Das bin ich! (TDW 11/2018)

Lesedauer: 7min

Auf der Suche nach uns selsbt

Lies bitte zuerst: Römer 8, 14-16

Hey du,
Google weiß alles, oder? Kurzerhand tippe ich die Frage "Wer bin ich?" ein und Goggle findet sage und schreibe 65 Millionen Ergebnisse in 0,51 Sekunden für mich. Darunter sind unzählige Persönlichkeitstests, die mir sagen wollen, wer und wie ich bin. Laut einem dieser Tests bin ich eine rote Rose. Zugegeben, der Test war lustig. Doch die Erkenntnis, dass ich eine rote Rose bin, hilft mir nicht weiter. In einem Alltag möchte ich nicht wissen, ob ich eine rote Rose oder eine Sonnenblume bin. Ich will rausfinden, wer ich bin und was ich kann.
Ich glaube, jeder von uns stellt sich immer wieder mal die Frage, "Wer bin ich?", und ich finde, diese Frage ist eine der wichtigsten, aber auch eine der schwierigsten Fragen, die es gibt. Sie zu stellen, hilft uns, klar zu werden, was uns ausmacht, was wir wollen und weshalb wir auf dieser Erde sind. Fragen nach dem Sinn, Fragen die weiter gehen, als das, was wir sehen. Und trotzdem will ich dich heute ermutigen, dich dieser Frage zu stellen: Who am I?

Who am I
Wer bin ich? Was macht mich aus? Und was gehört überhaupt zu meiner Identität? Da sind die Dinge, die du dich nicht aussuchen konntest, dein Name, deine Nationalität, dein Geschlecht, deine Eltern... all diese Sachen eben, auf die du keinen Einfluss hattest, die dich aber trotzdem ausmachen und die dir auch keiner absprechen kann. Dann sind da deine inneren Überzeugungen, wofür stehst du, wofür lebst du und wofür würdest du alles geben? Und dann gibt es da noch die äußeren Einflüsse, das, was andere über dich sagen, an wem oder was du dich orientierst. All das ist deine Identität. Aber ist das wirklich alles?
Ich glaube, dass es jemanden gibt, für den du so viel mehr bist, als nur diese Dinge. Für den du nicht einfach einer von vielen bist, sondern für den du wichtig bist. Für den du einzigartig bist. Der dich liebt so wie du bist. Weil er dich genauso geschaffen hat. Und er nennt dich nicht Kollegen oder Freund, sondern seinen Sohn und seine Tochter. Er ist der König der Könige, der Schöpfer des Universums, er ist die Liebe, er ist das Leben und er ist dein himmlischer Vater. Gott.

Gottes Gedanken über dich
Das Allerwichtigste, was du über dich und deine Identität hören kannst, wirst du von Gott hören. Gott zeigt durch seine Aussagen in der Bibel, dass du ein gewollter und unglaublich geliebter Mensch bist. Aber gleichzeitig einer, der auch seine Macken hat. Der auch mal Müll baut und der sich von Gott abgewendet hat. Das hat Gott dazu bewegt, dass er für dich, aus reiner Liebe zu dir, in den Dreck der Welt gekommen ist und für dich gestorben ist. Und genau das stiftete Identität! Jesus hat die Sünde, die dich hindert, befreit und mit Gott an deiner Seite zu leben, auf sich genommen. Auch hat Gott so viel Gutes in dich hineingelegt und dich mit so viel Gutem beschenkt: Äußerlichkeiten, Talente, Gaben, Werte. Du kannst etwas, das niemand anderes so kann wie du. Und diese Eigenschaft braucht die Welt. Deshalb hat Gott sie in dich hineingelegt. Er hat dich einzigartig geschaffen. Und dir eine Identität gegeben, Als sein Kind. Du bist ein Königskind! Wenn du das weißt, dann kannst du alles andere ganz frei und ohne Druck entdecken und dich daran freuen. Das wird dir Sicherheit geben! Und Freiheit dich selbst und Gott zu entdecken und immer besser kennenzulernen.

Bist du ein Leibwächter oder ein Königskind?
Hast du schon einmal einen Film gesehen, in dem ein König vorkommt? Normalerweise gibt es darin mindestens eine Szene, in der wir einen kleinen Blick in den Thronsaal werfen können. Die Türflügel schwingen auf und mit einem Super-Weitwinkelobjektiv schweben wir auf dem roten Teppich langsam auf den Thron zu. Meistens sehen wir aber direkt neben dem König seine Leibwächter. Oft tragen sie irgendeine Rüstung oder Uniform und Waffen und sehen todernst drein. Sie stehen steif da, wie erstarrt, und wirken kalt. Sie sind Angestellte des Königs und haben eine Aufgabe zu erledigen. Wenn sie es vermasseln, werden sie höchstwahrscheinlich gefeuert. Es wäre bestimmt sehr seltsam, wenn diese Leibwächter anfangen würden, im Thronsaal herumzutanzen, im Kreis zu rennen, mit ihren Waffen zu spielen und voller Freude herumzuhüpfen. Aber wenn sie Königskinder wären, wäre diese Szene nicht fehl am Platz. Kindern gesteht man die Freiheit zu, verspielt zu sein. Es würde nur zeigen, wie groß und liebevoll das Herz des Königs ist, wenn man in den Thronsaal käme und es würden Kinder um den Thron herumrennen, hüpfen und mit ihrem Vater Spaß haben. Kinder haben andere Rechte als Leibwachen.

Kinder Gottes
Aber leider tun viele von uns so, als wären wir die Leibwächter. In Gottes Gegenwart sind wir steif, kühl und ernst und haben Angst, gefeuert zu werden. Wir bewegen uns wie auf rohen Eiern. Aber ein Kind wird nicht gefeuert. Ein Kind darf diese Freude und Freiheit genießen, die auch nur ein Kind hat. Welches Bild beschreibt deine Beziehung zu Gott besser? Hast du die ganze Zeit Angst, dass du es vermasseln könntest, oder läufst du verspielt um Gottes Thron herum, weil du weißt, dass dein Vater der Herr des gesamten Universums ist? Gott ist nicht in diese Welt gekommen, um aus uns Leibwächter zu machen, sondern um seine Kinder zu suchen. Jesus hat bei seiner Taufe nicht die Worte "Das ist mein Angestellter" gehört. Er hat die Worte "Dies ist mein geliebter Sohn, der meine ganze Freude ist" gehört. Was siehst du, wenn du dein Leben betrachtest?
So oft meinen wir, Gott verteidigen zu müssen. Gute Argumente bringen zu müssen um andere zu überzeugen, dass es Gott gibt. Aber das ist nicht unsere Identität, nicht unsere Bestimmung. Gott hat uns geschaffen als Königskinder, damit andere ihn durch uns erkennen.

Du bist wertvoll
Und das kann so unglaublich kraftvoll sein! "Du sagst, du hältst dich selbst für eine Flasche. Du seist ein für Gott unbrauchbarer und zum Leben ungeschickter Mensch. Das ist freilich noch kein Grund, gleich zu verzweifeln. Es gibt keinen Grund zu verzweifeln. Denn auch die gewöhnlichste Flasche kann durch einen kostbaren Inhalt ausgesprochen wertvoll werden. Wenn Gott selbst durch seinen Geist in dir wohnt und das in dir bewirkt, was du an sich nicht sein kannst, dann bist du durch ihn - Flasche hin oder her - ein unendlich wertvoller Mensch." Hans-Joachim Eckstein
Es kann sein, dass du unterwegs in deinem Leben deine Krone verloren hast. Doch ich möchte dir heute sagen, du bist wertvoll! Gott hat dich einzigartig geschaffen und durch deinen Glauben lebt der Geist Gottes in dir. Gott sucht jeden Tag von Neuem dein Bestes und will dir helfen, dich weiterführen und dir zeigen, wer und was du in seinen Augen bist. Denn wir, du und ich, sind wertvoller, als wir von uns denken. Immer. Gottes Geist zeigt uns mehr und mehr auf, wer und was wir sind. Wertvolle und einzigartige Geschöpfe, geschaffen von dem Gott, der das ganze Universum kreiert und dich bis ins kleinste Detail liebevoll geschaffen hat. Ich wünsche dir gerade für heute, dass du entdecken und sehen kannst, wie wertvoll du in den Augen Gottes bist.

Poetry - Wer bin ich?

Wer bin ich? Warum bin ich hier? Wo komme ich her? Warum? Ich geh' der Frage auf den Grund, denn wer nicht fragt, bleibt bekanntlich dumm. Das in fünf Minuten zu erklären, oder überhaupt zu denken, ich könnte es erklären, oder "man" könnte es erklären wäre aber im Grunde genauso dumm. Warum? Um diese Fragen kreisen Gedanken. Fragen, die nach Antwort verlangen. Und Antworten fanden offensichtlich, Menschen, die vor uns gegangen. Aber selbst darum ranken sich Mythen und zanken sich Typen, die Zeit treibt oft schon seltsanie Blüten. So muss ich wohl brüten über alten Schriften, die Geheimnisse hüten. Von Osten nach Westen und von Norden nach Süden.
"Wo soll ich suchen und am Ende wofür?" 
Vielleicht ist es ja wahr: Ich bin einfach da. Punkt. Kein davor, kein danach. Punkt. Kein Sinn. Ich bin einfach da. Ich bin. Ich bin einfach da! Ausrufezeichen.

Wozu bin ich hier?
Doch wenn ich einfach nur hier bin, warum halt' ich mich an Regeln? Wenn ich durch Zufall entstand, kann es über mir auch nichts geben. Keine Macht, keine Kraft und kein höheres Wesen. Aber bedeutet das nicht auch, ich kann mir alles nehmen, was mir gut gefällt, wenn nur die Stärksten überleben? Vor mir gab es nichts. Und nach mir wird es nichts geben. Keiner wird sich fragen, was ich tat mit diesem Leben. Was zählt ist hier und jetzt, wozu noch lange überlegen? Denn am Ende muss ich nur mir selbst dafür Rechenschaft ablegen.
Doch, was bleibt, ist das Problem, wenn nur die Stärksten überleben. Wer will mir verbieten, dir dann deines wegzunehmen? "Unfassbar! Wie kannst du es wagen, so was zu sagen?" Packst mich am Kragen und redest dich in Rage. Aber am Ende des Tages fehlt halt jede Moral und Ethik hat keine Grundlage, wenn ich einfach nur hier bin. Vielleicht? Ja. Ach, es tut mir leid. Verzeiht mir all die Fragen, die ich aufgerissen habe.

Mehr als ich selbst
Aber, wenn ja vielleicht ist, vielleicht kann dann auch nein sein. Wenn die Möglichkeit da ist, und mag sie auch klein sein, dann will ich sie betrachten. Darin liegt Freiheit. Dann war ich kein Zufall, so wie fünfzig Prozent, wenn man Zahlen durch zwei teilt. Ich glaube es stimmt: Die Ewigkeit liegt in meinem Herzen. Eine Ahnung, durch nichts zu ersetzen. Wenn ich still bin und ehrlich zu mir selbst bin und zu meinem Herzen. Ich nicht so hoch von mir selbst denk, mich nicht so hoch schätze. In diesen stillen Momenten wird mir klar: Der Tod ist doch nicht das Letzte, das letzte Wort, oder der letzte Ort. Ich trag 'ne Sehnsucht im Herzen und sie drängt immerfort, sie zu füllen und zu stillen. Doch was ich auch tu, es bleibt dieses Loch. Heftig! Es zeigt mir letztendlich, dass ich mehr als ich selbst bin.

Kostbar
Dieses Leben ist so kostbar und ich will es nicht verschwenden. Ich wünsch mir, dass es zählt am Ende, darum leg ich's in größere Hände. Das Leben ist Kunst, doch in verschiedenen Formen. Eine Leinwand gerahmt zwischen geboren und gestorben. Manchmal ist es Porträt. Das Leben ein Spiegel, in dem ich mich seh'. Wer ich bin und warum und wofür ich leb. Manchmal scheint es abstrakt. Verspielt doch verwirrend, in all diesen Formen kann ich das Bild schwer erkennen, wenn nicht der Künstler kommt, um mir den Sinn zu erklären. Und manchmal ist es auch Akt, ästhetisch und wunderschön, aber trotzdem auch nackt. Zwischen glücklich und traurig liegt ein Tanz auf dem Draht. Aber Antworten gibt nur ein anderer Spiegel. Ein Original, ein Kunstwerk, selbst, wenn das Leben mich zeichnet, hält doch der Schöpfer den Stift. Das ist das Leben. Wie wertvoll es ist. So viele riesige Fragen.

Ich will leben
Doch ich stell lieber Fragen, als sie in mir zu tragen. Viel mehr Fragen, als sie mir Antworten gaben. Viel mehr Fragen, als sie Antworten haben. Viele Fragen, viele krasse Aussagen. Kontroverse Verse? Würd' ich auch sagen. Doch ich trag sie mit mir wie 'nen Bauchladen.
"Ich will Fragen ab und nicht wieder aufladen. Ich will leben. Ich will aufatmen."
Mir sind jene suspekt, die behaupten, dass sie's drauf haben. Unter denen, die behaupten, Gott zu kennen, gibt's da viele von. Das muss ich auch sagen. Guck' nicht so schockiert! Ich muss das hier laut sagen und schließe mich gleich selbst mit ein in all diese Aussagen. Und so bleibt mir nichts als zu sagen: Ich hab nicht die Antwort auf all diese Fragen. Doch ich kenne den, der die Antwort ist, der die Antwort kennt und sie gibt, der mich führt und mich kennt und mich liebt. Ich kann ihn dir nicht erklären, ihn dir nicht beschreiben. Er ist zu groß und passt nicht in meine Zeilen. Mit dem Verstand ist er nicht zu erfassen. Aber das ist ok so, oder passt der Ozean in eine Tasse?
Poetry: Marko Michalzik

Das bin ich!
Sicherlich gibt es sehr viele Antwortmöglichkeiten auf die Frage wer du bist. Die einen definieren sich über den Job, den sie haben. Andere wiederum über den Liebsten, mit dem man das Leben teilt. Wieder andere vielleicht auch über das sportliche und schöne Aussehen. Doch was tun, wenn man den Job verliert, der Partner weggeht oder ein Unfall dein Gesicht entstellt? Dann hat man keinen Halt mehr im Leben und droht zu zerbrechen. Auch wenn diese vielen Bereiche unseres Lebens gut und wertvoll sind, ist es nicht weise, seine Identität darauf zu bauen.
Dietrich Bonnhoeffer schreibt in seinem bekannten Gedicht "Wer bin ich" diese starke Zeile: "Wer ich auch bin, du kennst mich, dein bin ich, o Gott!" Damit bringt er so brilliant auf den Punkt, dass Gott dein ganzes Sein kennt. Und auch deine Geschichte, deine Charakter, deine Fragen, deine Hoffnung. Gleichzeitig erlebt er, dass Gott selbst die Antwort seiner Suche ist. In Gott erkennt er, wer er selber ist. In Gott kommt seine Suche nach sich selbst zur Ruhe. Ja - Gott sichert ihm seine Identität. Seine Identität gründet auf Gott. Wenn mich jemand fragen würde, wer ich bin, wäre das erste was ich spontan sagen würde: "Ein geliebtes Kind Gottes!" Darauf kann man aufbauen. Diese Identität gibt Halt.

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://lviewer.com/youversion

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