Get free (TDW 19/2018)

Lesedauer: 7min

Was es bedeutet wahre Freiheit zu haben

Ich will heute mal eine steile These aufstellen. Eine die provoziert, von der ich aber trotzdem glaube, dass sie wahr ist. Weil ich sie mir von Jesus abgeschaut hab: "Du erlebst die größte Freiheit, wenn du bei dem bleibst, der dich befreien will." Eine Entdeckungsreise zur größten Freiheit die es gibt. For we are called to freedom!
Lies bitte zuerst: Johannes 8, 31-36

Hey du, 
wann fühlst du dich frei? Ist es vielleicht, wenn du im Urlaub bist? Wenn du am Strand liegst und der einzige Zwang ist die Sonnencreme? Ist es vielleicht, wenn du mit deinem Freunden beim Sonnenuntergang am See bist und ihr grillt? Vielleicht ist es auch wenn du abends mit deinem Longboard rausgehst, deine Lieblingsmusik auf den Ohren? Oder wenn du in der Stadt bist und auf einmal hast du ein offenes Wlan und denkst dir nur: Freiheit!
Ich denke bei Freiheit an die Berge... Ich liebe es in den Bergen zu wandern und auf ihnen herumzuklettern. Tausende Höhenmeter zu Fuß überwinden und dann happy am Gipfel ankommen. Der Ausblick, die Dimensionen, die makellose Schönheit - so fühlt sich Freiheit an!
Aber weißt du, was das Problem mit dem Klettern ist? Irgendwann mitten am Berg hatte mein Schuh ein Loch. Und ich konnte nicht mehr weiterklettern. Plötzlich hat diese Freiheit ein Loch. Und ich glaube wir kennen das alle, dass wir Momente der Freiheit erleben, und plötzlich hat diese Freiheit ein Loch.
Als Kinder glauben wir ja: Wenn ich mal so viel Cola trinken darf, wie ich will, dann werd ich frei sein. Und irgendwann hab ich mir halt eine zwei Liter Colaflasche gekauft und wie frei war ich? So frei, dass ich die ganze Nacht schlaflos im Bett lag. Oder wir denken: "Wenn ich erstmal ein eigenes Auto hab, dann bin ich frei!" Und dann bekommen wir die erste Rechnung von der Werkstatt und irgendwie sind wir doch nicht mehr so frei.
Irgendwie haben wir alle so eine Illusion von Freiheit und denken: "Freiheit heißt, ich kann machen, was ich will." Aber wenn wir anfangen darüber nachzudenken, dann merken wir, dass das gar nicht so wirklich funktioniert.

Mission: Freedom
Im Jahr 2006 hat ein deutsches Institut für Freiheitsforschung eine Studie rausgebracht. Und mit dieser Studie haben sie herausgefunden, dass den meisten Menschen Freiheit viel wichtiger ist, als andere wichtige Werte wie Gleichheit, Gerechtigkeit und Sicherheit. Uns Menschen ist Freiheit unglaublich wichtig und Jesus geht es genauso. Er sagt von sich selbst: "Gott hat mich gesandt mit dem Auftrag, den Armen gute Botschaft zu bringen, den Gefangenen zu verkünden, dass sie frei sein sollen und den Blinden, dass sie sehen werden, den Unterdrückten die Freiheit zu bringen..." (Lukas 4, 18)
Das war Jesus Auftrag, das war sein Herzschlag. Menschen in die Freiheit zu führen. Wenn er einen WhatsApp Status gehabt hätte, wär das da drin gestanden. Das war seine Mission.
Vielleicht hast du auch gar nichts mit Gott am Hut und fragst dich: "Freiheit und Glaube, wie soll das zusammenpassen? Da muss man doch lauter Gesetzte und Regeln befolgen, Bibel lesen, jeden Sonntagmorgen früh aufstehen... Und das soll Freiheit sein?!" Und ich kann dich verstehen, ich hab auch so gedacht. Aber du kannst erleben, dass dieser Jesus dich frei machen möchte. Ich hab das erlebt und ich glaube wir können das alle erleben.

Unsichtbares Gefängnis
In der Bibel gibt es eine hammer Story über Freiheit. Jesus spricht dort mit Menschen, die schon so ein gewisses Bild von Freiheit haben und er konfrontiert dieses Bild und zeigt, was er unter Freiheit versteht. In Johannes 8, 31-32 steht: "Zu den Juden, die nun an ihn glaubten, sagte Jesus: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."
Jesus zeigt den Juden, die angefangen haben zu glauben, den Weg in die Freiheit. Und er macht deutlich, das Freiheit und Wahrheit etwas miteinander zu tun haben. Und dass die Wahrheit, die gute Botschaft sie frei machen wird.
Aber die Menschen zu denen Jesus hier spricht, verstehen nur Bahnhof. "Wir sind Nachkommen Abrahams, entgegneten sie. Wir haben nie jemand als Sklaven gedient. Wie kannst du da sagen: Ihr müsst frei werden?"
Für sie ist das eine Beleidigung. Sie sagen: "Weißt du überhaupt wer wir sind? Wir sind Nachkommen Abrahams,wir brauchen deine Freiheit nicht."  Das wäre so, wie wenn ich Arnold Schwarzenegger etwas über Bodybuilding erzählen wöllte. Der würde sich nur kaputtlachen oder besser kaputtlauchen.

Sklaven und Söhne
Aber das traurige ist dabei, dass sie vergessen, dass sie als Volk immer wieder Gefangenschaft
erlebt haben. Im Ägypten zum Beispiel, aber auch der Moment in dem sie sprechen, sind sie in Gefangenschaft, nämlich unter den römischen Besetzern. Und ich glaube uns geht es in unserem Leben auch ganz oft so, dass wir denken, wir sind frei, aber irgendwie sind wir doch von etwas gefangen. Wir sind gebunden an unsere Umstände. Und davon redet auch Jesus hier. Er redet von einer Freiheit, die darüber hinausgeht: "Ich sage euch: Jeder, der sündigt, ist ein Sklave der Sünde. Ein Sklave gehört nur vorübergehend zur Familie, ein Sohn dagegen für immer." (Johannes 8, 34-35)
Jesus stellt seine Zuhörer vor eine Frage und er sagt: "So klartext, wer hat mehr Freiheit? Sklaven oder Söhne, jemand, der zur Familie gehört?"
Jesus macht ihnen deutliche, dass sie eine entscheidende Unfreiheit übersehen. Nämlich die Gefangenschaft in der Sünde. Die Trennung von Gott. Wir denken wir wären unglaublich frei, aber übersehen, dass wir eigentlich doch gefangen sind. Jesus zeigt den Juden damals und er zeigt auch dir heute: "Hey, ihr seid eigentlich Gefangene, aber ich will, dass ihr frei seid. Ihr seid eigentlich Sklaven, aber ich will, dass ihr Kinder Gottes seid. Denn nur, wenn ihr euch an Gott bindet, wenn ihr auf mich vertraut, könnt ihr di wahre Freiheit erleben."

Freiwillig abhängig?!
Ich will dazu mal eine steile These aufstellen:
Du erlebst die größte Freiheit, wenn du bei dem bleibst, der dich befreien will.
Warum sollte es eine gute Idee sein, sich abhängig von Jesus zu machen? Wie soll man bitte Freiheit erleben, wenn man sich abhängig macht? Lass mir dir das mal mit einem Drachen veranschaulichen. Also nicht diese Märchendrachen, sondern die die im Wind tanzen. Und dieser Drache könnte sich doch jetzt denken: "Man, was bin ich eigentlich für ein jämmerlicher Drache, ich bin so unfrei! Ich bin hier an dieser Schnur und kann einfach überhaupt nicht weit fliegen, weil ich immer gebunden bin. Wenn ich doch nur diese blöde Schnur nicht hätte, dann wär ich endlich frei... Und wisst ihr, was passieren würde, in diesem Moment in dem der Drache die Schnur durchschneidet? Vielleicht einen kurzen Moment, einen kurzen Windstoß würde er treiben, in absoluter Freiheit. Aber im nächsten Moment stürzt er gnadenlos vom Himmel. Mayday. Mission failed.
Der Drache kann nur fliegen, wenn er in dieser unsichtbaren Verbindung ist zu dem, der ihn fliegt. Er kann die größtmögliche Freiheit nur dann erleben, wenn er in dieser Verbindung, in dieser Abhängigkeit ist zu dem, der ihn fliegen lässt. Und der, der den Drachen fliegen möchte, der will auch, dass der Drache fliegt. Er will nicht, dass der Drache abstürzt. Und deswegen ist das Beste, was der Drache machen kann, in dieser Verbindung zu bleiben. Den Faden nicht abzuschneiden, sondern in dieser Bindung frei zu sein.

Richtige Freiheit braucht die richtige Abhängigkeit
So genug Erinnerungen an die Kindheit. Was hat das jetzt mit unserem Leben zu tun? In dem Moment in dem wir als Menschen uns von Gott abgewendet haben, in dem Moment haben wir die Schnur durchgeschnitten. Und weißt du was? Seit dem Moment stürzen wir gnadenlos ab. Wir kommen dem Boden immer näher. Wir haben gedacht, das ist Freiheit, aber wir sind nur noch am abstürzen.
Aber Jesus will nicht, dass du abstürzt. Jesus will, dass du fliegst. Aber wenn du Freiheit suchst, ohne die Abhängigkeit von Jesus, wirst du abstützen. Gnadenlos abstürzen. Freiheit ist in der Abhängigkeit von Jesus zu finden. Und je je tiefer, je intensiver deine Beziehung, deine Abhängigkeit von Jesus ist, desto größer ist deine Freiheit.
Richtige Freiheit, Freiheit, die kein Loch hat, braucht die richtige Abhängigkeit. Die Frage die du dir also stellen muss ist nicht: Wie kann ich mich losmachen von allem, was mich bindet? Sondern die Frage ist: An wen möchte ich mich wirklich binden? Auf wen will ich vertrauen? Jesus möchte dich frei machen und dir in dieser Verbindung zu ihm Freiheit schenken.

Wahre Freiheit beginnt in deinem Herzen
Aber was ist überhaupt richtige Freiheit? Wir haben schon gemerkt, göttiche Freiheit heißt nicht, ich kann machen, was ich will. Göttliche Freiheit heißt, dass Jesus dich innerlich frei macht. Dass er dein Herz frei macht. Und dass du Freiheit erleben kannst, die von innen nach außen geht. Dass du Freiheit erleben kannst, egal, wie deine Umstände sind.
Wahre Freiheit bedeutet, dass Jesus dich freimacht davon, dass du dich von deinen Trieben treiben lässt. Und dass du anfängst, dich von der Liebe leiten zu lassen. 
Du wirst frei von Zwängen und kannst anfangen liebend zu leben. Und göttliche Freiheit heißt, dass du in der Verbindung zu Gott, durch diesen unsichtbaren Faden, der dein Leben an Gott festmacht, mit ihm dein Leben gestalten kannst.
Und warum ist diese Freiheit so attraktiv? Eigentlich ganz einfach: Weil du dafür gemacht bist. Du bist dafür gemacht. Kann ein Fisch sagen: "Ich bin soo unfrei, ich will raus aus dem Wasser, ich will an die Luft..." Wird ein Fisch an der Luft Freiheit finden? Niemals - er wird ersticken. Aber kann ein Fisch Freiheit im Wasser finden? Auf jeden Fall! Weil er fürs Wasser gemacht ist.
Du bist gemacht, um in Verbindung mit Jesus zu leben. Wirst du dort Freiheit finden? Auf jeden Fall!
Weißt du, warum diese Freiheit noch so attraktiv ist? Weil sie in deinem Herzen beginnt. Weil es eine Freiheit ist, die unabhängig ist von deinen Umständen. Für diese Freiheit brauchst du keinen Sonnenuntergang. Keinen perfekten Grillabend, kein offenes Wlan und auch keine Wanderschuhe. Sie ist unabhängig von dem, was um dich herum passiert.

Frei.
Richtige Freiheit braucht die richtige Abhängigkeit. Und was bedeutet das jetzt für dich und mich?
Ich will dich heute herausfordern. Herausfordern, Jesus zu vertrauen, dass er dich in die Freiheit führen möchte. Dass du dich öffnest und ihm erlaubst, dich zu befreien.
Weil manchmal hab ich das Gefühl, wir sind wie so Bienen, die sich in das Zimmer dieser Welt verirrt haben. Und wir wollen wieder raus, aber wir schaffen es einfach nicht. Weil wir immer wieder gegen die Scheibe fliegen. Und auch wenn Gott uns anstupst und uns mit einem Stück Papier zum offenen Fenster tragen will, fliegen wir doch immer wieder gegen die Scheibe. Weil wir nicht verstehen, dass er uns befreien will.
Aber ich will uns heute ermutigen: Lasst uns aufhören, gegen die Scheibe zu fliegen, sondern lasst uns anfangen uns von ihm Schritte in die Freiheit führen zu lassen.

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://tofo.me/youversion

Kommentare

  1. Wow, danke! Ich mag die Beispiele mit dem Drachen und dem Fisch sehr. Frei sein, ist ein Thema, das mich in letzter Zeit auch sehr beschäftigt hat. Ich habe bemerkt, dass ich in einigen Gedanken und Gefühlen gefangen war und ich durfte (und darf) wirklich erleben, wie Gott meine Gebete erhört und mich Schritt für Schritt in die Freiheit führt. Und es fühlt sich so gut an! :D

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