Wie kann ich über meinen Glauben sprechen?

Lesedauer: 5min

Darf ich dir eine Frage stellen: Kennst du Gott...?

Das ist eine Ermutigung für dich, über Themen zu sprechen, mit denen du vielleicht provozierst, und anstößt. Dinge, wie dein Glaube. Oder Gott.

Hey du,
eine Diskussion mit Physikern über die Expansion des Universums. Ein Spieleabend - ein Kalender mit Bibelversen hängt an der Wand. Ein Abendessen mit Freunden, jemand betet vor dem Essen. Ein Kumpel, der zum ersten Mal mit in die Gemeinde geht: Ist all das geteilter Glaube? 
All diese Szenen haben sich in den letzten Monaten abgespielt.
Jedes Mal ging es irgendwie um meinen persönlichen Glauben an Gott. Jedes Mal wusste ich nicht genau, was ich tun soll oder wie das bei den anderen ankommt.
Jedes Mal habe ich mich einerseits gefreut, dass ich die Möglichkeit habe, von meinen Überzeugungen zu erzählen - und mich gleichzeitig irgendwie unwohl gefühlt. Jedes Mal habe ich mich gefragt, ob die Aktionen die Beteiligten näher zu Gott gebracht oder eher abgeschreckt haben.

Mut los
Gelegenheiten, von seinem Glauben zu erzählen, ergeben sich ziemlich oft. In meinem und ziemlich sicher auch in deinem Alltag. Aber so oft fehlt mir der Mut, in den passenden Situationen zu meinem Glauben zu stehen. Ich will die Leute oft nicht vor den Kopf stoßen - oder meine Freundschaft zu ihnen aufs Spiel setzen. Viele meiner Freunde wissen, dass ich in eine Gemeinde gehe und an Gott glaube. Wirklich darüber geredet haben wir aber fast nie. Aber vor kurzem hat einer meiner Freunde durch Zufall einen anderen Christen getroffen. Der hat ihm knallhart gesagt, dass er Gott braucht und dass sein Leben sonst sinnlos ist. Meinen Kumpel hat das sehr beschäftigt - und mich beschämt. Seitdem hatten er und ich ein paar echt gute Gespräche und ich habe mir vorgenommen mutiger von meinem Glauben zu reden. 

Live what you believe
Gleichzeitig habe ich in letzter Zeit immer wieder gelernt:
Auch Kaffee-Trinken kann geteilter Glaube sein. 
Bis dahin dachte ich immer, dass es beim Zeugnis geben darum geht, meine persönliche Geschichte mit Gott zu erzählen. Dass ich als Christ die Aufgabe habe, ungläubigen Freunden Konzepte wie Stellvertretertod und Sühneopfer zu erklären. Doch jetzt weiß ich: auch kurze Stellungnahmen zu Werten, ein Gebet vor dem Abendessen, das Erleben von Gemeinschaft unter Christen - all das kann Evangelisation sein. Nicht nur die großen Worte, sondern auch die kleinen Taten bewirken, dass Leute neugierig werden und mehr von Gott wissen wollen.
Wenn ich zum Beispiel in Stuttgart bin geb ich mein Kleingeld nach dem einkaufen jedes Mal Obdachlosen auf meinem Weg. Einen sehe ich immer wieder, aber geredet haben wir noch nie. Als ich an einem Tag, wieder mal an ihm vorbeikam und ihm mein restliches Geld in den Becher warf fragt er mich völlig unvorbereitet ob ich an Gott glaube. Bis heute weiß ich nicht genau, warum er mich damals angesprochen hat. Aber es waren Handlungen und nicht große Worte, die diesen Mann auf Gott aufmerksam gemacht haben. Das war eine wichtige Lektion für mich.

Motiviert im Alltag
Ob der Freund in der Gemeinde oder die Physiker jemals an Gott glauben werden, weiß ich nicht. Aber zwischen Taten und Worten, zwischen dem Wunsch, gebraucht zu werden, und der Angst, für meinen Glauben verachtet zu werden, zwischen Unsicherheit und Vertrauen habe ich erlebt, dass Gott immer wieder Begegnungen schenkt mit Menschen, die mehr von Jesus wissen wollen. Ich jedenfalls will ihnen von ihm erzählen, nicht weil ich muss, sondern weil ich mir wünsche, dass sie das erleben, was ich in meinem Leben erlebt habe: Dass es jemanden gibt, der mich bedingungslos liebt, dass ich einen Sinn im Leben habe, Freude, die unabhängig von Umständen ist und eine Hoffnung auf ewiges Leben bei Gott. All das wünsche ich mir für meine Freunde und für die Menschen, denen ich jeden Tag begegne.

Glaube teilen, aber wie?
Wie kann ich über meinen Glauben sprechen? Das ist eine Frage, die mir von euch echt häufig gestellt wird. Und es ist eine schwere Frage... Manchmal fehlen uns nämlich nicht nur Antworten, sondern ganz häufig auch die richtigen Fragen.
Und doch wünsche ich mir, dass wir gemeinsam als Community wachsen und Schritte gehen unseren Glauben konkret und authentisch zu teilen. Dazu teile ich auf diesem Blog immer wieder Tipps damit du mit Menschen auf gute Weise über den Glauben sprechen kannst.
Und deshalb habe ich mir hier mal einige Fragen zu Standardthemen überlegt. Unterteilt in zwei Kategorien: Einsteiger und die, die schon mal was von Gott gehört haben. Sie helfen dir, in einem laufenden Gespräch den Themenwechsel zum Glauben hin zu schaffen. Vielleicht könnte ein lockerer Übergang so sein?
Darf ich dir eine Frage stellen? Würde mich wirklich interessieren, wie du darüber denkst.

Einsteiger
Was müsste passieren, damit du dir Gedanken über Gott machst? 
Eine ziemlich herausfordernde Frage. Du könntest darauf hinweisen, dass Menschen sich in Extremsituationen (Leid, Krisen, Not) und bei letzten Worten vor dem Tod immer wieder an eine höhere Macht wenden. Unterhaltet euch darüber, weshalb das so ist.

Mal angenommen, Gott würde existieren. Wie wäre Gott deiner Meinung nach? Woher hast du diese Vorstellung von Gott? Wenn es Gott gäbe, wie würdest du ihn dir erhoffen? Wieso wünschst du dir Gott so? 
Durch diese Fragen könnt ihr euch über euer Bild von Gott austauschen. Du kannst darauf hinweisen, dass sich Gott tatsächlich in seinem Wesen in der Bibel gezeigt hat und dass wir uns Gott dadurch nicht mehr erhoffen oder zusammenbasteln müssen, weil er sich uns in Jesus und über die ganze Bibel hinweg selbst vorgestellt hat.

Die Flüchtlingsbewegungen auf der Welt bewegen viele Menschen in Deutschland - positiv und negativ. Aber wo fühlst du dich zu Hause? Warum ist das so? Was gehört zu einer Heimat dazu? Und weshalb haben Menschen. überhaupt eine Sehnsucht nach Heimat und Wohnung? 
Ihr tauscht euch darüber aus, was "Zuhause" und "Wohnen" bedeutet und darüber, was Angenommensein bedeutet. Du kannst darauf zu sprechen kommen, was Jesus damit aussagen möchte, wenn er Wohnungen verspricht (Johannes 14,2-3) und was es bedeutet, dass Gott bei Menschen wohnt (Offenbarung 21,3).

Woher komme ich? Wohin gehe ich? Weshalb bin ich hier? Für welche Dinge lohnt es sich zu leben, und weshalb ist das so? Was gibt unserem Leben Sinn und wie bekommen wir das als Menschen mit? Ist Sinn von unseren Möglichkeiten als Menschen abhängig? 
Ihr sprecht darüber, welchen Sinn und welche Aufgabe ein Mensch mit seinem Leben haben könnte. Du kannst irgendwann die Aussage von Jesus einwerfen, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. (Johannes 14, 6). Ein vollständiges Leben bedeutet, Jesus zu kennen und ihn zu lieben.

In Syrien und in einigen anderen Regionen der Welt herrscht Krieg. Vernachlässigung und Leid gibt es auch in vielen Familien in Deutschland. Mal angenommen, Frieden wäre möglich. Was meinst du müssten wir als Menschen machen, damit wir das erreichen? Wie kann die Welt wirklich besser werden? Woher kommt der Wunsch überhaupt, etwas besser machen zu wollen? 
Schon immer haben wir versucht, besser zu werden. Allerdings haben wir bisher nur oberflächlich gearbeitet: Wir haben die Technik verbessert, aber nicht uns selbst als Menschen. Neid, Mord, Hass gibt es in den besten Gesellschaften. Was sagt das über uns Menschen aus? Offensichtlich sind wir auf externe Hilfe angewiesen.

Mal angenommen, es gäbe einen perfekten Menschen. Wie würde dieser Mensch deiner Meinung nach sein? 
Durch diese Fragen kannst du im Verlauf irgendwann auf Jesus hinweisen, der perfekt war.

Die Person hat schonmal was von Gott gehört
Welches Thema über Gott und das Christentum würde dich eigentlich wirklich mal interessieren? 
Du schaffst einen Einstieg, indem dein Freund das Thema vorgibt.

Mal angenommen, Jesus wäre tatsächlich auferstanden, wie man das an Ostern feiert. Was würde das für dein Leben bedeuten? Was ist die Botschaft von Weihnachten? Was steckt als Grundläge hinter diesem Fest?
Du sprichst über die großen christlichen Feste und was sie für uns heute wirklich bedeuten. Ihr denkt zusammen über den Inhalt dieser Feste nach, der heute nicht mehr sehr bekannt ist.

Es gibt unzählige Lebensberichte, wo der Glaube an den Gott der Bibel Menschen positiv verändert und ihnen weitergeholfen hat. Weshalb denkst du, ist das so?
Vielleicht das stärkste Argument für den Glauben. Denn dagegen, was du oder jemand anderes erlebt hat, kann niemand etwas sagen. Es ist sehr herausfordernd, darüber zu sprechen, weil man nicht so richtig erklären kann, was bei einer Bekehrung passiert und weshalb sich dadurch tatsächlich etwas im Leben ändert.

Achte in deinen Gesprächen darauf, dass es nicht darum geht, Recht zu haben. Wichtiger ist, dass du die Liebe von Jesus weitergibst, denn der Jesus-Glaube deines Freundes liegt nicht in deiner Hand. Du kannst dich darauf verlassen, dass Jesus noch viel mehr als du selbst daran interessiert ist, dass diese Person ihn kennenlernt. Verlasse dich darauf, dass er im Gespräch wirkt.
Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Christen die beste Botschaft der Welt in uns tragen. Lasst sie uns teilen. Lasst uns ein Hotspot Gottes Liebe für unser Umfeld sein. Und lasst uns mutig und authentisch über unseren Glauben reden. Dort, wo Gott uns hinführt.

Be blessed
Manuel


P.S: Wenn du willst, kannst du in den Kommentaren erzählen, wie du Menschen schon auf den Glauben angesprochen hast. Ich würde mich riesig drüber freuen. Oder du schreibst mir einfach eine WhatsApp an: 01779540993 oder eine Mail an: manuel.ehnis@t-online.de


Bildquelle: https://lviewer.com/youversion

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