Bereit für den Moment?


Lesedauer: 6min

Hoffnungsvoll dem Unbekannten entgegen

Wir sind eine Generation voller Träume, Wünsche und Ziele für unser Leben. Und wir sind eine Generation voller: "Wenn erst mal..." Aber ich will dich heute herausfordern, aufzustehen, rauszugehen und anfangen genau diese Träume zu leben. Denn deine Zukunft entsteht durch das, was du heute tust. Nicht morgen.

Hey du,
wir leben in einer Welt in der wir schon von Klein auf mit der Frage konfrontiert werden: "Na, was willst du denn mal werden, wenn du groß bist?" Wie will ich leben? Wo will ich leben? Was brauche ich dafür? Was muss ich heute schon angehen, damit ich morgen darauf zurückgreifen kann?
Wenn ich mich daran halte, ist klar, wann das Leben eigentlich stattfindet. Nicht in meinen Erinnerungen. Nicht in meinen Wünschen für die Zukunft. Beides spielt in meinem Leben eine wichtige Rolle und prägt mich. Doch ich bin überzeugt, wir müssen lernen, wieder im Jetzt und bei uns selbst anzukommen.
Was fühle ich? Was will ich? Welche Ideen sind in mir? Und was möchte ich eigentlich? Wenn ich all die Anforderungen an mich abziehe. Ist dann noch was da? Was ist heute in deinem Leben großartig? Was nimmst du jetzt gerade wahr?

Take your time
Die Zeit in der wir leben kennt grundsätzlich drei Dimensionen. Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Je älter man wird, desto mehr lebt man in der Vergangenheit. Denk mal an deine Großeltern "Früher war alles besser" oder "Damals war das ja noch so und so"...
Für dich uns mich ist aber vermutlich die andere Form der Zeit, die Zukunft, weitaus interessanter. Wir denken ständig: "Wenn ich erst einmal älter bin... wenn ich erst einmal das und das erreicht habe..." Es gibt immer eine bessere Zeit, die kommt. Vergangenheit und Zukunft, meistens leben wir Menschen in einer dieser Zeitformen.

Leben im Hier und Jetzt
Doch gibt es da auch noch die Gegenwart. Diese Form der Zeit ist die wohl komplizierteste. Denn sie geht so unglaublich schnell vorbei. Jetzt zum Beispiel, während du diesen Artikel liest, geht diese Zeit vorbei. Und jetzt auch, wo du darüber nachdenkst, wird die Gegenwart zur Vergangenheit. Sie ist also sehr schwer zu fassen.
In der Gegenwart zu leben, heißt, sich gern an Gestern zu erinnern und sich auch auf Morgen zu freuen, aber zuerst und vor allem im Heute zu leben und bereit zu sein für den Moment.
Mit allem, was dazugehört: der Langeweile und dem Stress, der Zeit, die man nicht hat und der Zeit die man für sich und andere braucht. Einfach mal kurz innehalten und leise flüstern: "Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat!" (Psalm 118,24)

Gott ist da
Im Heute zu leben heißt aber auch lernen auszuhalten, dass ich nicht alles in meiner Hand habe und nicht alles planen kann. Aber: Ich kann mich an Gott wenden und mich bei ihm geborgen wissen. Vielleicht weißt du gerade nicht, wo dein Leben mal hingehen soll. Dein Traumprinz oder deine Traumfrau ist noch nicht am Horizont zu sehen. Vielleicht hast du auch schon erlebt, dass Dinge, die du geplant hattest, nicht so geworden sind, wie du es dir vorgestellt hast. Doch Gott ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. (Hebräer 13,8). Und er sagt zu dir: "Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir." (Jesaja 43,5) Gott ist da. Gestern. Heute. Und in der Zukunft.

Sorgen über Morgen
Neulich bin ich wieder über einen echten Filmklassiker gestolpert: In "Das Beste kommt zum Schluss" spielen die Old-Stars Jack Nicholson und Morgan Freeman zwei todkranke Krebspatienten, die noch einmal so richtig das Leben feiern wollen. Trotz ihrer Krankheit schauen sie erwartungsvoll in die Zukunft und leben im Jetzt. Sie leben wortwörtlich jeden Tag, als wäre es ihr letzter, sie lassen es nochmal so richtig krachen und sie genießen den Moment.
Mir fällt es nicht immer leicht, so voll Hoffnung auf Heute zu blicken, aber tief im Inneren bin ich überzeugt, dass der Tag heute, mehr Potenzial bietet als der hinter uns. Das hat nichts mit positivem Denken, Träumerei, Vertrösten auf die Zukunft oder unrealistischen Wunschvorstellungen zu tun. Ich glaube, dass das Beste noch vor uns liegt und ich glaube, dass es heute beginnt, weil Gott uns das versprochen hat: "Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selbst sorgen." (Matthäus 6,27).

Leben im Überfluss 
Mir macht dieser Zuspruch Mut, jeden Morgen voller Erwartungen aufzustehen und Großes von Gott zu erwarten. Und ich glaube fest daran, dass auch du dich freuen kannst, denn es gibt einen Gott, der dich erschaffen hat und der das Beste für dein Leben möchte. Er will dir ein Leben im Überfluss geben, er will, dass du aufblühst, dass dein Leben gelingt, dass du erfolgreich bist und du mit ihm richtig durchstartest. Das klingt schon fast zu schön um wahr zu sein, oder? Allerdings geht es dabei nicht darum, dass du nie Probleme haben wirst und immer alles glatt läuft. An manchen Herausforderungen werden wir wachsen und dadurch stärker werden. Aber wir dürfen - egal, was kommt - zuversichtlich nach vorn schauen, weil wir einen guten Gott haben, der möchte, dass unsere Zukunft gelingt. Der es liebt mit dir zu träumen. Und der heute mit dir anfangen will, deine Träume schon heute wahr werden zu lassen. In diesem Moment. Du musst nur Ausschau nach ihm halten. Er ist da.

Deine Zeit ist jetzt!
Vor einiger Zeit habe ich ein Interview mit einem Profi-Sportler gelesen. Die Headline war: "Meine Zeit wird kommen." Der Sportler war davon überzeugt, dass er bald in seiner Karriere einen Durchbruch erleben wird, dass dann seine Karriere richtig abgeht und er durchstarten kann. Kennst du dieses Gefühl, dass du denkt, deine Zeit wird noch kommen?
Selbstoptimierung ist der scheinbare Glücksgarant für ein erfülltes Leben geworden. Wenn es aber immer nur darum geht, besser zu werden, heißt das im Umkehrschluss, dass ich nie zufrieden sein kann. Luft nach oben ist bekanntlich immer. Ich merke, wie leicht ich im Träumen und Vorbereiten fürt meine Zukunft versinke - und die Gegenwart aus dem Blick und meiner Wahrnehmung verliere. Wenn ich immer nur im Morgen lebe, lebe ich nicht heute, oder? Bei allem Planen dürfen wir nicht verlernen, den Moment, der gerade da ist, wahrzunehmen und zu genießen: Ein schöner Film. Ein Treffen mit Freunden. Lachen. Weinen. Ein krasser Sturm, der an mir vorbei zieht. Der Sonnenuntergang vor meinem Fenster. Eine Runde Joggen - ganz allein. Feiern. Was Kreatives gestalten. Einfach nur dasitzen. 
Es heißt aber auch, statt Minuten am Smartphone rumzukriegen oder bei YouTube zu chillen, die Zeit bewusst zu gestalten und zu genießen und die Gegenwart wahrzunehmen. Vielleicht solltest du endlich mal den Laptop zuklappen und den Hintern hochkriegen und der Langeweile in deinem Leben den Kampf ansagen. Vielleicht ist bei dir aber auch eher angesagt, mal einen Gang runterzuschalten und mit dem Handy auf dem Bett zu liegen oder einfach aus dem Fenster zu gucken. Wie das konkret für dich aussieht, musst du selbst herausfinden.

Loslaufen scheitern, weiterlaufen
Der Gründer der Ford Motor Company Henry Ford hat einmal gesagt: "Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden fall recht behalten." Verrückterweise hängt meine Einstellung zum Leben im Heute oft damit zusammen, wie es in meinem Leben gerade aussieht. Aber ich habe auch erlebt, wenn ich einfach losrenne und das Unbekannte umarme, wird es auf einmal auch strahlend und attraktiv. Doch es bedeutet gleichzeitig auch, dass ich manchmal etwas riskieren muss. Ich muss freudig darauf zugehen, ohne zu wissen, wie es werden wird. Ich muss mir selbst erlauben, möglicherweise Fehler zu machen oder vielleicht auch mal einen Weg wieder zurückzugehen.
Du kannst dir über den Moment noch so den Kopf zerbrechen und ihn verpassen. Oder du kannst ihn leben.
Sven Hedin, ein schwedischer Entdecker und Reiseschriftsteller, hat das mal so gesagt: "Von allen Sorgen, die ich mir machte, sind die meisten nicht eingetroffen." Was du also tun kannst, ist loslaufen und das, was kommt, umarmen, denn du kannst davon ausgehen: Das Beste liegt noch vor dir. Und es fängt jetzt gerade an!

Lebe deine Leidenschaft!
Ich will dich heute ermutigen: Träume nicht jahrelang von Dingen, die du irgendwann mal tun willst, sondern fang heute damit an, deine Träume wahr werden zu lassen. Weil du sonst möglicherweise bald wieder an dem Punkt stehst, an dem du zurückblickst und dir wieder sagst: "Hätte ich doch bloß ..."
Ich will dich heute herausfordern: Setzte dich dafür ein, dass die Dinge in deinem Leben geschehen, die dir wichtig sind. Auch, wenn es nicht alle verstehen können. Mach dich heute an die Dinge, die du morgen erleben willst. Und schau nicht traurig oder bitter auf gestern zurück. Der Autor des Buches Prediger aus der Bibel kommt nach vielen Überlegungen über die Vergänglichkeit der Welt und der Arbeit immer wieder zum selben Schluss: "Es ist das Beste für den Menschen, sich zu freuen und das zu genießen, was er hat" (Prediger 3:12). Freue dich über heute. Denn heute ist der Tag, den der Herr gemacht hat. 
Lasst uns das Heute genießen. Dankbar sein für das Schöne. Das Gute. Das Kleine. Das Große. Leben.

"Das Gestern ist fort - das Morgen noch nicht da. Also leb heute!" - Pythagoras von Samos

Be blessed
Manuel


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