Der Moment, wenn nichts mehr geht (TDW 41/2018)

Lesedauer: 4min

Wohin gehst du?

Ein weiteres Mal. Talfahrt. Runter, statt herauf. Gefühlt am Boden angekommen, und trotzdem fühlt es sich so an, als würde es immer weiter bergab gehen. Ich spreche von diesen Momenten wenn Sorgen dich zu übermannen drohen. Und ich will dich heute fragen: Wohin gehst du, in diesen Momenten, wenn nichts mehr geht?
Lies bitte zuerst: Psalm 23,2

Hey du, 
ich hab heute wieder eine Bibelstelle am Start, die du bestimmt schon kennst. Und doch, steckt dahinter eine unglaublich starke Aussage, ich mein dieser Psalm ist nicht ohne Grund so bekannt.
Wir leben in einer Zeit in der alles immer schneller geht. Wir müssen in immer kürzeren Zeiten immer mehr erledigen, haben immer mehr Stress und unser Alltag wir immer mehr von Hektik bestimmt. Wir fühlen uns ausgelaugt und überarbeitet. Und so kommt es häufig zu diesem Moment an dem gefühlt nichts mehr geht und wir uns nur noch fragen: Was jetzt? Wohin soll ich gehen?
Das Interessante ist, wenn man in die Bibelstelle schaut, dann sieht man, dass David ein Kapitel davor, in Psalm 22 an genau diesem Punkt war. Er geht durch die übelste Krise durch, ist ganz am Boden und klagt Gott sogar an, dass er ihn geschaffen hat. Weil er an ihn glaubt, wird er von den Menschen verspottet und bedroht, lies dir diese Verse unbedingt mal durch.
Das Interessante ist jetzt aber, David hat riesige Herausforderungen und echt fette Probleme, aber die Frage ist: Wohin geht er?

Du bist nicht allein
Und ich will diese Frage heute dir stellen. Wohin gehst du, in diesen Momenten, wenn nichts mehr geht? Wohin gehst du mit deinen Sorgen? Wohin gehst du mit deiner Angst? Oder mit deiner Wut? Flüchtest du dich in dich hinein, oder flüchtest du dich zu Gott?
Ich bin davon überzeugt, dass genau das die Momente sind, die Gott liebt. Wenn wir nicht mehr anders weiter wissen, als zu ihm zu kommen. Versteh mich bitte nicht falsch. Gott liebt diese Momente nicht, weil er dann sagt: "Hey endlich geht´s ihm mal so richtig dreckig, jetzt kommt er zu mir!" Aber Gott ist ein Gott, der dich liebt und der alle Facetten, jede Emotion von dir liebt. Egal, ob du gut drauf bist, ob du schlecht drauf bist, er will, dass du tagtäglich zu ihm kommst. Und da gehören auch diese Momente dazu, wo du das Gefühl hast: Error, hier ist Sackgasse. Und du kommst zu Gott, so zerbrechlich wie noch nie und er sagt zu dir: "Ich gebe dir Ruhe und meinen Frieden. Ich weide dich im saftigen Gras und ich bin dein Anker!" Und das genialste ist ja, dieser Psalm ist damit noch nicht zu Ende, sondern geht ja noch weiter: "Selbst wenn durch ein finsteres Tal gehen muss, fürchte ich mich vor keinem Unglück, denn du, Herr, warst immer bei mir und bist immer bei mir!" (vgl. Vers 4).

Wo bist du verankert?
In den Momenten, wenn ich unsicher und beunruhigt bin, wenn ich nicht mehr weiterseh, muss ich immer wieder an das Bild von einem Schiff denken, das im Notfall den Anker fällen lässt. Der Kapitän weiß genau, dass der Anker hält, wenn er ihn auf den entsprechenden Boden fallen lässt. Er kennt sich mit dem Boden aus, der unter dem Schiff liegt. Er weiß, wann es an der Zeit ist, zu ankern. Und wenn der Anker dann fest im Boden liegt, kann das Schiff zur Ruhe kommen. Warten, bis der Sturm vorbei ist oder Hilfe kommt.
In Momenten der Unsicherheit fühlt es sich an, als würde ein Sturm in mir toben. Oft versuche ich mit meiner Kraft da rauszukommen, mich durchzukämpfen. Und nicht selten bin ich irgendwann überfordert damit.
Und mitten in in all die Stürme unseres Lebens, spricht Gott diesen Vers. Er möchte unser Ankerplatz sein. Unser Heimathafen. Egal, wo auf der Reise wir uns gerade befinden, dürfen wir bei ihm ankern. Und dann können wir zur Ruhe kommen. Dürfen wissen und erleben, dass Gott uns Sicherheit gibt. Diese Ruhepausen sind es, die Gott oft dazu benutzt, um unsere Perspektive zu ändern und uns zu Überwindern zu machen. Mit ihm werden wir zu Siegern über all unsere Krisen!

No risk - no faith
Wenn wir einmal an diesem Punkt stehen, wenn nichts mehr geht, passiert es oft, dass wir uns von unseren Sorgen fesseln und aufhalten lassen. Wir richten unseren Fokus nur auf unsere Krise und nichts anderes. Wir schauen verbissen auf das, was kaputt gegangen ist, wo wir ein weiteres Mal verletzt wurden, wo wir jemanden oder etwas verloren haben, wo unsere Visionen scheiterten.
Und es war schon immer und wird jedes Mal eine Herausforderung sein, mich von diesen Dingen abzuwenden und Gott alles zu geben - meinen Schmerz, meine Sorgen und meine Hoffnungen. Den Anker zu werfen erfordert den Kapitän Mut, dass er auf festen Grund treffen wird. Gott in die Wüste zu folgen erforderte David den Mut, dass Gott ihn versorgen wird. Und in Momenten des Stillstands innezuhalten und das Steuer an Gott abzugeben erfordert den Mut, darauf zu vertrauen, dass er den Überblick hat, dass er einen Ausweg kennt, wo du nicht mehr weitersieht und dass er dir Ruhe gibt, wo du unruhig bist. Sicher, es ist ein Risiko auf Gott zu vertrauen, aber ich habe erlebt, dass wenn wir es eingehen, Gott uns nicht im Stich lassen wird. Er hat einen genialen Plan für dein Leben. Und egal, wo du gerade stehst, er will Geschichte mit dir schreiben!

Wohin gehst du?
Ich will dich heute fragen: Wohin gehst du?" Ja, ich kenn dich nicht. Ich kenn noch nicht mal deinen Namen. Vielleicht läuft bei dir gerade alles, dass freu ich mich auf jeden Fall mega für dich! Vielleicht bist du gerade aber auch einfach in der größten Krise und weißt nicht mehr wie es weiter gehen soll. Aber dann will ich dir heute sagen: In diesen Krisen in diesen Momenten, in denen nichts mehr geht hat Gott einen Sandstrand für dich, wo du ausruhen kannst. Er ist da und du bist nicht allein. Ich hab das Gefühl ich rede gerade ganz persönlich zu dir: "Du bist nicht allein!" Das ist die Botschaft für dich heute, für die Momente in denen nichts mehr geht.
 
Be blessed
Manuel 




Bildquelle: https://lviewer.com/youversion

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