Was treibt dich an? (TDW 7/2018)

Lesedauer: 7min

You make me move

"Was treibt dich an?", fragt die Volksbank in ihrer Werbung. Stimmt, dabei könnten wir auch einfach rumsitzen und uns die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Eine Suche nach dem Motor in uns.
Lies bitte zuerst: 2. Korinther 5, 14-15

Hey du,
 ist dir schon mal aufgefallen, dass alles, was sich bewegt von irgendetwas angetrieben wird? Ein Auto wird von Benzin angetrieben, ein Flugzeug von Kerosin, dein Fahrrad von dir, dein Smartphone von Strom und dein Körper von Kalorien. Und heute möchte ich dir die Frage stellen: "Was treibt dich an?" Als ich vor kurzer Zeit den zweiten Brief gelesen hab, den Paulus an die Gemeinde in Korinth geschrieben hat, ist mir die Frage nochmal ganz neu wichtig geworden. Ich hab Kapitel 5, Vers 14 gelesen und da schreibt Paulus: "Bei allem ist das, was uns antreibt, die Liebe von Jesus." Baam! Ich hab das zwar schon oft gelesen, aber in dem Moment hat es mich ganz neu getroffen und ich habe mich gefragt, was treibt mich oft an? Was ist der Motor in meinem Leben? Was lässt mich jeden Morgen aufstehen, obwohl es im Bett so schön warm und kuschelig ist? Warum strengen wir uns in der Schule/im Studium an - stellen Hausarbeiten fertig, auch wenn uns das Thema null interessiert? Was bringt uns dazu, Freitag abends in den Jugendkreis statt auf eine Party zu gehen? Und warum machen wir nicht einfach immer nur das, worauf wir Lust haben? Ist es Erfolgsdenken, sind es ToDo-Listen, ist es ein schlechtes Gewissen, ist es vielleicht sogar Angst, sind es Erwartungen von anderen Menschen, ist es ein Leiter oder ein Vorbild? Oder vielleicht etwas ganz anderes?

Antrieb ist überall und in uns allen. Ohne ihn könnten wir nicht überleben. Ohne Antrieb würden wir morgens einfach nicht aus dem Bett kommen, wir würden nichts mehr essen und trinken, weil wir keinen Sinn in all dem mehr sehen würden.
Wer keinen Antrieb mehr hat, der ist in der Regel krank.
So ist fehlende Motivation oft ein Symptom bei Menschen, die an Depressionen erkrankt sind. Und auch Demenzkranke sind häufig antriebslos. Von etwas angetrieben zu sein, ist zunächst einmal gesund. Ein starker, innerer Antrieb macht mich noch nicht zu einem Getriebenen. Der Knackpunkt der Sache ist der Antrieb an sich, sondern was unser Antrieb ist.

Eines der Dinge, die uns häufig antreibt ist Leistung: Wir wollen über uns hinauswachsen, an unsere Grenzen gehen und sie überwinden. Aber der Grat zwischen angemessenem Fleiß und konzentriertem Tun auf der einen und Arbeitssucht auf der anderen Seite ist schmal. Gerade in einer Leistungsgesellschaft wie der heutigen, in der sich immer mehr Menschen über ihre Leistung definieren, ist die Gefahr auszubrennen groß. Besonders für diejenigen, die für eine Sache brennen: Der Pastor, der sich für Gott und für seine Gemeinde begeistert - und aufarbeitet; der Regisseur, der eine Szene so lange wiederholen lässt, bis sie perfekt ist; die Studentin, die sich für eine gute Hausarbeit die Nächte um die Ohren schlägt...
Eine andere Sache die uns antreibt kann Macht sein. Wenn wir an Macht denken, dann denken wir oft automatisch an Machtmissbrauch: In unserem Kopf entstehen sofort Bilder von durchgeknallten Diktatoren, die für ihre Herrscherphantasien über Leichen gehen, weil hinter Macht oft Egoismus steht.
Oder unser Antrieb kann Anerkennung sein. Dann geht es uns immer darum, den anderen zu gefallen. Immer und immer wieder diese Frage in unseren Köpfen: "Was denken die anderen von mir? Was muss ich machen, dass sie mich toll finden, dass die mich anerkennen?" Tatsächlich tun viele Menschen ziemlich viel dafür, um bei anderen gut anzukommen. Anerkennung kann uns durch unseren Alltag peitschen und uns zu Getriebenen machen.

"Bei allem ist das, was uns antreibt, die Liebe von Jesus." Paulus bringt es auf den Punkt. Leistung, Macht, Anerkennung - das waren jetzt drei Punkte und ich könnte noch etliche weitere aufzählen. Aber es gibt einen, der sich von all diesen Dingen abhebt. Gott. Bei all diesen Dingen, die uns im Leben antreiben, die uns bewegen, geht es uns am Ende nur darum, der Welt zu gefallen und Schätze auf dieser Erde zu sammeln. Aber all diese Sachen sind vergänglich, mit dem Tod sind sie alle nichts mehr wert. Aber was, wenn ich dir sage, dass Gott etwas viel genialeres für uns geplant hat? Schätze im Himmel. Ewigkeit.
Wenn das unser Ziel ist, dann leben wir nicht mehr einfach aus uns heraus, sondern sind angetrieben von Gottes Geist in uns. Wir müssen nicht mehr, wir wollen. Wir müssen nicht mehr der Welt gefallen, wir wollen Gott gefallen. Denn wir können nicht anders. Wenn Gott unser Antrieb ist, hat das nicht im entferntesten etwas mit Leistungsgedanken zu tun, sondern es ist ein gesunder Antrieb durch Jesus in mir. Denn Gott definiert uns nicht über unser Tun. Er sieht uns als die Person, die wir sind, die er geschaffen hat. Bei ihm müssen wir nichts leisten um angenommen zu werden, weil er uns liebt. Er nimmt uns an, als seine Kinder. Und weil wir von ihm geliebt sind, bestimmt nicht mehr unser Tun unser Sein, sondern dann bestimmt unsere Identität als Geliebte unser Handeln. Das ist etwas ganz anderes.
Und es ist gleichzeitig total entspannend, dass ich nicht mehr aus mir heraus etwas hinkriegen muss, sondern dass Gottes Geist durch mich etwas bewegt. Wenn wir mit Gott leben schlägt der größte Motor des Universums in unserer Brust. Gottes Geist.

In dir steckt die Kraft eines Schöpfers
"Ich halte einen Handschuh in der Hand. Der Handschuh kann nichts von sich aus tun, aber wenn meine Hand darin steckt, kann er vieles tun - aber in Wirklichkeit nicht der Handschuh, sondern meine Hand darin. Wir sind Handschuhe, der Heilige Geist in uns ist die Hand, die die Arbeit tut." - Corrie ten Boom 
Wenn wir uns auf Gott und auf seine Kraft einlassen, dann erkennen wir, wo wir in unserem Leben noch zu klein von uns denken, wo unser Denken noch beschränkt ist.
Ich will dir eine Geschichte erzählen von inem Mann aus Brasilien. Mr. Yates war ein verarmter Schafzüchter. Für den Unterhalt seiner Familie war er auf die Unterstützung des Staates angewiesen. Seine Farm warf viel zu wenig ab. Das Land war karg und Geld für einen Ortswechsel hatte der Mann nicht. Dann kamen eines Tages Geologen in die Gegend und teilten dem armen Farmer mit, dass sich unter seinem Land möglicherweise Öl befindet. Und tatsächlich: Sie fanden Öl. Sehr viel Öl. Bald förderte man 80.000 Tonnen Öl pro Tag. Mr. Yates, der bis dahin nicht wusste, wie er seine Familie durch einen einzigen Tag bringen sollte, wurde über Nscht zum Millionär. Eigentlich war er es immer schon gewesen. Und trotzdem lebte er in bitterer Armut. Warum? Weil er es nicht wusste. In 2. Korinther 8,9 steht, dass Gott dich reich gemacht hat. Unendlich reich. Reich durch deine einzigartige Persönlichkeit, reich an Begabungen und Fähigkeiten, reich an geistlichen Gaben. Gott hat etwas von seinem unendlichen Reichtum, von seinem Wesen in dich hineingelegt. Weißt du warum? Weil er dich für so viel mehr gemacht hat, als du dir jemals vorstellen könntest. In dir steckt die Kraft eines Schöpfers, der ultimative Antireb. Gott will dein Leben durchstarten lassen, er will mit dir ein Stück die Welt verändern, und durch dich an dem bauen, was nach dieser Welt kommen wird.

Antriebsschenker
Ich weiß nicht, wie es dir gerade geht. Wie es in deinem Leben aussieht, was dich bewegt, was dich antreibt. Oder ob dich vielleicht gerade gar nicht antreibt. Vielleicht ist da eine Herausforderung, über die du nicht hinwegsiehst. Vielleicht bist du kurz davor zu kapitulieren. Aber ich will dir heute sagen: Auch, wenn du gerade antriebslos bist, will Gott dir einen 
"Du sagst, du hältst dich selbst für eine Flasche. Du seist ein für Gott unbrauchbarer und zum Leben ungeschickter Mensch. Das ist nun freilich noch kein Grund, gleich zu verzweifeln. Denn auch die gewöhnlichste Flasche kann durch einen kostbaren Inhalt ausgesprochen wertvoll werden. Wenn Gott selbst durch seinen Geist in dir wohnt und das in dir bewirkt, was du an sich nicht sein kannst, dann bist du durch ihn – Flasche hin oder her – ein unendlich wertvoller Mensch." - Hans-Joachim Eckstein
Es kann sein, dass du unterwegs in deinem Leben deine Krone verloren hast. Doch ich möchte dir heute sagen, du bist wertvoll! Gott hat dich einzigartig geschaffen und durch deinen Glauben lebt der Geist Gottes in dir. Gott sucht jeden Tag von Neuem dein Bestes und will dir helfen, dich weiterführen und dir zeigen, wer und was du in seinen Augen bist. Denn wir, du und ich, sind wertvoller, als wir von uns denken. Immer. Und Gott zeigt uns mehr und mehr auf, wer und was wir sind. Wertvolle und einzigartige Geschöpfe, geschaffen von dem Gott, der das ganze Universum kreiert und dich bis ins kleinste Detail liebevoll geschaffen hat. Ich wünsche dir gerade für heute, dass du entdecken und sehen kannst, wie wertvoll du in den Augen Gottes bist. Und dass du in Gott einen neuen Antrieb findest. Einer, der so viel anders ist, als all die Antriebe dieser Welt. Weil er nach mehr strebt, weil er über die Möglichkeiten dieser Welt hinausgeht.

Was treibt dich an?
Was traibt dich an? Das hab ich mich die letzten Tage gefragt, und ich hab mich hingesetzt und hab so überlegt: Was ist es konkret in meinem Leben, dasmich antreibt? Ich hab Dinge aufgeschrieben und hab gebetet und diese Dinge eingetauscht bei Gott, diese flaschen Antriebe, gegen den einzig richtigen Antrieb nämlich die Liebe von Jesus. Ich will, dass in meinem Leben die Liebe von Jesus der einzige Antrieb ist. Für alles. Weil dann wird mein Tank nie leer gehen. Wenn wir Menschen sein wollen, die wtas bewegen, brauchen wir einen Antrieb. Und zwar den richtigen Antrieb. Und deswegen will ich dir heute die Frage stellen: Was ist dein Antrieb? Und ich möchte dich ermutigen und herausfordern, mit Gott in deinem Leben auf die Suche zu gehen und dass du entdeckst, was in deinem Leben Antriebe sind, die keine richtigen Antriebe sind, die falsche Motivationen sind und dich auf die falsche Art und weise antreiben, dich in die falsche Richtung laufen lassen. Un dass du im Gebet diese Dinge eintauschst, gegen den einzig richtigen Antrieb, nämlich die Liebe von Jesus. Ich wünsche mir, für dich und mich, dass wir irgendwann sagen können wie Paulus: "Denn bei allem ist das, was uns antreibt die Liebe von Jesus." Was treibt dich an?

Unstoppable
Wenn Gott dein Antrieb ist, kann dich nichts mehr stoppen. Denn du bist ein Königskind. Und du hast du Kraft eines Schöpfers in dir, weil der Heilige Geist in dir lebt!
Wenn Gott dein Antrieb ist, dann geht es dir nicht mehr darum, dich anzustrengen, um in der Leistungsgesellschaft aufzusteigen, sondern dann setzt du dich ein, strengst dich an, gibst alles, damit er geehrt wird und damit Menschen ihn kennenlernen. Dann geht es dir nicht mehr darum, die Welt durch deine Leistungen voranzubringen, sondern Gottes Reich schon hier auf der Erde sichtbar werden zu lassen.
Wenn Gott dein Antrieb ist, geht es dir nicht mehr darum, Macht über andere Menschen ausüben zu wollen, sondern die Macht, die Gott dir schenkt weise, sinnvoll und zum Wohl anderer einsetzen.
Dann geht es dir nicht mehr darum, ständig nach der Anerkennung anderer zu streben um der Welt zu gefallen, sondern dann geht es dir darum, Gott zu gefallen.  Dann erkennst du, wie reich du von Gott beschenkt bist und verlierst deine Freiheit nicht daran, dass du deinen eigenen Wert durch die Anerkennung der anderen definierst, sondern dass du dich von Gott abhängig machst und dich durch seine grenzenlose Liebe zu dir definierst. Dann können wir frei leben. Dann können wir der sein, der wir sind.

Be blessed
Manuel 


Bildquelle: https://ligaviewer.com/youversion

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