Eines Tages oder Tag eins?

Lesedauer: 6min

Göttliche Supervision

Ziele zu haben, ist toll! Sie duften nach positiver Stimmung und Motivation, nach Lebenslust und Tatkraft - und sie sich zu stecken, macht Spaß. Und trotzdem verlieren wir sie oft so schnell wieder aus den Augen. Aber mal angenommen, wir würden Veränderung zulassen und dranbleiben?
Dieser Text ist keine Schritt für Schritt Anleitung zu einem bedeutsamen Leben. Aber eine Ermutigung an unseren Zielen festzuhalten und zu erleben, wie Gott dadurch Dynamik und Kraft in unserem Alltag freisetzen will.

Hey du,
wer steht nicht jedes Jahr unter dem Silvester-Feuerwerk und nimmt sich vor, was man im  nächsten Jahr so alles schaffen will? Ich schon. Mittlerweile habe ich einige Feuerwerke erlebt und die Sicht auf meine Ziele ist ein bisschen vernebelt. Weil sie oft so groß und vage sind, und ich sie schnell vergesse, vor allem, wenn ich alleine auf sie zusteuere. Und gerade jetzt, mitten im Jahr passiert es mir oft, dass ich irgendwie ein bisschen ziellos durch meine eigene kleine Welt schippere.
Sich ein Ziel zu setzen, ist eine Sache, sich dem Ziel kontinuierlich anzunähern eine ganz andere. Und manchmal merkt man - gerade bei unpräzise formulierten Zielen - gar nicht, dass man schon längst angekommen ist, und verpasst die Freude des Erfolgs. Um also wirklich dranzubleiben und irgendwann Erfolge zu feiern um bedeutsam zu leben, muss man seine Zielsetzung intensiv angehen.

1. Die Zielsetzung
Um sich ein Ziel stecken zu können, sollte man erst mal wissen, wohin man will - und das ist gar nicht so einfach.  Denn die Frage nach dem Wohin hängt oft ganz fest mit der Frage zusammen, wer das Sagen in deinem Leben hat. Ist das Ziel vor deinen Augen nur für dich, oder ist es für Gott. Um seinen Willen zu erfüllen, um deine Beziehung zu ihm zu stärken, oder vielleicht setzt du dir dein Ziel auch aus Liebe für deine Mitmenschen. Das solltest du auf jeden Mal erstmal abklären. Welche Motivation steckt dahinter. Ist es ein Ziel, das dein Ego dir steckt? Dann solltest du es erstmal vorsichtig behandeln, denn solche Ziele führen uns schnell in Überheblichkeit und uns geht es nur noch um unseren Erfolg. Oder ist dein Ziel irgendwie mehr? Ich finde es immer unglaublich wichtig mit Gott über meine Pläne und Ziele zu reden, bevor ich anfang mich in sie reinzustürzen.

Smart gedacht
Wenn es dann losgeht mit der Umsetzung ist es wichtig, auf die Größe deines Ziels zu achten. Manchmal sind Ziele zu hoch gesteckt und frustrieren schnell. Um ein erreichbares Ziel zu setzen, muss man manchmal seinen Stolz runterschlucken und tiefstapeln. Man muss sich eingestehen, wie weit weg das Ziel ist und nach Zwischensteps suchen, die erreichbar sind. Sich Ziele setzen ist eine Kunst, die ich lange unterschätzt habe. Wenn man es nicht gut durchdenkt, verliert man schnell die Lust.
Aber es gibt eine Methode, die dir dabei helfen kann, deine Ziele und Zwischensteps so zu setzen, dass man sie auch tatsachlich erreichen kann. Die Smart Methode:
S - steht für spezifisch. Ein Ziel sollte immer ganz konkret sein, Statt sich vorzunehmen, mehr Sport zu machen, sollte man lieber als Ziel setzen: Beim 10 km-Spendenlauf in zwei Monaten mitmachen.
Und statt zu warten, bis die Beziehung zu Gott mal wieder ein Up erlebt, solltest du dir lieber als Ziel setzten, im nächsten Monat mal wieder mehr Zeit mit Gott zu verbringen.
M - steht für messbar. Woran wirst du merken, dass du dein Ziel erreicht hast? Zum Beispiel: Den 10 km-Lauf in einer Zeit von maximal einer Stunde schaffen.
A - steht für aktionsorientiert. Wie kannst du dieses Ziel konkret erreichen? Welche Schritte musst du dafür gehen? Dich mit deinen Freunden zu einem festen Lauftermin verabreden? Dich im Leichtathletik-Verein anmelden?
Oder jeden Tag eine viertel Stunde auf Instagram scrollen durch 15 Minuten Qualitytime mit Gott ersetzen.
R - steht für realistisch. Es ist schlau, sich jetzt schon mal zu überlegen, welche Teil- oder Zwischenziele für dich zu erreichen sind, damit du nicht den Überblick verlierst und irgendwann gefrustet aufgibst. Statt sich vorzunehmen, irgendwann einen Marathon zu laufen, nimm dir lieber vor, nach einem Monat intensivem Training locker 5 Kilometer im Park zu schaffen um dann nach nach zwei den 10 km-Lauf zu wuppen.
In deiner Beziehung mit Gott könntest du mit fünf Minuten Bibellesen und Beten am Tag anfangen und diese Zeit dann Schritt für Schritt ausdehnen.
 T - steht für terminiert. Wann willst du konkret dein Ziel erreicht haben?

This time next year
In einer Fernsehsendung habe ich vor ein paar Monaten was Gutes gesehen: Bei "This Time Next Year" setzen sich Menschen Ziele, die sie in genau 365 Tagen erreichen wollen. Vermutlich funktioniert das mit dem Erreichen der Ziele in der Sendung, weil die Person dann wieder im Fernsehen auftritt und vor allen Zuschauern berichten soll, ob sie ihr Ziel tatsächlich erreicht hat. Das gibt einem schon mal eine Menge Motivation und den nötigen Druck. Darum ist es so wichtig, Menschen von seinem Ziel zu erzählen. Man muss sich ja nicht direkt vor eine Kamera stellen. Aber oft hilft es schon, Freunden, Eltern oder Geschwistern davon zu berichten.

2. Die Zielführung
Damit hätten wir einen Stichtag: Heute in einem Jahr. Ein Jahr ist ziemlich lang. Wenn man jeden Tag übt, jeden Tag einen kleinen Schritt auf sein Ziel zugeht, dann kann man in 365 Tagen weit kommen. Gleichzeitig ist ein Jahr auch ziemlich kurz und das Ziel bleibt immer sichtbar.
Wenn alles möglich wäre, was willst du heute in einem Jahr erreicht haben? 
Was willst du an diesem Tag können? Wer willst du sein? Was willst du geschafft haben? In einem Jahr könntest du jonglieren können oder so viel Kondition erreicht haben, dass du locker zehn Kilometer joggen kannst, ohne zwischendurch auf der Parkbank nach Luft zu ringen. Du könntest dich um eine Note in einem bestimmten Schulfach verbessern oder eine Unterhaltung in einer neuen Sprache führen. Du könntest in der Band deiner Gemeinde spielen oder die Moderation für die Jugendgottesdienste übernehmen... Es gibt unendlich viele Ziele, die man in einem Jahr erreichen kann, wenn man jeden Tag etwas dafür tut. Für den Anfang reicht eins.

3. Der Zieleinlauf
Wenn du dir ein Ziel gesteckt hast, heißt es loslegen und dranbleiben. Es wird harte Tage, Wochen oder Monate geben. Du wirst schwitzen und jammern, dich mit Problemen herumschlagen, gegen Hindernisse rennen (vielleicht wortwörtlich), kurz: Du wirst dich anstrengen müssen. Du wirst aber auch Etappenziele erreichen und Punkte überschreiten, nach denen es einfacher wird. Du wirst Gefallen an deinem Ziel finden und es genießen, es anzusteuern. Viele Ziele brauchen Zeit. nicht immer gibt es schnell sichtbare Zwischenergebnisse. Vielleicht passiert lange erst mal nichts, oder es fühlt sich so an, weil man Vorbereitungszeit braucht, bevor es sichtbare Ergebnisse gibt. Trotzdem: Bleib dran!

Challenge: Heute in einem Jahr
Ich weiß nicht, wann du diesen Text liest und was heute für ein Tag ist. Aber wenn du magst, kann es ein bedeutender sein: Heute in einem Jahr kannst du ein Ziel erreicht haben. Und selbst, wenn du es nicht erreicht haben solltest: Du wirst es versucht haben, und darauf kommt es eigentlich an, bei der Sache mit den Zielen. Was willst du in einem Jahr erreicht haben? Wenn du willst, schreib dein Ziel doch einfach mal in die Kommentare, ich würde mich riesig darüber freuen!

Day one oder One day?
Ich hab dir heute zum Abschluss eine Frage mitgebracht, die dich ermutigen soll, dir Ziele zu setzten und loszulegen dein Leben und deine Welt zu verändern. Bist du bereit? Hier kommt die Frage: Lebst du nach dem Motto: "Day one" oder "One day"? Mir geht es so und ich denke wir alle wünschen uns doch ein bedeutsames, erfolgreiches  Leben zu führen. Ein Leben was über uns hinausgeht. Etwas zu tun, jemand zu sein, der in Erinnerung bleibt. Aber was ist überhaupt bedeutsam und besonders? Wie kannst du oder ich etwas bedeutsames tun? Einer meiner Vorbilder hat mal zu mir gesagt: Manu, der erfolgreiche Mensch tut das jeden Tag, was die anderen nur ab und zu tun.
Ich glaube, das Bedeutsame beginnt im Alltäglichen.
Du kannst heute in deinem Alltag etwas Bedeutsames schaffen. Du kannst über deine Möglichkeiten hinauswachsen. Du kannst die Welt um dich herum verändern. Und das gilt für so viele Lebensbereiche. Meine Frage ist deshalb: Investieren wir uns heute in unsere Ziele oder erst irgendwann? Investieren wir uns heute in unsere Beziehungen oder erst irgendwann? Investieren wir uns heute in unsere Träume oder erst irgendwann? Und das Grundlegende von allem bedeutsamen: Investieren wir uns heute in unsere Beziehung zu Gott oder erst irgendwann? In der Bibel gibt es einen so treffenden Vers. In 2. Korinther 2 Vers 2 steht: "Gott ist bereit, euch gerade jetzt zu helfen. Heute ist der Tag der Rettung!" Gott streckt dir seine Hand entgegen. Er will mit dir so richtig durchstarten und dir helfen, ein Leben zu führen, das mehr ist, als du es jemals kanntest. Leben in Fülle, ein Leben, mit Bedeutung und einem Sinn. Sogar über den Tod hinaus. Nimmst du die Chance an, oder lässt du sie vertreichen?
Der beste Moment etwas zu starten ist genau jetzt. "Day one" oder "One day"?

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://lviewer.com/youversion

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