändern, aber ich nehme es mir ganz fest als Jahresvorsatz für das Jahr 2018 vor. Ich will so durch die Stadt laufen wie Jesus. Ich will Freude ausstrahlen und mit den Menschen das teilen, was ich schon bekommen und angenommen habe: Gottes Liebe.
Und ich will auch dich dazu ermutigen, auf andere Menschen zu schauen. Wir verbringen genug Zeit mit uns selbst, aber was ist mit deinem Umfeld?

ToDo: Mach dir eine Erinnerung in dein Handy: Did you find the gold in somebody today?

Be blessed
Manuel




Bildquelle: http://www.365worshipproject.com/

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