Solche Leute braucht die Gemeinde

Lesedauer: 6min

Gottes genialer Squad

"Die Ortsgemeinde ist die Hoffnung der Welt" (Bill Hybels, Pastor der Willow Creek Community Church in Chicago). Dieses Zitat berührt mich, seit dem Moment , in dem ich es zum ersten Mal gelesen habe. Was wäre, wenn deine Gemeinde das Potenzial hätte, deine ganze Stadt zu verändern? Ja, vielleicht sogar unser ganzes Land? Und was, wenn du ein Teil davon sein könntest, in diesem genialen Sqaud Gottes?

Hey du,
es gibt Leute, die gehören zwar zu Jesus, nicht aber zu einer Kirche oder Gemeinde. Für sie ist ihr Glaube eine Privatangelegenheit. Zwar besuchen sie an Weihnachten mal den Gottesdienst freuen sich über die Ansammlung interessanter Menschen, doch verbindlich dazugehören wollen sie nicht. Das ist wie aktiv in sozialen Netzwerken teilnehmen zu wollen, aber keinen Account zu haben.
Aber ist das wirklich Gottes Plan von Gemeinde? Das ganze Neue Testament beweist, dass Gemeinde von Gott gewollt ist und dass er seine Leute gerne gemeinsam anspricht. Dabei hat eine Gemeindezugehörigkeit zwei Aspek­te. Um das näher zu erklären, lass mich zwei Begriffe gebrauchen, die du aus dem Deutschunterricht kennst. In einem Satz spielen außer dem Verb normalerweise Subjekt und Objekt eine Rolle. Das Objekt ist von einer Handlung betroffen, während von dem Subjekt eine Handlung ausgeht. In der Gemeinde hast du beide Rollen. Als Objekt kannst du von anderen profitieren und als Subjekt etwas beitragen. Und darum soll es heute gehen. Wie du deine Gemeinde bewegen kannst, wie du Menschen weiterbringen kannst, und gemeinsam mit ihnen Schritten gehen kannst. Wie du Gottes Traum von Gemeinde leben kannst.
Eine Gemeinde braucht Christen, die folgende Eigenschaften aufweisen:

Demut
Von allen Charaktereigenschaften eines Christen ist Demut eine der Wichtigsten. Um Demut zu lernen, muss man sich demütig verhalten. Niemand ist von Natur aus demütig, aber jeder kann Demut lernen, denn sie ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung. Jeder, der demütig werden will, kann sich vornehmen, entsprechend zu handeln. Dafür habe ich dir drei Tipps am Start:
#1 Man kann sich erfahrene Christen suchen, die demütig leben, und Zeit mit ihnen verbringen, um von ihnen zu lernen.
#2 Man kann sich freiwillig melden, wenn Leute für einfache Arbeiten gesucht werden. Auch, wenn es Dienste sind, wo es kaum einer bemerkt und man im Hintergrund bleibt. Denn Gott sieht es und er hat uns versprochen, das wir  alles, was für unsere Nächsten tun, für ihn tun. Erledigen wir diese Aufgaben gerne und mit Freude, in dem Bewusstsein, dass nur Jesus uns sieht, dann ist das gelebte Demut.
#3 Wir müssen uns mit dem Leben von Jesus beschäftigen und ihn als Vorbild nehmen. Immerhin hat er gesagt: "Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, wer sich aber selbst erniedrigt, und anderen dient, wird erhöht werden" (Matthäus 23, 12). Niemand hat sich so sehr gedemütigt wie Jesus, und niemand wurde so hoch erhöht.

Die Gemeinde hat Priorität
In jeder Gemeinde gibt es Leute, die von Sonntag zu Sonntag neu überlegen, ob sie zum Gottesdienst gehen oder nicht. Wenn es ihnen passt, dann kommen sie, aber schon wegen den kleinsten Gründen bleiben sie fern.Vielleicht geht es dir ja auch so und auch ich hatte schon so viele Sonntage, an denen ich einfach nicht aus dem Bett gekommen bin. Doch eine Gemeinde ist auf Leute angewiesen, für die es selbstverständlich ist, zu den Veranstaltungen zu kommen und sich von den Predigten, den Gebeten und den anderen Christen inspirieren, ermutigen und bereichern lassen.
Es ist gut, sich selbst immer wieder zu fragen, ob die Gemeinde im eigenen Leben den richtigen Stellenwert hat. Dazu zwei Argumente:
Jeder Christ braucht eine Gemeinde und Gott hat jeden von uns aus gutem Grund in einer bestimmten Gemeinde positioniert. Wir können als Christen nicht isoliert leben. Ein einzelner Christ ist nicht stark genug, nicht weise genug, nicht reif genug und auch Gott nicht ähnlich genug. In der Gemeinde erleben wir Gnade in alltäglichen Zusammenhängen, eine Erfahrung, die wir brauchen, um langfristig Jesus nachfolgen zu können. Ohne die Unterstützung durch die anderen Christen in der Gemeinde würden wir irgendwann geistlich untergehen.
Die Gemeinde braucht die Gläubigen. Gott will, dass wir uns zu Gemeinden zusammenschließen, damit wir uns gegenseitig Gutes tun können. Dazu lesen wir in 1.Petrus 4,10: "Jeder soll den anderen mit der Gabe dienen, die er von Gott bekommen hat. Wenn ihr das tut, erweist ihr euch als gute Verwalter der Gnade, die Gott uns in so vielfältiger Weise schenkt". Gott hat uns Gaben gegeben, damit wir sie in der Gemeinde einsetzen und anderen damit dienen. So haben auch die anderen Christen etwas davon, wenn wir regelmäßig in der Gemeinde sind.

Einen Tag für Gott reservieren
Es ist eine gute Gewohnheit, einen Tag in der Woche für Gott freizuhalten. Wir wissen zwar, dass das Gesetz aus dem Alten Testament durch Jesus vollständig erfüllt ist. Doch auch wenn wir den Sabbat nicht mehr halten müssen, ist es trotzdem ein gutes, göttliches Prinzip, sich einen Tag pro Woche freizuhalten.
Wenn wir uns entscheiden, den ganzen Sonntag für Gott und die Gemeinde zu nutzen, dann ändert sich vieles in unserem Alltag. Berufliche oder sportliche Veranstaltungen, die sonntags stattfinden, sind für uns dann keine Option. Auch wenn wir in der kommenden Woche Prüfungen oder sehr viel Arbeit haben, sind wir am Sonntag in der Gemeinde. Wir gehen sonntags nicht früher nach Hause, weil ein wichtiges Fußballspiel im Fernsehen übertragen wird. Stattdessen lassen wir alle alltäglichen Sorgen und Vergnügungen beiseite und verbringen mal einen Tag mit unseren Freunden und mit anderen Christen zusammenzusein um Gott und den Menschen zu dienen.

Auch im Alltag wie ein Christ leben
Es ist nicht so schwer, sich in der Gemeinde wie ein Christ zu benehmen. Zu Hause ist das schon etwas anderes - ganz zu schweigen von der Arbeit oder der Schule. Plötzlich sind wir umgeben von Menschen, die nicht unbedingt nach christlichen Maßstäben leben. Zusätzlich sind wir unseren eigenen Wünschen, Sorgen und Zweifeln ausgesetzt. Doch eine Gemeinde braucht Christen, die gerade in der Gesellschaft Jesus repräsentieren.
Unsere regelmäßige Zeit mit Gott im Alltag ist nicht nur für uns selbst wichtig, sondern auch für die ganze Gemeinde.
Jeder von uns wird an anderen Stellen herausgefordert. Aber wenn wir jeden Tag beten und in der Bibel lesen, dann können wir an jedem Wochentag als Christ leben. Egal, wie viel wir zu tun haben und wie verrückt unser Leben gerade ist, diese Zeit mit Gott sollten wir nie vernachlässigen. Auch wenn wir gerade echt Mist gebaut haben und eigentlich überhaupt keine Lust auf Gottes Nähe haben, sollten wir uns jeden Tag diese Zeit nehmen und nicht nur für uns, sondern auch für unsere Gemeinde beten.

Menschen begegnen, die anders sind
Eine Gemeinde ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, die sich nicht gesucht haben, sondern die der Glaube verbindet. Nicht wir entscheiden, wer dazukommt, sondern Gott stellt die Gruppe zusammen. Es liegt nun an uns, diese Menschen zu lieben und unser Leben mit ihnen zu teilen, auch wenn sie ganz anders sind als wir selbst. "Denkt zum Vergleich an den menschlichen Körper! Er stellt eine Einheit dar, die aus vielen Teilen besteht; oder andersherum betrachtet: Er setzt sich aus vielen Teilen zusammen, die alle miteinander ein zusammenhängendes Ganzes bilden. Genauso ist es bei Christus" (1.Korinther 12,12). Wenn sich in einer Gemeinde immer nur bestimmte Altersgruppen zusammenfinden würden oder wenn Menschen aus verschiedenen Nationen nie miteinander zu tun hätten, dann könnte man denken, das Evangelium wäre nicht stark genug, um unterschiedliche Menschen miteinander zu verbinden. Doch das stimmt nicht, durch Jesus können wir lernen, auch Menschen zu lieben, mit denen wir sonst nie in Berührung gekommen wären.
Es ist gut, wenn wir uns dazu entscheiden, in unserer Gemeinde verschiedene Leute kennenzulernen. Denn das ist eine riesen Chance. Wir können auch mit Menschen, die ganz anders ticken als wir, enge Beziehungen knüpfen.

Ein wertvolles Gemeindeglied sein
Es ist gut, wenn wir den anderen in der Gemeinde so dienen, dass wir eine wichtige Hilfe und Unterstützung für sie sind. Dazu passt die Geschichte von Tabita, der Frau, die Petrus von den Toten auferweckte. Von ihr lesen wir: "Tabita tat viel Gutes und half den Bedürftigen, wo sie nur konnte... In Joppe angekommen, wurde er in das Zimmer im Obergeschoss geführt, in dem Tabita aufgebahrt war. Viele Witwen waren dort versammelt und beweinten die Tote. Sie alle drängten sich jetzt um Petrus und zeigten ihm unter Tränen ihre Kleider und Mäntel. 'Das alles hat Tabita gemacht, als sie noch unter uns war!', sagten sie." (Apostelgeschichte 9,36). Tabita war ein äußerst wertvolles Gemeindeglied. Sie liebte die Menschen in ihrer Gemeinde sehr und tat ihnen so viel Gutes, dass alle um sie trauerten, als sie starb.
Denk mal an ein Denkmal. Und jetzt denk mal an dein Denkmal.  Wie würde dein Denkmal aussehen, wenn dein Leben heute vorbei wäre? Tabitas ist gestorben und sie hat ein wunderbar schönes Denkmal hinterlassen. Es ist aus Stoff, nicht aus Marmor. Und es beweist, dass Tabita für Gott und die Menschen gelebt hat. Sie hat ihr Leben dafür genutzt, Menschen zu helfen, die sich keine Kleider leisten konnten, und so Gott geehrt. Tabitas Lebenswerk war nicht auf ihre eigene Ehre ausgerichtet, sondern allein auf die Ehre Gottes.
Wäre das bei mir auch so? Das müssen wir uns fragen und einen Platz in der Gemeinde finden, an dem wir anderen wirksam dienen können, ausdauernd und ohne auf Lob und Anerkennung zu warten. Die einzig richtige Motivation dabei ist, dass wir den anderen gerne Gutes tun und Gott Freude machen wollen.

Jesus sagte, dass er auf der Erde eine Gemeinde bauen wird, die stark genug ist den Kampf gegen das Böse und die Ungerechtigkeit in der Welt aufzunehmen. Wenn das stimmt, dann müssen wir lernen, was es heißt, der Körper von Jesus zu sein. Dann müssen wir lernen, eine Einheit zu werden. Eine Gemeinschaft von Menschen, die Jesus nachfolgen und mit ihm die Welt verändern wollen. Ich glaube, Gottes Idee von Gemeinde hat das Potential, die Welt zu verändern. Lasst sie uns leben!

Be blesssed
Manuel


Bildquelle: https://lviewer.com/youversion

Kommentare

  1. Danke für diesen ermutigenden und inspirierenden Blogbeitrag! Der Gedanke "Gott stellt die Truppe zusammen" hat mich sehr angesprochen und mich erinnert, dass Gott ganz bewusst führt, welche Menschen zu einer Gemeinde gehören. Ich wünsche mir wirklich auch, dass sich die Gemeinden neu bewusst werden, was für einen Auftrag sie haben und was sie verändern können!

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für dein Kommentar!

Das könnte dich auch interessieren

Hoffnungsträger

Der Moment, wenn nichts mehr geht (TDW 41/2018)

Zur Freiheit berufen (TDW 39/2018)