Me, myself and I

Lesedauer: 6min

Der Krieg in meiner kleinen großen Welt

Ich. Ich bin ziemlich wichtig. Ich bin ziemlich relevant. Ich bin unersetzlich. Ich brauche mehr Selfies. Ich brauche mehr Klamotten. Ich brauche mehr Aufmerksamkeit. Ich brauche mehr Liebe. Ich brauche mehr Zeit für mich.  Ich. Ich. Ich. Und wieder Ich.



Hey du,
vielleicht würdest du es nicht zugeben - denn wer tut das schon gerne - aber wenn wir ehrlich sind: wir alle lieben es, uns um uns selbst zu drehen. Auch wenn wir augenscheinlich Menschen sind, die anderen zuhören, sich Zeit für sie nehmen und nicht egoistisch scheinen - ich glaube, tief in unserem Inneren wollen wir alle relevant sein. Wir wollen wichtig sein. Wollen nicht ersetzbar sein. Wir wollen bedeutend sein. Für Jemanden. Für unsere Freunde. Für die Welt. Also wenn es dir nicht manchmal so geht, dann freue ich mich sehr für dich. Aber ja, ich habe solche Momente, wo ich mich dabei erwische, wie ich mich mal wieder nur um mich, meine Gefühle und meine Bedürfnisse drehe. Ich erwische mich dabei, wie ich mir selbst gerne beim reden zuhöre. Und ja, du hast recht, wenn du sagst, dass das ja ganz normal ist. Stimmt. Nur ist normal immer gleich gut?

Ich, der Star
"Me, myself, and I, that’s all I got in the end. That’s what I found out. And it ain’t no need to cry, I took a vow that from now on I’m gon‘ be my own best friend." - Beyonce
Vielleicht kennst du dieses Lied. Irgendwie klingt das traurig. Und doch trifft Beyonce damit den Geist unserer Zeit.
Wir drehen uns um uns selbst. In einem Ausmaß, dass es so wahrscheinlich noch nie gab. 
Selfies, Instagramstories, Videos über unser Essen oder unser Outfit of the day... und in all dem sind wir der Star.  Wir wollen Likes. Wir wollen geliebt und geehrt werden. Wir wollen endlich jemand sein, der relevant und unersetzlich ist.
Als ich heute wieder in Instagram unterwegs war, da wurde es mir förmlich ins Gesicht geschrieen von hunderten von Menschen, die ich noch nie gesehen habe: Liebe mich! Bitte lieb mich.
Weißt du, ich liebe Social Media. Ich liebe teure Autos, ich liebe Videos, ich liebe es, Bilder von den schönen Reisen meiner Freunde zu sehen und diese Fotos zu liken. Ich freue mich sehr, wenn Menschen meine Fotos oder meine Texte schön finden und das auch zeigen können - sei es durch einen Like, ein Kommentar oder ein persönliches Wort im echten Leben. Und ich glaube, Social Media ist ein Segen. Es gibt so viele wundervolle Dinge, die wir damit erreichen und produzieren können. Ich liebe es, dass wir Bilder und Gedanken mit der ganzen Welt teilen können. Aber ich bin so traurig darüber, was diese Welt mit unseren Herzen macht. Ich bin traurig darüber, dass wir uns immer wieder darüber definieren, wie ein Foto bei unseren Followern ankommt.

Sichtbar
Denn ich glaube, hinter diesem Wunsch, Anerkennung und Lob zu bekommen, hinter unserer Ich-zentriertheit, steckt ein tiefer Wunsch: wir wollen gemeint sein. Wir wollen gesehen werden. In unserer ganzen Schönheit - mit allem, was dazu gehört: Herz, Verstand, Seele, Emotionen, Ängste, Zweifel, Visionen, Inspirationen, Träumen und unserer äußeren Schönheit. Wir wollen geliebt werden, bedingungslos. Für das, was wir sind. Und das ist etwas wundervolles. Gott ist genauso ein Gott. Er will gesehen, geehrt, geliebt, gemeint und verehrt werden. Er will, dass wir ihn sehen, so wie er ist. Und Gott sagt, dass wir in seinem Ebenbild erschaffen sind. Wir haben tief in uns also ebenso diesen Wunsch.
Aber das Problem ist, jeden Tag aufs Neue versuchen wir (und ja auch ich erwisch mich oft dabei), diesen Wunsch mit vielen Dinge zu stillen: neue Klamotten, neue Fotos von uns selbst, wir treiben mehr Sport, preisen uns selbst an, machen uns vom Lob anderer abhängig, tun alles für andere um geliebt zu werden, verlassen unsere Wege und gehen die der Anderen, tun noch mehr um dem Standard entsprechen zu können... wir tun so vieles, um sicher zu stellen, dass wir mithalten können, damit wir geliebt werden.

Geliked von Gott
Doch Gott hat sich das so nicht gedacht. Gott hat uns diesen Wunsch, gemeint und gesehen zu werden, gegeben, damit er uns sehen kann, damit er uns lieben kann, damit er uns retten kann, damit wir für ihn unersetzbar sind, damit wir für ihn unerlässlich sind. Er will, dass er unseren Liebestank auffüllen kann.
In der Bibel sagt Gott das unzählige Male. Er macht immer wieder deutlich: Er will uns lieben!
"Ich kenne dich ganz genau, selbst wenn du mich vielleicht noch nicht kennst." (Psalm 139, 1). "Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dir meine Liebe verschwenderisch zu schenken."  (1. Johannes 3, 1). "Ich stille alle deine Bedürfnisse und sorge für dich." (Matthäus 6, 31-33). "Ich liebe dich mit einer Liebe, die nie aufhören wird." (Jeremia 31, 3). "Meine guten Gedanken über dich sind so zahlreich wie der Sand am Meeresstrand." (Jeremia 29, 11). "Du bist für mich ein kostbarer Schatz." (2.Mose 19, 5). "Ich wünsche mir zutiefst, dich fest zu gründen und deinem Leben Halt zu geben." (Jeremia 32, 41).
Jesus liebt uns. Er sieht uns. Er kennt uns. Er will uns Bestimmung geben, damit alles Andere verstummt. Er will uns auffüllen und uns frei machen. Er will unser Herz erobern. Weil nur er uns wirklich kennt. Und immer kennen will. Ich mein, er hat uns geschaffen. Aus einem Grund. Wahnsinn, oder? Der König dieser Welt will dich! Dich ganz persönlich. Er will dich! Er will mich. Kaum zu glauben und doch wahr!

Your the one, who never leaves the one behind
Hillsong bringt es in ihrem neuen Song "So will I" auf den Punkt: "I can see your heart eight billion different ways. Every precious one a child you died to save. If you gave your life to love them so will I. Like You would again a hundred billion times. But what measure could amount to your desire. You’re the one who never leaves the one behind."
Jesus lässt niemanden zurück und er sieht jeden. Er gibt uns das, was wir alle Suchen: Bedeutung. Relevanz. Bedingungslose Liebe. Er will dich freimachen von dem Bedürfnis nach Anerkennung und Liebe von Menschen. Er will dir seine Liebe und Anerkennung schenken. Er will dich lösen von deinen Ängsten, nicht zu genügen und er sagt zu dir: "Weil ich alles für dich getan habe, bist du genug. Er will dir deine innere "So-sieht-mein-Traumleben-aus-Liste" nehmen, um dir ein noch viel besseres Leben zu schenken: Größer als deine Träume und größer als deine Vorstellungen.
Ja, bei Gott kannst du alles loslassen, was dich viel zu oft beschwert und ausbremst: deine Kontrollsucht, deine inneren Zwänge, deine Minderwertigkeitskomplexe, deine Ängste und deinen Perfektionismus.

Kind sein. Auch in den sozialen Medien.
Bei ihm kannst du einfach Kind sein. Sein geliebtes und wertgeschätztes Kind. Unbeschwert. Unversehrt. Gesehen. Wahrgenommen. Geliebt. Bei ihm bekommst du all das, wonach du bei den Menschen suchst. Er kennt deine Bedürfnisse und er kann sie stillen. Bedeutet das, dass sich all deine Probleme von jetzt auch nachher in Luft auflösen und du in einer Märchenwelt aufwächst? Nein. Aber Gott liebt dich, und er will dir zu Seite stehen. Und dich dann, von ihm erfüllt, auf die Reise schicken. Zu Menschen, die immer noch auf der Suche sind, und Gott noch nicht kennen. Zu Menschen, die Gott zwar schon kennen, aber noch nicht aus der lebendigen Quelle schöpfen und deshalb immer noch durstig sind. Gott will dich überreich beschenken. Jesus sagt selbst: "Ich aber bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen - Leben in ganzer Fülle." (Johannes 10,10) Wow! Sollten wir nicht genau das auf allen sozialen Kanälen bringen? Ist das nicht eine Message, die es wert ist, gesnappt und gepostet zu werden? Wir dürfen als Kinder Gottes, frei, geliebt und angenommen von unserem Vater im Himmel Menschen mit der wunderbaren Botschaft von Gott in Berührung bringen und ihnen wie Jesus den Weg zum Leben zeigen! Ich weiß, das ist eine Aufgabe, die nicht immer leicht sein wird. Aber Gott hat uns versprochen, dass er immer bei uns sein wird. Er gibt uns Kraft und Mut Menschen zu verändern und Großes zu reißen!
 
Take steps
Was ist es, was du ändern kannst? Wo drehst du dich nur um dich selbst? Wo kannst du deinem Gegenüber mehr Wertschätzung entgegenbringen?
All das ist manchmal sehr schwer, denn wir alle sind nun mal egoistisch. Auch ich. Aber ich will nicht mein eigener Mittelpunkt sein, sondern ich wünsche mir, dass Jesus der Mittelpunkt ist. Ich will wissen, was er zu sagen hat, über mich und über dich und ich will wissen, wer er ist. Und deshalb weiß ich: das Wichtigste ist es, sich Zeit für ihn zu nehmen. Denn dann, erst dann kommen wir wirklich zur Ruhe und können uns von der Anerkennung anderer immer mehr lösen und können diese genießen, statt sie zu brauchen.
Lasst uns damit aufhören, uns um uns selbst zu drehen und lasst uns anfangen auf Jesus zu sehen.
Be blessed
Manuel


ON4challenge
Hab den Mut, ein Statement zu setzen! Poste heute einen coolen Bibelvers oder ein Zitat aus einem christlichen Song in den sozialen Netzwerken.  Und zeige deinen Freunden, dass Gott sie sieht und aus ganzem Herzen liebt!
P.S. Nutze doch die offiziellen on4u-Hashtags #on4ublog und #changingfaith


Bildquelle: https://lviewer.com/youversion

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