Entscheide dich ehrlich!

Lesedauer: 7min

Wenn man nicht weiß, was richtig ist

Unser ganzes Leben besteht aus lauter kleinen und großen Entscheidungen. Manche sind so klein, dass sie nicht so schwer fallen. Andere Entscheidungen sind für mich so groß, dass ich mich mit ihnen fast überfordert fühle. Ich weiß ja nicht, was morgen kommt und ich hab auch nicht den richtigen Überblick. Wie kann ich da die richtige Entscheidung treffen? 

Hey du,
Wie geht es dir? Pulsiert dein Leben gerade und du startest voll durch? Wie schön. Es ist so wunderbar, wenn das Leben uns ruft und wir Ja dazu sagen. Oder hast du gerade eher ein mulmiges Gefühl, weil du nicht weißt, wie es weitergehen soll und daher gerade genervt und müde davon bist?
Leben ist spannend. Nicht immer ist alles locker flockig, es gibt auch Zeiten in denen vieles unklar und herausfordernd ist. Immer wieder müssen wir große und kleine Entscheidungen treffen, um weiterzukommen und Leben zu gestalten. Und auch ich stand schon oft vor großen Entscheidungen in meinem Leben. Entscheidungen, die Einfluss hatten auf die Person, die ich heute bin.
Und nicht selten stand ich dabei auch schon vor einer Entscheidung und hab einfach nicht mehr weitergesehen. Wie soll man sich da bitte entscheiden?
 
Hilferuf zum Himmel
In dem ganzen Chaos in meinem Kopf hilft es mir sehr, auf Gott zu schauen. Er kennt die Zukunft und alle wichtigen Faktoren für diese Entscheidung. Und das Wichtigste: Er denkt so gut über mich und will nur das Beste - mein Glück liegt ihm am Herzen. Ich sag ihm dann einfach so etwas in der Art: "Papa, es gibt wieder ein riesiges Durcheinander in meinem Kopf. Kannst du da Ordnung reinbringen? Kannst du mir zeigen, wie es weitergehen soll? Kannst du die Unsicherheit in meinem Herzen in Frieden verwandeln? Ich möchte dir ganz vertrauen." Er antwortet mir dann oft so, dass er mich an ein paar richtig gute Bibelverse erinnert. Zum Beispiel mit dem:
"Ich will dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Ich will dich beraten und beschützen." - Psalm 32, 8
Gott sieht mich und er will, dass es mir gut geht und dass ich gute Entscheidungen treffe. Und dabei will er mich beraten. Er lässt mich nicht einfach den falschen Weg gehen.
Obwohl ich noch keine Entscheidung getroffen habe und noch nicht weiß, was das richtige ist, spür ich schon viel mehr Ruhe. Gott verspricht mir: Er macht es gut. Vorraussetzung ist aber, dass ich darauf vertraue, dass Gott es nur gut meint mit mir und dass ich deswegen nicht meinen eigenen Willen durchsetzen will, sondern bereit bin, alles zu tun, was er für richtig hält (lies dazu mal Römer 12, 1-2). 
Kopf an, Liste her 
Wenn sich dann die größte Aufregung ein bisschen gelegt hat, bin ich bereit, meinen Kopf einzuschalten. Ich setz mich hin und schreib eine Liste. Was spricht für und was spricht gegen diese Entscheidung. Dann hab ich mal alle Argumente gesammelt. Vielleicht seh ich schon auf den ersten Blick, welche Seite viel länger ist. Aber nicht unbedingt die Länge der Liste entscheidet. Ein Argument auf der einen Seite, kann wichtiger sein als vier auf der anderen Seite zusammen. Man kann dann Punkte für einzelne Argumente verteilen und sieht dann, welche Seite mehr Gewicht hat. 
Jetzt kann ich schon ein bisschen besser entscheiden, was richtig ist. 
Beten 
Dann gehe ich jeden Punkt nochmal durch und frag Jesus, was er davon hält (Lies mal Psalm 24,4; 143,10). Wie würde er wohl die Punkte auf der Liste verteilen? Manchmal weiß ich jetzt schon, was die richtige Entscheidung ist. Manchmal ist das aber für mich nicht so ganz klar, wie Jesus das jetzt findet. Oder sind beide Entscheidungen okay für ihn? Deswegen hilft mir noch etwas anderes. 
Rat holen 
Alleine komme ich nicht weiter. Also suche ich mir jemand, der mir in dieser Entscheidung gut weiterhelfen kann (lies mal Sprüche 15, 22). Manchmal ist das ein guter Freund, auf den ich mich verlassen kann. Oder es ist ein älterer Christ mit viel Lebenserfahrung und manchmal war es sogar schon mein Vater, den ich um Rat gefragt habe. Immer wieder kommt es vor, das mir da echt ein Licht aufgeht und ich plötzlich die Situation ganz anders einschätzen kann. Mit einem Mal ist es ganz klar, welche Entscheidung ich treffen soll. 
  
Was, wenn man sich falsch entscheidet?
Aber was, wenn die Entscheidung die ich treffe, dann doch nicht die richtige ist. Wenn ich merke, dass es falsch war, aber es schon zu spät ist? Was wenn ich dadurch Gottes Plan für mein Leben verpasse?
Mit Sicherheit hast du schon Entscheidungen in deinem Leben getroffen, die du heute bereust.
Entscheidungen, die du heute nicht mehr so treffen würdest. Entscheidungen, bei denen du dir wünschst, sie hätten eine andere Auswirkung auf dein Leben gehabt. Immer wieder denkst du dir: Was wäre wenn?
Aber ich will dir heute sagen: Hör auf damit, dir immer wieder die Frage zu stellen, was wäre wenn. Fang an deine Fehlentscheidungen zu akzeptieren und mach weiter. Das ist eine der größten Lektionen, die ich zum Thema Entscheidungen durch Gott gelernt hab:
Es ist okay, Fehlentscheidungen zu treffen.
Oft beschäftigen wir uns nur mit dieser Was-wäre-wenn-Frage, anstatt uns mit der aktuellen Situation auseinander zu setzen. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn du die richtigen Entscheidungen getroffen hättest, aber du kannst es nicht mehr rückgängig machen.
Viel mehr kannst du aber in deiner jetzigen Situation lernen, dass Beste daraus zu machen.
Ich finde eine der heftigsten Eigenschaften an Gott ist, dass er sich selbst im größten Chaos verherrlichen kann. Auch wenn gerade alles drunter und drüber geht - du kannst gewiss sein, dass Gott alles unter Kontrolle hat. Fang an, Gott in deinen Entscheidungen zu vertrauen. Jesus liebt dich, trotz deines Fehlers. Er will mit dir arbeiten, obwohl du dich auch schon mal falsch entschieden hast oder dich sogar schon mal gegen Jesus entschieden hast.
Aber die Frage ist: Bist du bereit deine Fehlentscheidungen zu akzeptieren und weiter zu machen?
Oder willst du dein Leben von deinen falschen Entscheidungen bestimmen lassen?

Du wirst es wieder tun
Ja, es ist hart, aber es ist die Wahrheit. Du wirst wieder Fehlentscheidungen treffen. Auch wenn du dein Bestes gibst, du wirst weiter Fehler machen. Einfach weil wir Menschen nicht perfekt sind. Ich will dich nicht dazu ermutigen einfach drauf los zu leben, aber hör auf, dich selbst zu verurteilen. Jesus hat dich angenommen und das, obwohl er von Anfang an wusste, wie viele unzählige Fehlentscheidungen du treffen würdest. Er hat gesagt: "Ich will diesen Menschen genau so!"
Vergiss nicht, dass alle deine Entscheidungen dich zu dem Menschen gemacht haben, der du heute bist. Die ganzen positiven Erfahrungen, aber auch all das Negative hat dich zu der Person gemacht, die du heute bist. Ich kann dir nicht sagen, was für eine Person du bist, weil ich dich so gut nicht kenne. Aber ich kann dir heute sagen, dass du eine Person bist, die von Jesus unendlich geliebt ist. Jesus hat dir vergeben und er wird es wieder tun, aber hast du dir schon vergeben?

Du entscheidest!
Du und ich sind perfekt erschaffen, aber trotzdem sind wir Menschen, die von Natur aus sündigen. Dadurch, dass Gott und mit einem freien Willen geschaffen hat, entscheiden wir, wie wir unser Leben leben. Und dann kommt es vor dass wir auch falsche Entscheidungen treffen. Egal wie sehr du dich bemühst, es wird der Moment kommen und du wirst scheitern.
Je früher wir Jesus unser Leben leiten lassen und es aus seiner Hand annehmen, desto schneller lernen wir, auch die Fails in unserem Leben zu akzeptieren.
Sie gehören nun mal dazu, aber Jesus liebt dich trotzdem. Egal wie oft du Fehler machst. Er liebt dich und er wird dir helfen, das Beste aus der Situation zu machen.
Was nicht heißen soll, dass es immer einfach sein wird, aber er wird dich unterstützen und dir dabei helfen den Müll zu beseitigen, den du veranstaltest hast.
Trotz Fehlentscheidungen bietet Jesus dir ein erfülltes Leben. Ein Leben, wo du jeden Tag aufs Neue Entscheidungen treffen kannst. Mal werden sie gut sein und ein anderes Mal wirst du wieder scheitern. Aber jedes Mal ist Jesus da und hat trotzdem alles unter Kontrolle.
Er liebt dich. Und er will dich trotz deiner Fehler gebrauchen.
Bist du bereit die Vergangenheit hinter dir zu lassen und dich voll und ganz auf Jesus zu fokussieren?
Gottes Rückhalt glauben 
Ich glaube, manchmal machen wir uns zu viel Stress bei irgendwelchen Entscheidungen. Manchmal ist es einfach gut, mutig loszugehen und nicht ständig unsicher zu überlegen, was richtig ist. Vielleicht haben wir zu viel Angst vor falschen Entscheidungen. Wir können uns entspannen, denn Gott geht sowieso immer mit (Josua 1,9). Er gibt uns oft die freie Wahl zu entscheiden, wie wir es jetzt für richtig halten (z.B. 2. Samuel 24, 11-15). Selbst bei falschen Entscheidungen wird er sich nicht enttäuscht zurückziehen, die Arme verschränken und sagen: "Hab ich doch gleich gewusst! Hättest du mal besser auf mich gehört." Nein, Gott ist treu und er bleibt voller Liebe immer an deiner Seite - wohin wir auch gehen und wie wir uns auch entscheiden. Er hat sich ja längst festgelegt, auf welcher Seite er steht. Er ist immer für dich (Römer 8.31-39).
Die wichtigste Entscheidung ist ja schon längst gefallen: Gott bleibt an meiner Seite und ist immer für mich.
Das macht mich in allen schwierigen Entscheidungen gelassen. Deswegen kann ich mutig losgehen oder geduldig warten.
Was treibt dich an?
Ich will dich heute zum Abschluss vor eine Frage stellen: Was treibt dich an? Tiefe Frage. Wir alle sind meistens in unseren Entscheidungen von etwas getrieben. Vielleicht ist es die Angst, etwas Falsches zu tun und dann macht man lieber gar nichts. Oder es ist die Angst, aufzufallen und so verkaufst du dich unter deinem Wert. Du bist vielleicht auch getrieben von der Lüge, die dir sagt, wenn du das oder jenes erreicht hast, bist du glücklich und so machst du Dinge, die du eigentlich gar nicht tun möchtest. Oder vielleicht ist es auch einfach der Drang nach Perfektion, der dich davon abhält, überhaupt Entscheidungen zu fällen.
 "Im Wasser spiegelt sich dein Gesicht, und im Spiegel deiner Gedanken erkennst du dich selbst." (Sprüche 27, 19) 
Egal, was tief in unseren Herzen verborgen ist, ob Sehnsüchte oder Ängste: Wenn wir sie nicht erkennen und gegen sie ankämpfen, steuern sie unsere Entscheidungen, und wir leben ein Leben, wozu wir eigentlich gar nicht geschaffen sind. Ein Leben ohne Segen und Wunder Gottes. Und wer will das schon?

Geh deinen Weg. Gott ist mit dir.
Ich bin überzeugt, wenn wir beginnen, ehrlich zu uns selbst zu sein, finden wir am besten heraus, was tief in unserem Herzen abgeht. Darum stell dir doch mal ganz ehrlich folgende Fragen: Was könnte der Grund sein, warum ich mich nie entscheiden kann? Ist es die Angst zu versagen? Oder die Angst, etwas zu verpassen? Es könnte ja noch eine bessere Gelegenheit kommen...
Wenn wir es schaffen, uns diesen Fragen zu stellen und Antworten darauf zu finden, beginnen wir, ehrlich zu uns selbst zu sein. Und in dieser oftmals erschreckenden Ehrlichkeit finden wir die feine Stimme Gottes, der uns annimmt, so wie wir sind, um uns zu helfen, richtige Entscheidungen zu fällen. Ich will dich heute ermutigen: Stell dich den Fragen deines Lebens, finde Gott und seine Weisheit und finde den richtigen Weg für dein Leben, immer und immer wieder von Neuem.
"Dann werde ich den Vater bitten, dass er euch an meiner Stelle einen anderen Helfer gibt, der für immer bei euch bleibt. Dies ist der Geist der Wahrheit. Die Welt kann ihn nicht aufnehmen, denn sie ist blind für ihn und erkannte ihn nicht. Aber ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch leben." (Johannes 14, 16-17)

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://twitter.com/YouVersion

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