Alles wird gut?!

Lesedauer: 6min

Wenn Sorgen drohen unser Leben zu bestimmen

Jeder kennt das von uns. Wir machen uns Sorgen über unsere Zukunft, über unsere Beziehungen, unsere Finanzen und so viel mehr. Und manchmal haben diese Sorgen die Kraft unser Leben wirklich komplett kaptt zu machen. Alles dreht sich nur noch um das: "Was, wenn...". Und auch wenn ich gerne zu jedem Zeitpunkt mutig und voller Glauben wäre, erwische ich mich doch immer wieder dabei, wie ich über die Zukunft nachgrübele und mir nicht sicher bin, wie das alles werden soll. Und dann frage ich mich: darf ich das als Christ eigentlich? Sind Sorgen nicht irgendwie unchristlich? Und was denkt Gott darüber?

Hey du,
ich hab zuletzt von einer Foltermethode aus China gehört, die echt vergleichbar ist mit der Art uns Weise, wie wir uns Sorgen machen. Man fesselt dort einen Menschen unter einem vollen Wassereimer und rasiert ihm den Kopf. Das Problem ist, dass man in diesen Wassereimer ein kleines Loch reinmacht, so dass jede paar Sekunden ein kleiner Wassertropfen auf den Kopf des Opfers fällt. Aber was sich am Anfang anfühlt, wie ein einfacher Wassertropfen wird mit der Zeit so schwer, wie ein heftiger Hammerschlag. Dieser Mensch kapituliert, weil er einfach wahnsinnig wird. Und ich glaube so oftmachen uns Sorgen über kleine Dinge, die auf einmal so groß werden, dass sie die Kraft haben unser Leben komplett zu zerstören. Und deshalb ist es so wichtig einen Weg zu finden, wie wir erfolgreich mit diesen Sorgen umgehen können. Und dieser Weg, den ich dir vorstellen will steht in der Bibel. In 1. Petrus 5 Vers 7 steht: "Werft alle Sorgen auf ihn, denn er sorgt für euch."

Darf man sich als Christ Sorgen machen?
Bääm! Was für eine heftige Aussage. Knallt ihm eure Sorgen vor die Füße, werft sie auf ihn, denn er sorgt für euch.
Sich Sorgen und Gedanken um unser Leben und die Zukunft zu machen, sind Dinge, die durch und durch menschlich sind. Sorgen kommen aus dem Verlangen, das tief in jedem von uns steckt, die Kontrolle über das eigene Leben zu behalten und immer den nächsten Schritt zu kennen. Und sobald es mal neblig wird auf unserem Weg und wir nicht mehr sehen wohin wir treten, bekommen wir Angst und beginnen, uns Sorgen zu machen. Zumindest ist das in meinem Leben häufig so. Auch wenn ich gerne zu jedem Zeitpunkt mutig und voller Glauben wäre, erwische ich mich doch immer wieder dabei, wie ich über die Zukunft nachgrübele und mir nicht sicher bin, wie alles werden soll. Dann frage ich mich: darf ich das als Christ eigentlich? Sind Sorgen nicht irgendwie unchristlich? Was sagt die Bibel dazu?
Die Bibel sagt uns klar, was wir mit Sorgen machen sollen. "All eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch." (1. Petrus 5,7) und in Philipper 4,6 steht, dass wir uns um nichts sorgen, sondern alles im Gebet vor Gott bringen sollen. Die Bibel zeigt uns also klar, wie wir mit unseren Sorgen umgehen sollen und dass man sich als Christ eigentlich nicht sorgen muss. Und ich liebe die Bibel dafür. Weil sie so ermutigend und voller guter Zusagen für unsere Zukunft ist. Aber dennoch sind diese Wahrheiten im Alltag nicht immer so einfach umzusetzen - was sie natürlich nicht weniger wahr macht.

An deiner Seite
In letzter Zeit begleitet mich ein Lied von Rend Collective sehr. Es heißt "Weep with me" (Weine mit mir). In dem Lied geht es darum, dass die Wahrheiten, die wir kennen, wenn es um uns herum hell ist, auch dann noch gelten, wenn der Sturm tobt. Es geht darum, dass Jesus gut und gnädig ist. Egal, wie es in meinem Herzen aussieht.
Eine Zeile bewegt mich besonders, da heißt es: "Lord, I believe, you weep with me" (Herr, ich glaube, du weinst mit mir). Und das glaube ich aus tiefstem Herzen: Jesus ist bei mir - egal, wie es in meinem Herzen aussieht - und er teilt meine Emotionen und mein Leid. Er ist ganz Mensch, aber dennoch ganz Gott.
Das trifft für mein Leben zu. Egal, wie es aussieht. Es muss nicht mal ein tiefes Tal sein. Ich glaube, Jesus teilt auch meine Sorgen über die nächste Klausur in der Schule oder meine viel zu volle To-do-Liste. Trotzdem sagt er mir immer wieder: "Komm zu mir, wenn du angestrengt bist, und dir Sorgen machst, ich will dir Ruhe geben" (nach Matthäus 11,28). Er flüstert mir permanent all seine wahren Versprechen zu und teilt trotzdem meine Emotionen und mein Leid.

Das Gegenteil bewießen
Ich hab heute eine richtig krasse Story aus der Bibel für dich am Start. Einer Geschichte, die Menschen mit Gott erlebt haben. Die Ausgangssituation der Geschichte ist eine Ausnahmesituation. Alle machen sich furchtbare Sorgen, denn ein Freund von Jesus namens Lazarus liegt im Sterben. Deshalb lief seine Schwester einen weiten Weg zu Jesus um ihn um Hilfe zu bitten. Aber anstatt dass Jesus ihr direkt hilft, tut er nichts als sie zu beruhigen, dass Gott das schon im Griff hat.
Kurzer Spoiler: Lazarus stirbt. Hättest du jetzt nicht gedacht oder? Aber es kommt erst noch. Jesus erweckt ihn am Ende der Geschichte wieder zum Leben. Die Sorgen dieser Menschen waren alle umsonst, denn Jesus hat das Gegenteil ihrer Befürchtungen bewießen.
Lies die ganze Geschichte hier doch einfach mal selbst nach. Es lohnt sich absolut!
Gott beweißt in dieser Story, dass er über allem steht. Und für uns sorgt. Und auch, wenn es für uns nicht immer so aussieht, ist er doch da.

3 Gründe, weshalb auf Gott Verlass ist
1. Gottes eigener Name steht auf dem Spiel
 Als Jesus hört, dass sein Freund schwer krank ist, lautet seine erste Reaktion: "Diese Krankheit führt nicht zum Tod. Sie soll vielmehr die Herrlichkeit Gottes zeigen." (Johannes 11, 4)
Was für eine Zusage von Jesus gleich zu Beginn der Geschichte! Gottes Name, also auch sein eigener Name, steht auf dem Spiel. Wenn er nicht handelt, fällt es auf ihn selbst zurück.
Wenn du mit Gott unterwegs bist, dann lebt Gott in dir. Du bist zwar nicht Gott, aber Gott gehört zu dir. Die Menschen um dich herum wissen, dass du ein Handeln von Gott erwartest - und du selbst weißt das natürlich auch. Ganz klar: Gott hat es nicht nötig, sich uns zu beweisen! Aber er macht es trotzdem gerne, weil er uns so sehr liebt. Und er hat versprochen, dass er für uns sorgen wird, wenn wir mit ihm unterwegs sind.

2. Gott ist pünktlich
"Jesus wusste also, dass Lazarus schwer krank war. Trotzdem blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er gerade war." (Johannes 11, 6)
Dass bei Gott alles seine Zeit hat, hast du vielleicht auch schon öfters gehört. Hinter diesem Satz verbirgt sich nicht die Tatsache, dass Gott immer pünktlich ist. Nicht zu früh. Nicht zu spät. Und, dass gerade wir das aber sind: Zu früh, zu spät.
Ich wünsche mir, dass in meinem Leben die Dinge in der richtigen Reihenfolge passieren und kein Chaos entsteht. Denn Chaos bedeutet Stress und Stress bedeutet Sorgen.
Obwohl es gegen unser eigenes Denken spricht, müssen wir uns genau dann keine Sorgen machen, wenn wir den richtigen Augenblick jemand anderem anvertrauen - nämlich Gott selbst. Und ihm das Tining überlassen.
Die Schwester von Lazarus klagt Jesus an, er sei zu spät, als er endlich mal bei ihr zu Hause eintrudelt, Lazarus sei schon längst tot. Aber was ihr menschliches Denken erfassen kann, weiß Jesus ganz genau: Er ist keine einzige Sekunde zu spät. Das Wunder kommt zur richtigen Zeit.
Ich möchte dich ermutigen, die Geschichte von Lazarus und Jesus noch einmal komplett für dich durchzulesen. Bezieh die Story auf deine Situation. Du wirst erkennen, dass Jesus schon längst in deiner Lage präsent ist.

3. Dein Leben hat bei Gott Priorität
Als Jesus sieht, wie die Menschen um Lazarus trauern, bricht er in Tränen aus. Und das, obwohl er wusste, dass es am Ende ein Happy End geben wird. Jesus leidet von ganzem Herzen mit! Gott sind deine Anliegen alles andere als egal.
Angenommen, du würdest sterben, damit eine andere Person leben kann: Wie wichtig wäre dir dann, wie ihr Leben verläuft? Richtig: Unfassbar wichtig!
Jesus hat genau das getan, als er für dich und mich am Kreuz starb. Wie unfassbar wichtig ist ihm, wie dein Leben verläuft!

Können wir frei sein von Sorgen? Ich glaube, die Antwort auf die Frage, ob man sich Sorgen machen darf, fällt so aus: Es war nie Gottes Plan, dass wir irgendeine Art von Mangel erleben oder uns um unsere Zukunft sorgen. Deshalb war Sorgen machen generell auch niemals sein Plan für uns. Weil Gott aber weiß, dass es trotzdem passiert, hat er Jesus geschickt, der das volle Spektrum an menschlichen Emotionen erlebt hat und zugleich Gott war. Jesus kennt die Anforderungen des Lebens und er stellt sich in unserem Chaos zu uns. Und er spricht uns seine Wahrheiten - manchmal leise und manchmal auch laut - aber immer wieder neu zu.
Sorgen sind menschlich. Wie wir damit umgehen, ist aber unsere Entscheidung. Aber das Gute ist, wir müssen uns nicht von ihnen unterkriegen lassen, sondern können sie getrost bei Jesus abgeben.

Geh den nächsten Schritt
"Werft alle Sorgen auf ihn, denn er sorgt für euch." (1. Petrus 5,7) Ich hab mir die Frage gestellt: "Okay, wie sieht das praktisch aus? Was kann ich wirklich praktisch machen um diesen Weg, diesen Bibelvers umzusetzen?" Und ich habe mich vor einiger Zeit dazu entschieden, einfach wenn kleine Sorgen kommen, wenn große Sorgen kommen, wenn irgendwas blödes passiert, zuerst zu beten und das mit Gott abzuklären. Zuerst die Sorgen ihm zu geben, weil er für mich sorgt. Einfach sich zwei Minuten Zeit zu nehmen und es Gott abzugeben ist der beste Weg mit Sorgen umzugehen. Vielleicht ist das Problem dadurch nicht komplett weg, aber es ergibt durchaus Sinn, es einem Größeren abzugeben, der die Kraft hat, dieses Problem zu beheben. Deshalb möchte ich dich herausfordern, wenn du dir das nächste Mal Sorgen machst, nimm dir die zwei Minuten Zeit und gib sie Gott ab. Denn er sorgt für dich.

Danke Gott!

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://tofo.me/youversion

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