Mach das Licht an (TDW 24/2018)

Lesedauer: 7min

Gott will deinen Lebenskeller aufräumen

Mal angenommen, wir könnten all unsere Verletzungen die wir mit uns herumtragen, an Gott abgeben und er würde uns davon befreien. Wir müssten unsere Ecken und Kanten nicht mehr länger verstecken, sondern könnten authentisch leben. Was würde das verändern?
Lies bitte zuerst: Psalm 139

Hey du,
ich sitze an meinem Schreibtisch. Draußen geht gerade die Sonne unter und ich schlage ein Buch auf, das ich schon seit Wochen neben meinem Bett liegen sehe aber bis jetzt nie die Zeit hatte, beziehungsweise mir nie die Zeit genommen habe, um es zu lesen. "Search for Significance" - Suche nach Bedeutung steht auf dem CoverInnerlich bin ich mir noch nicht so sicher, ob ich die Geduld für ein ganzes Buch aufbringen kann. Aber ich entscheide mich gegen meine Unlust und schlage die erste Seite auf. "Chapter one. The light comes on." Es ist ein Englisches Buch. Und folgender Bibelvers steht direkt unter der Überschrift: "Search me, O God, and know my heart; test me and know my anxious thoughts. See if there is any offensive way in me, and lead me in the way everlasting." "Durchforsche mich, o Gott, und sieh mir ins Herz, prüfe meine Gedanken und Gefühle! Sieh, ob ich in Gefahr bin, dir untreu zu werden, und wenn ja: Hol mich zurück auf den Weg, den du uns für immer gewiesen hast!"
Als ich diesen Vers lese, weiß ich plötzlich: dieses Buch wird eine Reise zu mir selbst. Eine Reise ins Licht, raus aus der Dunkelheit, die mich immer wieder umgibt. Und ich lade dich ein: komm ein Stück mit mir. Mach das Licht an. Und lass dich auf ein Stück Wahrheit Gottes ein. Aber vorsicht: Es könnte dein Leben verändern.

Daves Geschichte und was das mit dir und mir zu tun hat
Dave war ein gut aussehender, erfolgreicher Businessmann. Er hatte immer das Glück, nach seinen eigenen Bedingungen leben zu können. Für ihn bedeutet erfolgreich und stark zu sein, die Kontrolle zu behalten. Er kontrollierte seine Frau und schüchterte seine Kinder so ein, dass sie sich nicht trauten ihn zu stören und keine Last wurden. Er wusste, dass sein Verhalten seine Familie negativ beeinflusste. Und er wusste, dass er insgeheim völlig alleine und einsam war. Aber Dave hatte irgendwann beschlossen, dass der einfachste und beste Weg nun Mal sei, alles um sich herum zu kontrollieren und dass jeder ihn eben so, wie er war, tolerieren musste. Doch die Realität hat Dave eingeholt und heute ist er am Boden zerstört. Seine Frau und seine Kinder haben ihn verlassen. Beinah alles wofür er sein ganzes Leben lang hart gearbeitet hatte, war weg. Die Realität hat das Licht in Daves Leben angemacht und er musste sich eingestehen, dass der wohl schlimmste und dunkelste Teil in seinem Leben er selbst war.
(Robert S. McGee: The Search for Significance)

Kisten im Keller
Das ist Daves Geschichte. Daves Problem war: er hatte Verletzungen, Sünden und dunkle Ecken in seinem Herzen und hat mit niemanden darüber gesprochen. Er hat sie an anderen ausgelassen und andere durch seine Art und Weise verletzt. Letztendlich wurde er verlassen und war einsam. Und auch wenn du solch eine Tragödie in deinem Leben vielleicht noch nicht erlebt hast, ich glaube wir alle haben in unserem Leben Schwierigkeiten, Fehler, erleben Mangel und haben Ängste, die uns im Weg stehen. Denn wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, dann werden wir so einiges entdecken, was ganz schön hässlich, dunkel und dreckig in uns ist. Das Problem in Daves Leben, aber auch in unserem, ist: wir wissen eigentlich über diese Dinge Bescheid, an denen wir arbeiten sollten, aber wir ignorieren sie meist ziemlich lange, weil wir nicht erkennen, oder nicht glauben wollen, wie zerstörerisch sie in unserem Leben wirklich sind. Wir packen sie in Kisten und stellen sie in unseren Keller, wo sie unentdeckt bleiben. Bis das Licht angeht, bis die Realität uns einholt und bis so manches schon schief gelaufen und kaputt gegangen ist. Sei es in uns selbst oder in unseren Beziehungen zu Anderen.

Woher das kommt und wie wir damit umgehen können
Jeder wurde schon mal verletzt, hat Ablehnung erfahren oder wurde enttäuscht. Wir kennen unsere Verletzungen. Doch das Problem ist: die Auswirkungen auf unser Leben sind uns oft nicht klar. Und vielleicht bist du dir darüber auch nicht im Klaren. Ich war es eine ganz Weile nicht. 
Die Schwierigkeit ist, dass jeder von uns bestimmte Dinge hat, an die wir uns gewöhnt haben. Wir gehen davon aus, dass manche Dinge einfach schwer sind, schwer sein müssen und das Leben nun Mal so ist. 
Ein Grund dafür ist, dass wir immer wieder versuchen Super-Christen zu sein, um nach außen hin perfekt zu wirken. Denn das ist es doch, was Andere von uns erwarten, oder? Also lieber den Schein wahren, die Maske aufbehalten, als mal Kratzer und Macken zu zeigen.
Und aus diesem Mangel tun wir so viele Dinge, um von anderen angenommen zu werden: wir helfen, um gelobt zu werden, sagen clevere Dinge, um klug zu erscheinen und strengen uns richtig an, um angenommen zu werden, übergehen unsere eigenen Grenzen und geben uns mit weniger zufrieden als wir eigentlich wert sind. Und das Schlimmste an der ganzen Sache ist, dass wir dann oft auch noch glauben, dass Gott nicht will, dass wir ganz ehrlich mit ihm sind. Wir haben Angst, ihm zu sagen, was wir wirklich fühlen. Halten unsere eigenen Gedanken und Sorgen zurück. Denken, dass er mit unseren Fehlern nicht zurecht kommt.

Break free
Doch zum Glück: die Bibel sagt etwas ganz anderes. In Psalm 51, 8 steht: "Du liebst es, wenn ein Mensch durch und durch aufrichtig ist. So lehre mich doch im Tiefsten meines Herzens Weisheit." Gott sehnt sich so sehr danach, dass wir anfangen, ganz ehrlich vor ihm zu werden und damit beginnen, unsere tiefsten Gedanken, Ängste und Verletzungen vor ihn zu bringen. Gott wünscht sich, in all unseren tiefen und verborgenen Flecken das Licht durchfluten zu lassen und uns zu vergeben und uns in unserem Schmerz zu begegnen. Gott wünscht sich, in all unsere Wunden hineinzukommen, damit unser Leben nicht von negativen und schlechten Erfahrungen bestimmt wird. Er wünscht sich, dass wir Entscheidungen nicht aus einem Mangel heraus treffen. Und um das zu erleben, ist es wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass wir Heilung brauchen. Denn:
"Unsere Erfahrung der Heilung kann nur so tief sein wie unser Bewusstsein für die Notwendigkeit dafür." - Robert s. McGee
Erst wenn wir erkennen, wie sehr wir Heilung brauchen, erst dann werden wir sie erleben. Dieser Prozess tut weh, er kostet Mut und du brauchst andere Menschen dafür. Doch ich bin davon überzeugt, nur so können wir ein Leben in Freiheit, Liebe und Glück leben.

Leben in Fülle
Und nein, das heißt nicht, dass alles in deinem Leben von nun an perfekt wird. Das hat Gott nie versprochen. Es heißt nicht, dass er all das tun wird, was wir uns von ihm wünschen. Es heißt nicht, dass von heute an die Sonne scheint. Es bedeutet, dass meine Beziehung zu ihm ehrlich und aufrichtig ist. Dass ich meinen Schmerz vor ihn bringe und ihn nicht für mich behalten muss, um ihn dann unbewusst mit den falschen Dingen zu stillen, sondern dass Gott meine Sehnsüchte stillt. Und es bedeutet, dass ich ihm mehr vertraue als mir und meinem Urteilsvermögen, dass ich Wünsche loslasse und sie bei ihm gut aufgehoben weiß.
Jesus hat uns kein einfaches Leben versprochen. Sondern ein ewiges. 
Leben in Fülle. Einen authentischen Lifestyle, eine echte Beziehung zu unserem Schöpfer und die Gewissheit, dass wir bedingungslos angenommen sind. Mit all unserem Ecken und Kanten. Manchmal kann es ganz schön wehtun, wenn Gott Licht in deine dunkelsten Ecken bringt. Das musste ich auch erleben. Aber ich habe gelernt, zuallererst zu ihm zu gehen, mich bei ihm auffüllen zu lassen und  ich erkenne immer mehr, dass er mir helfen kann, ein Leben in Fülle zu Leben, das anders verlaufen wird, als ein Leben aus Mangel heraus.

Löse dich von deiner negativen Vergangenheit
"Wer am Gipfel des Baumes Früchte sehen will, der nähre seine Wurzel." J.G. Herder
Viele Menschen sind von ihren Fehlern oder ihren Verletzungen so getrieben, dass sie das Leben, den Moment und all die Guten Dinge, die Gott für sie bereit hat, nicht mehr sehen können. Aber ich will dich heute ermutigen: Egal was du erlebt hast, lass nicht zu, dass Negatives, Verletzungen oder Ungerechtigkeiten aus deiner Vergangenheit dein Jetzt prägen. Löse dich von deiner Vergangenheit und leg sie Gott hin. Klar, das ist leichter geschrieben als getan, doch ich möchte dich ermutigen, Menschen und Situationen, die dich verletzt haben, loszulassen, wieder Schritte auf Menschen zuzugehen und die Versöhnung zu suchen. Gottes Liebe gewinnt am Schluss immer. Warum? Weil sie stärker ist als jede Hoffnungslosigkeit, jede Verletzung und all das Schlechte in dieser Welt. Gottes Liebe will dich erneuern und dir begegnen. Sobald wir uns entscheiden, Gott unsere Verletzungen hinzugeben, dürfen wir Schritt für Schritt erleben, wie Gott unser Herz heilt und unseinen Neuanfang schenkt.
Wenn wir aber hingegen die negativen Gedanken des Zorns, des Hasses oder der Rache aufgrund unserer Verletzungen nicht angehen, sie leben und wuchern lassen, werden wir früher oder später verbittert. Unser Herz wird härter und härter und wir verlieren irgendwann die Fähigkeit zu lieben, Liebe zu empfangen und echte Liebe weiterzugeben.

Lass das Licht leuchten
Lass mich dir zum Ende heute noch eine kurze Geschichte erzählen. Nach einer Legende haben einige Jungs einmal einen berühmten Künstler besucht. Einer von ihnen hat dabei einen Stapel Leinwände umgestoßen. Das hat den Künstler aufgeregt, weil er sehr ruhig und sorgfältig gearbeitet hatte. Er wurde wütend, warf seinen Pinsel weg und überschüttete den Unglücksknaben mit einem Schwall von Schimpfwörtern. Dieser rannte danach heulend aus dem Atelier. Der Künstler war jetzt wieder alleine und versuchte, mit seinem Werk weiterzufahren. Er wollte das Gesicht von Jesus malen, aber es gelang ihm einfach nicht. Seine Kreativität war wie auf einen Schlag weg. Leonardo da Vinci warf seinen Pinsel weg. Er ging nach draußen und durchwanderte die Straßen und Gassen bis er den kleinen Jungen fand, den er angeschrien hatte. Er sagte: "Es tut mir leid, Sohn, ich hätte nicht so grob reden sollen. Vergib mir, wie Christus vergibt. Ich habe etwas Schlimmeres als du getan. Du hast lediglich die Leinwände umgestoßen. Aber ich, in meinem Zorn, habe das Wirken Gottes in meinem Leben blockiert. Kommst du wieder mit mir hinein?" Er nahm den Jungen wieder in sein Atelier mit. Beide lächelten, als das Gesicht von Jesus auf ganz natürliche Art aus dem Pinsel des Meisters zu fließen schien. Dieses Gesicht wurde seither zu einer Inspiration für Millionen für Menschen.


Light it up
Ich will dich heute herausfordern: Mach das Licht an. Werde ehrlich mit dir. Lass dich nicht von deinen Verletzungen blockieren, sondern lege sie Gott hin. Und wenn du einfach nicht weißt, warum manche Dinge in deinem Leben schief laufen, dann geh zu einer Person, die dich wirklich kennt und liebt und fordere sie dazu heraus, dir Fragen zu stellen, die die Dunkelheit ans Licht bringen können!
Gott möchte nicht, dass du leidest. Gott möchte, dass du lebst.
Nichts muss so bleiben, wie es ist, nur weil es schon immer so war. Ganz im Gegenteil: bei Gott findest du einen Neuanfang. Jeden Tag. Mach das Licht an!

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://tofo.me/yesheis_

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