I have a dream (TDW 27/2018)

Lesedauer: 6min

Gottes großer Moment

Nichts verändert die Welt so sehr, wie große Worte zur richtigen Zeit. Worte wie die Bergpredigt - Gottes großer Moment.
Lies bitte zuerst: Matthäus 5-7

Hey du,
große Menschen halten große Reden. Kurz oder lang - ist fast egal. Aber die Rede muss sitzen. Martin Luther? "Hier stehe ich, ich kann nicht anders!" Martin Luther King? "I have a dream!" Nelson Mandela? "Ich lebe dafür, die Vorherrschaft der weißen Rasse zu beenden. Ich bin bereit, dafür zu sterben!" Große Reden verändern uns! Was mich zu der Frage bringt: Hat Jesus auch eine große Rede gehalten? Und verändert sie mich?
Jesus hat. Natürlich, ich mein, er hat die Welt mehr influencet als irgendjemand anderes. Seine größte Rede die in der Bibel in Ausschnitten niedergeschrieben ist, ist die Bergpredigt. Sie ist die wohl wichtigste Predigt und Rede der gesamten Menschheit. Auch wenn das, was wir heute als Bergpredigt kennen ursprünglich wohl keine zusammenhängende ewig lange Rede war, sondern eine Sammlung vieler Reden von Jesus. Sie ist sein Manifest. Sein Aufruf zur Veränderung. Sein "Hier stehe ich". Sein "Ich habe einen Traum." Sein "Dafür würde (werde!) ich sterben". Jesus zeigt uns hier seinen Plan. Er erklärt uns, wie Gottes Reich funktioniert. Was es bedeutet ihm nachzufolgen. Und manchmal denke ich, dass wir als Kirchen und Gemeinden diese Predigt vergessen haben.
Kann es sein, dass wir uns mehr über das definieren, was über Jesus gesagt wird, als über das, was er selbst gesagt hat?

Revolutionäre Worte
Ich versuche gerade, diese Predigt so zu lesen, als hörte ich sie das erste Mal. Als säße ich zu Jesu Füßen, auf einem sonnigen Hügel mit Blick auf einen See. Da spricht er, dieser junge Rabbi, von dem alle sagen, dass er anders ist als die anderen. Was sagt er? Wie sagt er es? Ist das für mich wichtig? Dann höre ich, wie er sagt: "Seht euch die Vögel im Himmel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?" (Matthäus 6, 26). Wow. Und säße er heute im Jahr 2018 im Park meiner Stadt, würde er vielleicht sagen: Hey, schau dir die Vögel im Himmel an. Sie arbeiten nicht. Sie studieren nicht. Sie schreiben keine guten Noten. Sie hetzen nicht ins Büro. Sie klettern keine Karriereleiter hoch. Sie versuchen auch nicht die Welt zu retten. Sie leben einfach deshalb, weil Gott sagt: Ihr seid mir wichtig. Sie sorgen sich nicht, weil Gott sich um sie sorgt.
Aber wir sorgen uns. Um unseren nächsten Job. Um unser Geld. Um Ansehen. Um Erfolg. Um Wert. Um Coolness. Um das richtige Gewicht. Um Gesundheit. You name it. Oh ja - wir sorgen uns. Und wenn eine Sache etwas daran ändern kann, dann diese eine Rede dieses Mannes, der sich vor 2000 Jahren auf einen Felsen stellte und die Welt veränderte.

Revolutionäres Menschenbild
Jesus, zu dessen Füßen ich ja sitze, hat noch eine andere radikale Botschaft in diesem Bild von den Vögeln versteckt. Eine Botschaft, die sowohl die Moral in unseren Gemeinden revolutioniert als auch die Sicht auf die Menschen um uns herum. Viele Christen in Kirchen und Gemeinden haben insgeheim ein negatives Bild von der Menschheit - vor allem, wenn Menschen nicht zu Jesus gehören. Andersdenkende werden verurteilt, abgelehnt, ausgestoßen. Du bist schwul? Du bist zu dick? Du hast was gemacht? Stempel: Sünder. Wertlos. Du gehörst nicht dazu. Jesus fragt uns hier: Wie bitte? Wie könnt ihr so denken? Jeder Mensch ist wertvoll in den Augen Gottes. Jeder. Punkt. Einfach weil Gott der Schöpfer ihn wunderbar geschaffen hat. Wie könnte Gott der kreative Designer, der sich um jede einzelne Amsel auf dem Baum kümmert, sich nicht liebevoll um dich kümmern?
Jesus fordert aber gleichzeitig das Denken unserer Kultur heraus - und auch das steckt ja in mir drin. 
Der Wert, den Jesus uns gibt, ist kein Selbst-Wert, wie unsere Kultur ihn erfunden hat. Dieser Selbst-Wert sagt mir ja: Du bist wertvoll, weil du was kannst, weil du was bist, weil du fest daran glaubst. Aber das lässt Jesus in seiner Rede nicht zu. Er macht unseren Wert davon abhängig, dass Gott uns den Wert zuspricht. Wir sind unendlich wertvoll, weil Gott und bedingungslos liebt. So wie wir sind. Wir müssen uns diesen Wert nicht selbst erarbeiten, sondern er ist losgelöst von all unserem Tun. Kein Selbst-Wert den wir selbst oder die Gesellschaft uns gibt, sondern ein Gott-Wert, der in Beziehung zu ihm steht.

Unendlich wertvoll
Mein Wert wird also gar nicht durch das bestimmt, was andere über mich sagen. Mein Wert wird auch nicht darüber definiert, wie ich in der letzten Prüfung abgeschnitten habe oder wie ich mich auf dem Fußballplatz geschlagen habe. Was mich besonders macht, ist allein schon die Tatsache, dass Gott mich geschaffen und gewollt hat. So wie ich bin. Er hat mich angeschaut und mir die Note "sehr gut" verliehen. (1. Mose 1,31)
Kennst du das Prinzip: "Eine Sache ist immer so viel Wert, wie jemand bereit ist, dafür zu zahlen"? Klingt logisch, oder? Das gleiche Prinzip gilt auch für meinen persönlichen Wert. Was mich dabei so begeistert: Die Bibel sagt, ich bin unendlich wertvoll, weil jemand bereit war einen hohen Preis für mein Leben zu bezahlen: "Denn ihr wisst, dass Gott euch nicht mit vergänglichen Werten wie Silber oder Gold losgekauft hat. Er bezahlte für euch mit dem kostbaren Blut seines eigenen Sohnes." (1.Petrus 1,18) Du bist also wertvoll, egal was andere über dich sagen und denken. Denn es gilt immer nur das höchste Gebot. Und das wurde bereits abgegeben: Gott hat für dich mit dem Leben seines Sohnes bezahlt. Das ist das Höchstgebot. Und das wurde schon per Vorkasse bezahlt.

Revolutioniertes Leben
Wenn ich Jesus zuhöre, dann verändert mich das - wie ich mich sehe, und die, die um mich rum sind. Erstens verstehe ich, dass ich mir nicht täglich zwölf Mal zusprechen muss, wie toll ich bin. Ich verstehe, dass ich mich nicht abhängig machen muss von dem, was ich kann, bin und wie ich aussehe. Ich erkenne meinen Wert in meiner Beziehung zu Gott. Je näher ich ihm bin, desto mehr weiß ich, dass ich wertvoll bin.
Zweitens verstehe ich, dass mein Wert nichts mit der Höhe meines Gehalts zu tun hat. Jesus setzt die Frage des Wertes hier in den Zusammenhang mit Sorgen um Geld. Ich kann arm sein und mich sorgen - und ich kann reich sein und mich sorgen. Ich kann aber auch arm sein und mich nicht sorgen - und reich sein, und mich nicht sorgen. Der Unterschied ist nicht mein Geld auf dem Konto, auch nicht meine Pokale an der Wand oder meine Noten sondern meine Nähe zu Gott und meine Gewissheit, dass er es ist, der wie ein Vater für mich sorgt!
Drittens verstehe ich, wie Gott meine Mitmenschen sieht. Ich mache auch ihren Wert nicht mehr an dem fest, was sie tun und worauf sie ihren Wert gründen. Ich verurteile nicht und weise sie auch nicht ständig auf all ihre Fehler hin. Stattdessen erzähle ich ihnen davon, wie sehr Gott sie liebt und sucht. Wissen meine Freunde, wie oft Gott an sie denkt? Wie liebevoll er sie anblickt? Wie gern er sie bei sich hat? Oder wissen sie nur, dass sie nicht so sind, wie sie sein sollten? Was wäre, wenn wir anfangen würden, uns gegenseitig so zu sehen, wie Gott uns sieht?

Echo the message
Im März dieses Jahr kam es nach Schießerein an amerikanischen Schulen zu einer riesigen Protestbewegung Jugendlicher gegen die Waffengesetze der USA.
Allein an dem Protestmarsch in Washington nahmen hunderttausende Teil. Ein Höhepunkt war dabei der Auftritt von Yolanda Renee King, der Enkelin des Bürgerrechtlers Martin Luther King. In ihrer Rede sagte sie "Ich habe einen Traum, von einer Welt, in der genug endlich genug ist. Dies sollte eine Welt ohne Waffen sein. Punkt!" Bääm, was für starke Worte! Worte, wie ein Echo aus der Bewegung ihres Großvaters.
Auch Jesu Rede hat es in sich. Sogar noch viel mehr. Wenn wir als seine Nachfolger uns davon verändern lassen, verändert sich die Welt tatsächlich. Zu einem besseren Ort. Und die Menschen verändern sich. Zu besseren Menschen.
Und trotzdem sind diese Worte von Jesus heute so oft in Vergessenheit geraten. Dabei hätten sie die Sprengkraft alle unsere Fesseln in Stücke zu reißen. Die Welt auf den Kopf zu stellen, dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen. Mal angenommen, wir würden genau so, wie Yolanda King die Worte ihres Großvaters, die Worte von Jesus wie ein Echo in die Welt hinausschreien.
Was würde passieren, wenn wir anfangen würden, die Bergpredigt zu leben?
Ich glaube, dann können Menschen wie du und ich gemeinsam mit Gott wirklich die Welt verändern!

Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Ich habe einen Traum. Dafür würde ich sterben. - Gott liebt. Und er gibt jedem von uns Wert.

Be blessed
Manuel




Bildquelle: https://lviewer.com/youversion

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