Three in one (TDW 10/2018)

Lesedauer: 5min

Die Dreieinigkeit verstehen


Dreieinigkeit ist eine Herausforderung, auf die ich noch lange nicht alle Antworten habe. Aber ich will dich heute ermutigen: Lasst und ranwagen, an die Gleichung 3 = 1.
Lies bitte zuerst: Johannes 10, 22-38

Hey du,
"Ich und der Vater sind eins"... Ganz schön krasse Message oder? Und irgendwie auch verwirrend, die Sache mit der Dreieinigkeit. Wie sollen drei Personen unterschiedlich und doch ein Gott sein?
Dreieinigkeit ist ein Begriff, der so in der Bibel gar nicht vorkommt, aber er versucht etwas auszudrücken, das Gott uns in der Bibel klar macht. Der Begriff der Trinität oder eben der Dreieinigkeit ist nämlich in der Alten Kirche ca. 100 bis 450 n. Chr. entstanden,
damals suchten die Menschen nach einem erklärenden Begriff dafür, dass in der Bibel deutlich wird, dass es einen einzigen Gott gibt, der keine Götter neben sich duldet, gleichzeitig aber auch in einigen Versen steht, dass Gott sich in Jesus offenbart, eins mit dem Vater ist, oder dass der Heilige Geist Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn hat. Besonders deutlich wird das in Matthäus 28,19: "Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Man fragte sich zu Recht: Wie lassen sich diese Verse mit dem ersten Gebot, "Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst außer mir keine anderen Götter haben." (2. Mose 20,2-3) vereinbaren? Einige Theologen sind der Meinung, das hängt mit der Sünde und Jesu Tod am Kreuz zusammen.

Wofür braucht es die Dreieinigkeit? 
Als Gott die Menschen schuf, hatten Adam und Eva die volle Dröhnung der Liebe Gottes exklusiv für sich, seine perfekte Gemeinschaft. Das ist das Allerbeste, was uns Menschen jemals passieren kann: bei Gott sein. Doch diese perfekte Beziehung haben die Menschen gestört. Wir wollten selsbt Gott spielen, und haben das einzige Verbot, das Gott uns gegeben hat natürlich erstmal gebrochen. Seitdem trennte die Sünde die Menschen von Gott. Wir sind nicht perfekt, wir machen Fehler und zerstören Beziehungen. Einige Theologen setzen jetzt genau da an. Ihrer Meinung nach musste Gott nun selbst Mensch werden und das größte Opfer bringen: Für uns sterben. Nur wenn Gott selbst stirbt, ist das Opfer groß genug, um alle Schuld zu vergeben. Es ist für unsere Rettung nötig, dass Jesus nicht "nur" Sohn Gottes, sondern ganz Gott selbst ist in Gestalt des Sohnes. Auch der Heilige Geist muss Gott sein, damit Gott auch jetzt und heute noch bei uns ist. Es geht auch nicht, wenn wir sagen, dass Jesus und der Heilige Geist zwei Einzelne gewesen sind, denn dann gäbe es ja neben Gott noch andere Götter. Wir bekennen aber, dass es keine Götter neben Gott gibt. Alle drei - Vater, Sohn und Heiliger Geist sind durch die Dreieinigkeit ein Gott, das ist die Grundlage unseres Glaubens.

Kann man sich Gott als drei vorstellen?
Andere Theologen suchen nach Erklärungen, ohne Jesu Tod mit einzubeziehen. Für sie ist die Dreieinigkeit ein menschlicher Versuch - vor allem ein sprachlicher Versuch -, sich das vorzustellen, was eigentlich gar nicht vorstellbar ist: Wie kann Gott gleichzeitig einer und doch drei sein? Ehrlich gesagt: Das geht nicht. Auch wenn es einige Metaphern gibt, die das versuchen, wie zum Beispiel, Gott ist wie Wasser - bestehend aus drei Formen, Flüssigkeit, Eis und Dampf. Auch wenn das schon ziemlich schlau ist, trifft es die Trinität nicht. Warum? Weil das Wasser nur die Form ändert, aber immer dasselbe Element bleibt. Dreieinigkeit dagegen wäre: drei Elemente, die zeitgleich ein Element sind. Dreieinigkeit besteht aus drei total unterschiedlichen Personen, die doch ein und dieselbe Person sind. Jeder von ihnen ist zu 100 % und zu jeder Zeit unterschiedlich und auch gleich. Das ist logisch nicht denkbar. Daher gibt es keine Metapher, die uns wirklich hilft, die Dreieinigkeit zu verstehen.

Unterscheiden sich Vater, Sohn und Heiliger Geist?
Ja. Jeder Teil von Gott steht für etwas: Der Vater hat die Welt geschaffen. Er ist der Anfang, der Ursprung, Dreh- und Angelpunkt. Jesus ist von Gott, also vom Vater, zum Sohn ernannt worden. Durch Jesus wurde Gott Mensch. Wurde anfassbar und nahbar. Jesus ist Gott gegenüber gleichwertig, er ist nicht weniger Gott als der Vater selbst. Trotzdem ordnet er sich im Gehorsam Gott unter. Logisch? Für unseren menschlichen Verstand ehrlich gesagt: Nee. Ist aber so. Den Heiligen Geist kann man sich als Band der Liebe zwischen Vater und Sohn vorstellen. Außerdem hilft uns der Heilige Geist, Gott zu erfahren. Er ist quasi das Gefühl, das Gott für uns erfahrbar macht. Er wurde uns Menschen geschenkt, als Jesus nach dem Tod und der Auferstehung wieder zu Gott ging. Wenn wir im Gottesdienst zum Beispiel das Gefühl haben, dass Gott gerade ganz nah ist, dann ist das der Heilige Geist. Er ist es auch, der in uns wirkt, wenn wir Gottes Werke tun. Er ist Gottes Power, Gottes Wesen, das in uns lebt und mit uns in unserem Alltag durchstarten will!

Zu wem beten wir?
Aber an wen der drei können wir uns jetzt wenden, wenn wir beten? Wen preisen und loben wir? Das ist nicht leicht zu beantworten. Wenn man es theologisch sieht, ist es richtig zu sagen, dass wir durch den Heiligen Geist in uns und gerechtfertigt durch den Sohn hin zum Vater beten. Das klingt ganz schön kompliziert. Aber wenn alle drei Gott sind, ist der Adressat am Ende ja Gott - und das ist gar nicht mehr so kompliziert. Manchen hilft es, zum Heiligen Geist zu beten, wenn es um Gefühle oder Wunder geht. Zu Jesus beten sie, wenn es um Menschliches geht und der Vater ist als liebevoller, fürsorglicher, herrschender, mächtiger Gott Ansprechpartner, wenn besonders die Allmacht Gottes, seine Liebe und Gnade im Gebet zum Ausdruck kommen sollen. Da kann aber jeder für sich einen individuellen Weg finden. Am Ende geht es ja darum, Gott in seinem Wesen zu preisen und in Beziehung mit ihm zu leben.

Am Ende zählt die Liebe 
Die Dreieinigkeit ist keine leichte Kiste. Darüber haben sich schon viele Theologen und Bibelleser den Kopf zerbrochen. Wir können nur lernen, den Widerspruch von drei und doch einem durch unseren Glauben auszuhalten. Klar, wir werden Gott hier auf der Erde nie vollständig begreifen können. Er ist zu groß . Er passt nicht in diese Zeilen. Wir können sein Wesen mit unserem Verstand nicht vollständig erfassen. Aber das ist ok so, oder passt der Ozean in eine Tasse?
Durch die Bibel sehen wir in Jesus direkt Gott. Und dieser Gott wohnt mit seiner Liebe durch den Geist in uns. Das heißt, wir sind bei Gott und in seiner Liebe - und das ist schließlich das, worauf es für uns im Glauben ankommt.

Be blessed
Manuel





Bildquelle: https://lviewer.com/youversion

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