Hast du dich schon entschieden?

Lesedauer: 4min

Jede Sekunde deines Lebens ist eine Chance

Studien von Verhaltensforschern haben ergeben, dass jeder Mensch sich bis zu 20.000 mal am Tag entscheiden muss. Es fängt schon beim aufstehen an: Stehe ich jetzt auf oder erst in 10 Minuten? Was ziehe ich an? Was will ich heute tun? Was erwarten andere von mir? Wie soll ich sein...? Unser Alltag steckt voller Entscheidungen. Entscheidungen die uns lähmen können, oder aber zu einer rießen Chance für unser Leben werden können. Ich will dich heute fragen: "Hast du dich schon entscheiden?" Eine Frage die weitaus mehr ist, als es scheint.

Hey du,
ich sitze im Restaurant, und hab es mir gerade mit ein paar Freunden gemütlich gemacht. An unserem Tisch steht eine junge Frau die wissen möchte, was wir essen möchten. In unseren Händen halten wir die Speisekarten und lachen nebenbei über einen richtig guten Witz, als sie uns anlächelt und fragt: "Haben Sie sich schon entschieden?" Ich lächle spontan zurück und sage: "Ja. Aber ich weiß noch nicht, was ich essen möchte." Meine Freunde und ich waren mittendrin im Gespräch, als die Bedienung auftauchte. Und da ist mir diese - für sie zugegebenermaßen etwas verwirrende - Antwort einfach rausgerutscht. Naja, mein Kumpel hat große Augen und meinte, als die Bedienung wieder weg war: "Was war das denn?"  

Dieses Abendessen liegt schon fast ein Jahr zurück. Aber es erinnert mich immer noch und immer wieder daran, dass ich eine Wahl habe. Dass ich entscheiden kann. Oder entscheiden muss? Das, was für den einen eine lästige Pflicht ist, ist für den anderen ein Glücksgefühl. Was dem einen kalten Schweiß auf die Stirn treibt, zaubert dem anderen ein strahlendes Lächeln ins Gesicht. Was dem einen schier unmöglich erscheint, ist dem anderen Ansporn und Zeichen seiner Selbstgestaltung. Ich selbst gehöre zu den Menschen, denen es eher leichtfällt, sich zu entscheiden. Wenn ich ein T-Shirt brauche, dann kauf ich mir eins. Ohne, dass ich vorher fünfundzwanzig Stück vergleiche. Ich kenne meine Größe, ich weiß, welche Farben ich mag, ich weiß, was ich bereit bin auszugeben. Wo ist das Problem? Nun, ich hab' gelernt, dass nicht jeder das genauso sieht wie ich. Ich kenne Menschen, die wissen ebenfalls, welche Farben sie mögen, und was für eine Größe sie brauchen. Allerdings kaufen die nach dem gründlichen Vergleich von fünfunddreißig T-Shirts gar keins. 

Hat es jetzt einer von uns richtig und der andere falsch gemacht? Nein, wir haben es nur anders gemacht. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich mein T-Shirt kriege. Der andere dagegen steht kopfschüttelnd vor dem Schrank und beklagt: "Ach, ich hab' einfach nichts schönes zum Anziehen." Beide haben ein Ergebnis. Ich bin mit meinem sehr zufrieden, der andere mit seinem keineswegs. Jeder von uns hat die Wahl. Hat sie jetzt, hatte sie in der Vergangenheit und wird sie wohl auch in Zukunft meistens haben.
Wir können uns entscheiden. Jede Sekunde unseres Lebens ist eine Chance es zu verändern.
Wir haben die Wahl. Und das nicht nur im Blick auf die Auswahl unserer Garderobe, sondern auch auf die sehr wesentlichen Bereiche unseres Lebens. Wenn wir aber nicht begreifen, dass wir entscheiden können, dürfen und müssen, dann drohen wir, zu scheitern. 

Können. Das ist für die wichtig, die sich gern einreden oder einreden lassen, dass sie eher zu den Versagern gehören. Zu denen, die es nicht schaffen. Mal wieder nicht. Stimmt aber nicht. Jeder kann, wenn er will. Wenn er sich befreit aus den Lügen, die ihm das Leben erzählt. Wenn er sich von dem fesselnden Griff alter Entscheidungen befreit. Ja, das muss er allerdings selber tun. 
Dürfen. Hier geht's um die, die sich gern unterordnen, mit dem Hang, sich selbst aufzugeben. Menschen, die in der Annahme leben, sie hätten nicht das Recht zu eigenen Entscheidungen und zum Glück. Weil die Eltern zu dominant waren. Weil das Leben nie Alternativen bot. Weil, weil, weil. Irgendeine Erklärung gibt es immer.Aber es geht darum zu begreifen, dass man die Wahl hat, es als Geschenk zu achten und Verantwortung zu übernehmen.
Müssen. Der Punkt macht vielen schlaflose Nächte. Bringt in Bedrängnis, schafft Ultimaten. Können, dürfen, müssen. Am Ende ist in jedem Fall eins ganz glasklar: Man kann sich nicht 'nicht entscheiden'. Wer nicht entscheidet, hat entschieden. 

Ich geb's zu. Ich mag Udo Lindenberg. Also nicht unbedingt seine Musik, aber seine Texte. Der Typ hat irgendwas. Eins seiner Lieder fordert auf: "Nimm dir das Leben" - und meint damit ganz sicher nicht den Suizid. Lindenberg hat die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen eines menschlichen Lebens kennen gelernt, hat ungezählte Fehler gemacht, manche davon bereut, andere nicht. Er hat geliebt, gelacht, gehofft und geweint. Er hat gelebt. Nach seinem eigenen Muster zwar, nach einem Wertekodex, den man mögen oder ablehnen kann. 
Ich mache mal einen Schwenk von ihm auf der einen zu Jesus auf der anderen Seite. Einen Schwenk, den nicht jeder gleich nachvollziehen kann und für den mich manche vermutlich kritisieren werden. Wie kann er nur diese beiden in einem Atemzug erwähnen?! Aber Jesus sagte doch, er sei gekommen, damit die Menschen das Leben haben. Und zwar in vollem Überfluss! (Johannes 10, 10)

Jesus schuf eine Basis, auf der der Mensch stehen, gehen und sogar vor Freude tanzen kann. Er bietet uns das Leben an. Nicht ein knappes, nicht eins, bei dem es hinten und vorne nicht reicht. Nein, das Leben, von dem Jesus sprach und heute noch spricht, ist so unglaublich unbegrenzt, dass es einem den Atem verschlagen könnte. Der Haken ist nur: Jesus ist wie der Anwalt, der dir schreibt, du hättest ein Vermögen geerbt, aber du schmeißt den Brief ins Altpapier. Wieder so ein Betrüger, der in Wirklichkeit dein Geld will... Jesus ist wie ein Freund, der dir helfen will, aber du nimmst die keine Zeit für ihn. Er ist der, der aus Güte und Gnade sagt: "Ich hab' schon gezahlt." Aber du meinst nur: "Danke. Aber das ist nicht nötig. Ich habe selber genug Geld." 
Wenn ich die Aufforderung Udo Lindenbergs richtig interpretiere, dann meint er, der Mensch hätte die volle Freiheit, das Schöne zu genießen und zu leben. Für ihn schließt das jeden denkbaren Bereich in jeder denkbaren Dimension ein. Nicht in jedem davon bin ich seiner Meinung. Aber in jedem Bereich halte ich mich an das, was Jesus sagt. Denn der fordert mich doch auch auf - und dich ebenfalls: Nimm dir doch endlich das Leben! Nimm doch das an, was ich dir geben will! Lass mich doch nicht noch länger hier rumstehen und darauf warten, dass du meine ausgestreckte Hand ergreifst! Ich, Jesus, bin das Leben, das Gute, Ewige, das was dir niemand wieder nehmen kann. Warum wehrst du dich denn so mit Händen und Füßen? 

Es kommt darauf an
Ich habe sicherlich noch viel zu lernen, eins aber habe ich bereits begriffen: für das, was ich tue, trage ich die volle und alleinige Verantwortung. Für das, was ich nicht tue, auch.
Ich kann meine Verantwortung nicht an irgendwelche Umstände abgeben, an Menschen, die mich ablehnen, an die Gesellschaft oder Politik, an dies oder das oder jenes. Ich ganz alleine bin zuständig. Sicher. Es bieten sich Ratgeber an. Angst und übertriebene Vorsicht, beides keine Guten, zum Beispiel. Mut- und Perspektivlosigkeit ebenfalls. Und wieder habe ich die Wahl. Die nämlich, ob ich mich weiterhin demoralisieren und nach unten ziehen lassen will, ob ich weiterhin denen Macht über mein Leben gebe, die es nicht gut mit mir meinen, ob ich weiterhin alleine versuche mein Leben zu kontrollieren und meinen Zielen hinterherzurennen. Oder ob ich in die Arme Jesu renne, der sagt: "Komm her zu mir, wenn du dich unter der Last des Lebens abmühst. Ich werde dir Ruhe und Frieden geben." oder "Ich bin das Licht der Welt." oder "Ich bin der gute Hirte.", "Wirf deine Sorgen auf mich, denn ich sorge mich um dich.", "Ich mache alles neu!" oder, oder, oder. Du hast die Wahl! Jeden Tag neu. Lasst uns uns für das Leben  entscheiden! Nur darauf kommt es an. 

Be blessed
Manuel 
 

Bildquelle: https://lviewer.com/youversion

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