Was Gott feiert (TDW 15/2018)

Lesedauer: 6min

Auf Mission, das Verlorene zu retten

Lies bitte zuerst: Lukas 15

Hey du,
wem hast du es zu verdanken, dass du Jesus kennen gelernt hast? Was hat diese Person dafür aufgegeben? Ich weiß genau, wem ich das zu verdanken habe: Meinen Eltern, die mir christliche Werte vorgelebt haben. Den Mitarbeitern im Kindergottesdienst, die mich auch mal rausgeschmissen haben. Den Mitarbeitern bei Zeltlagern, die meine Streiche ertragen und mich geprägt haben. Wir haben alle solche Leute. Und alle haben etwas für uns aufgegeben.
Damit sind wir schon mittendrin im Herzen Gottes, das bereit ist aufzugeben, um zu gewinnen. Kaum ein anderer Text zeigt so bewegend Gottes Herz für das Verlorene, wie Kapitel 15 im Lukasevangelium. Jesus erzählt drei Gleichnisse. Er erzählt sie den Oberfrommen und den Unfrommen gleichzeitig. Denn alle Menschen sollen diese Botschaft hören.

Lost and found
Im ersten Gleichnis beschreibt Jesus den Hirten, der die 99 Schafe in der Wüste stehen lässt um das eine verlorene Schaf zu finden und die Freude, die der Hirte empfindet, nachdem er sein Schaf wiedergefunden hat. Wenn was Wertvolles verloren geht, ist es egal, ob man noch etwas anderes Wertvolles hat. Und ich wette du kennst das unbeschreibliche Gefühl, wenn man das Verlorene wiederfindet und einfach nur erleichtert ist.
Im zweiten Gleichnis beschreibt Jesus eine junge Frau, die ihr ganzes Haus auf den Kopf stellt, um die eine verlorene Münze wieder zu finden. Sie betreibt einen riesen Aufwand. Jesus beschreibt dadurch Gott, der den einzelnen, verlorenen Menschen unendlich wertvoll findet und alles gibt um ihn zu finden, und Kern seiner Welt zu werden.
Im dritten Gleichnis beschreibt Jesus, wie der Vater gegen alle Konventionen verstößt und voller Liebe, Mitgefühl und Annahme auf seinen verlorenen Sohn zu rennt. Obwohl es sich für einen erwachsenen Mann damals erniedrigend war zu rennend. Kaum eine andere Szene verdeutlicht so klar Gottes Sehnen danach, das Verlorene wiederzufinden und das Getrennte zu verbinden.
Jedes Gleichnis zeigt die Kosten des Suchens: Vermögen, Mühe, Würde. Und doch enden alle drei Gleichnisse mit einem Fest! Mit einer fetten Freuden-Party. Gott feiert es, wenn Verlorene wiedergefunden werden und Getrennte wieder verbunden werden. Wenn wir Gott lieben, lieben wir was er liebt und nehmen das, was der Himmel feiert ernst, und setzen alles daran, den gleichen Grund zum Feiern zu haben.

Aber oft habe ich auch das Gefühl wir hätten das Bewusstsein dafür verloren haben, dass wir ohne Gott verloren sind. Wir haben die Verlorenheit verloren.
Ich wette du kennst das Gefühl, wenn du etwas verloren hast. Deinen Schlüssel, dein Handy, Geld, Freunde, Selbstvertrauen, Mut, eine Wette, ein Spiel und vielleicht sogar deine Identitat?... Was aber ist "die Verlorenheit"? Verlorenheit - das ist die Ewigkeit ohne Gott zu verbringen. Die ewige Verdammnis. Ja, das klingt etwas aus der Mode. Wer glaubt heute noch an so etwas wie die Hölle?! Kommt der jetzt auch gleich noch mit Ablassbriefen oder was, denkst du dir vielleicht. Nein, das nicht, soviel kann ich dir versprechen, aber dennoch glaube ich, dass wir uns für Jesus entscheiden können und müssen. Wir müssen ihn bewusst in unser Leben und in unser lassen, nur dann können wir sicher sein, dass wir irgendwanneinmal von Angesicht zu Angesicht mit ihm zusammen sein werden. Dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist. Perspektive Ewigkeit. Aber dazu müssen wir uns entscheiden. Und wir können uns nicht nicht entscheiden. Wir können dieser Frage nicht mit einem vielleicht ausweichen. Es gibt nur Ja oder Nein.

Road to eternity
Gehen wir ins Zentrum des Evangeliums und ins Zentrum der Bibel! Jesus sagt in der Bergpredigt: "Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und es sind viele, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!" (Matthäus 7, 13) Jesus sagt: Es gibt eine Ewigkeit ohne ihn. Eine Verdammnis. Und so viele laufen hinein. Das Gegenteil ist das ewige Leben. Die Tür dorthin ist eng und der Weg ist schmal. Wieso? Jesus selbst, und nur Jesus, ist die Tür. (Johannes10, 9). Jesus selbst, und nur Jesus, ist der Weg. (Johannes 14,6). Aber die Wege von Gott weg sind viele.
Es gibt sie, die Verlorenheit. Und es gibt einen, der sagt: "Ich bin das Leben".
Die komprimierteste Zusammenfassung des Evangeliums finden wir in Johannes 3, 16: "Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Hier steht es: Verloren! Das Gegenteil von verloren ist das ewige Leben. So weit so klar. 

Viele, und vor allem wir Christen möchten nicht davon reden, dass Menschen in Ewigkeit verdammt und verloren sein können. Wir wollen nicht mit der Verlorenheit drohen. Angst machen gilt nicht. Und vor allem: Gott ist lieb. Der tut nichts. Das sagen Hundehalter von ihrem Hund, wenn jemand Angst hat. Aber Gott? Gott ist die Liebe. (1.Johannes 4, 16). Woher wissen wir das? Ist das Wunschdenken? Nein, Gott hat sich gezeigt. Er hat es bewiesen. "Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen einzigen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden gesandt hat." (1 Johannes 4, 9-10).
Gott löst unser Hauptproblem: Jesus ist gekommen zur Versöhnung für unsere Fehler. Die Trennung von Gott, unsere Feindschaft gegen Gott - das ist unser Hauptproblem. Aber aus Liebe redet Gott nicht um den heißen Brei. Er sagt uns die Wahrheit. Er heilt nicht nur Symptome. Er geht an die Ursache.

Woher sollen wir wissen, was die Welt braucht?
Der Kunde ist König. Wenn wir etwas verkaufen wollen, richten wir uns nach den Wünschen der Kunden. Dieses Supermarkt-Denken beherrscht uns heute so stark, dass viele auch Gott und den Glauben an Gott wie Ware behandeln. Und die Kunden mögen die Verlorenheit nicht. Also nehmen wir sie aus dem Angebot. Jesus hat uns aber nicht als Verkäufer, sondern als Zeugen und Boten des Evangeliums berufen. Der besten Message der Weltgeschichte. Der Geschichte von Jesus. Von Liebe, Versöhnung und Freiheit. Unsere Aufgabe ist es, Jesus nachzufolgen und seine Zeugen zu sein. Damit wir wie die Apostel in der Bibel sagen können: "Nur Jesus kann den Menschen Rettung bringen. Nichts und niemand sonst auf der ganzen Welt rettet uns" (Apostelgeschichte 4, 12).
Deutlicher kann man es ja kaum sagen, dass alle anderen falsch liegen. Nichts und niemand sonst, kann uns retten. Puh! Also ich kann verstehen, wenn Menschen sich an so einem Anspruch stören. Schon ein bisschen arrogant, oder? Aber wenn es wirklich stimmt, dann entscheidet dieser Satz über alles. Über unseren Tod oder über ewiges Leben. Wie siehst du das?
Ich persönlich glaube diesen Worten. Ich glaube, dass es einen doppelten Ausgang aus der Weltgeschichte geben wird. Und ich glaube wir sind den Menschen die Wahrheit aus Liebe schuldig. Denn Gott will, dass alle Menschen gerettet werden.

Mission statement
Wenn Jesus eine Visitenkarte mit einem kurzen Misionsstatement gehabt hätte, dann stände dort möglicherweise Lukas 19,10 abgedruckt: "...gekommen um zu suchen und zu retten, was verloren ist." Das war seine Mission. Und seine Mission sollte meine sein. Was für Jesus als Einzelperson galt, sollte für uns, als Kollektiv gelten. Deshalb ist die große Frage: Was müssen wir aufgeben? Was muss ich persönlich aufgeben? Wie kann ich mein Leben so gestalten, dass ich im Leben von Menschen, die Gott nicht kennen eine Rolle spiele? Für welche Personen nehm ich mich zurück und für wen bete ich? Welchen kommenden Termin sollte ich ausfallen lassen, um mit einem unfrommen Menschen ein Bier zu trinken und Zeit zu verbringen? Was müssen wir als Jugendgruppe aufgeben? Wie können wir unsere Gemeinden gestalten, dass Menschen, die Gott nicht kennen, sich an genommen fühlen? Wie müssen unsere Jugendgruppen aussehen, dass Jesus der einzige Skandal ist?

We are called to be lifesaviors!
Wie können wir heute Menschen mit der unveränderten Message von Jesus erreichen? Wir denken oft: "Deutschland ist ein harter Boden." Wer brauch in einer Gesellschaft in der jeder schon alles hat, bitte einen Gott? Aber ich glaube, das ist Quatsch. Natürlich gibt es Menschen, die mit Gott nichts zu tun haben wollen. Aber es gibt genauso viele, die verloren sind und nur darauf warten, dass wir nach ihnen suchen und ihnen den Weg nach Hause zeigen. Deutschland ist kein harter Boden. Mein Herz ist der harte Boden. Ich bete, dass Gott mein Herz öffnet. Ich will lernen mehr und mehr aufzugeben, um es Gott gleich zu tun und das Verlorene zu suchen und zu finden. Und dann eine fette Freuden-Party feiern. Wem hast du zu verdanken, dass du Jesus kennen gelernt hast? Was hat diese Person dafür aufgegeben? Für wen könntest du diese Person sein?
"Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Jesus. Er hat sein Leben als Lösegeld hingegeben, um uns alle aus der Gewalt des Bösen zu befreien. Diese Botschaft soll nun verkündet werden, denn die Zeit, die Gott festgelegt hat, ist gekommen. " (1. Timotheus 2, 5-6)

Let us be lifesaviours!

Be blessed
Manuel 


Bildquelle: https://twitter.com/search?q=youversion&src=typd

Kommentare

Das könnte dich auch interessieren

Was ist das Evangelium? (TDW 17/2018)

Auf zu neuen Ufern

Bereit für den Moment?