Jesus nachfolgen - check!

Lesedauer: 5min

Wenn Glaube zu einem weiteren Punkt auf der To-Do-Liste wird...

...läuft gewaltig was schief. Wie Nachfolge und lebendiger Glaube trotz dem ganzen Alltagsstress gelingen kann.

Hey du,
ich bin im Stress. Der Oktober hat gerade begonnen und ich habe das Gefühl, den September komplett übersprungen zu haben. Wo war ich mit meinem Kopf? Irgendwo zwischen den tausend Zugfahrten, Geburtstagen,  Familienbesuchen, Klausurvorbereitungen, To-Do's und Freunden hab ich vergessen, mal einen Moment anzuhalten, um zu bemerken, dass schon wieder September ist. Kennst du das? Die Zeit gleitet dir durch die Finger und du hast das Gefühl, nichts geschafft zu haben. Alles, was du eigentlich machen wolltest, kam zu kurz und du hast stattdessen tausend andere Dinge getan.
Aber keine Sorge... ich hab ja noch zwei Tage um 32375283 Bücher Sekundärliteratur zu wälzen, Präsentationen vorzubereiten und all die anderen Aufgaben abzuarbeiten...
Und auf einmal befinde ich mich mitten im To-Do-Wahn. Alles, selbst außergewöhnlich schöne Ereignisse, werden einfach erledigt, damit ich sie abhaken und zum nächsten Punkt auf der Agenda übergehen kann, um endlich mal oben zu schwimmen, im Meer der nie enden wollenden Dinge, die unbedingt bis quasi gestern erledigt werden müssen. Es gibt Tage, da klappt das wirklich gut! Und es gibt Tage, da verliere ich und schaffe es nicht einmal einen Haken irgendwo zu setzen, weil ich abgelenkt, unmotiviert oder einfach nur müde bin. Und dann bin ich genervt. Von mir selbst, der Welt und dem kalt gewordenen Kaffee.

Gott wird zur Notfalltankstelle
Vor einer Woche hatte ich dann endlich mal wieder Zeit für einen Mittagsschlaf. Ich war völlig übermüdet und habe, anstatt zu arbeiten, mich dazu entschlossen zu schlafen. Gute Entscheidung! Ich war völlig platt. Als ich im Bett lag, dachte ich über Jesus nach. Ich hatte ihn ganz schön vernachlässigt. Ich ärgerte mich über mich selbst. Vor allem in den stressigsten Phasen verwandelt sich meine Zeit mit Jesus in ein To-Do, das einfach erledigt werden muss oder aufgrund vieler anderer To-Dos mit scheinbar höherer Priorität leider ganz von der Tagesliste fällt.
Gott wird zur Notfalltankstelle. Aber solange der Sprit noch reicht, fahre ich weiter. Mehr gestresst als vergnügt, aber ich fahre. Termine häufen sich, aber absagen kann man keinen so richtig. Und das Gefährliche ist: um so weniger Zeit ich mit Gott verbringe, um so mehr merke ich, wie meine Schwächen wieder an meiner Tür klopfen, meine Laune ständig schwankt, ich einige meiner Werte nicht mehr so ernst nehme und ich aus diesem Kreislauf so leicht nicht mehr rauskomme. 
Aber warum? Warum ignoriere ich meinen inneren Wunsch, diese leise Stimme in mir, die mich ermutigt Zeit mit Jesus zu verbringen? Geht es dir manchmal genau so?  

Nachfolge - wer hat gesagt, dass es einfach wird?
In den letzten Wochen hatte sich mein Leben um alles Mögliche gedreht, aber nicht um Jesus. Und das aus einem Grund: ich war abgelenkt! Abgelenkt mit so vielen scheinbar wichtigen, guten, aufregenden, interessanten, angeblich erfüllenden und für mich gefühlt zwingend notwendigen Dingen. Abgelenkt mit WhatsApp Gruppen, um irgendwelche unglaublich wichtigen Dinge zu klären. Abgelenkt mit Lernen, auf die anstehende Klausurenphase. Abgelenkt vom neuesten Clip auf YouTube, die ich ja unbedingt brauchte, um abzuschalten. Auch wenn dafür dann die Stille Zeit flöten geht. Irgendwie muss ich mich ja entspannen! Versteh mich nicht falsch. All diese Dinge machen Spaß und sind sicher nicht unwichtig. Aber die Frage ist:
Wie viel Zeit verbringst du mit Jesus und wie viel Zeit mit anderen Sachen?
Wir alle stehen im Kampf. Und wir bemerken es oft noch nicht ein mal, weil wir so abgelenkt sind mit all den guten Dingen um uns herum. Wir erwarten, dass die Zeit, die wir mit Jesus verbringen wollen, uns einfach so zufliegt, wir ein freies Zeitfenster in unserem Alltag finden und dann ganz natürlich zu allererst Zeit mit Gott verbringen wollen. Aber so ist es nun mal nicht. Ich vergleiche das gerne mit einer Freundschaft: wenn wir eine Person lieben, dann wollen wir Zeit mit ihr verbringen. Wir haben den Wunsch sie besser kennenzulernen, zu wissen was sie denkt, gemeinsam Abenteuer zu erleben... Und so kann das auch mit Jesus sein! Doch dazu gehört, dass wir uns ganz bewusst für ihn Zeit nehmen und ihn nicht an den Rand unseres Terminkalenders schieben. Ich weiß, dass das manchmal schwer ist. Aber wenn ich in seine Gegenwart trete, dann spüre ich jedes Mal aufs neue, wie unglaublich er ist.

Fünf Tipps wie du im Alltag mehr Zeit mit Jesus verbringen kannst
Also, was genau können wir tun? Hier habe ich fünf Tipps, die dir (hoffentlich) dabei helfen:
1. Rede mit Freunden darüber: Oft hilft es, einfach ganz unvoreingenommen mit Freunden über seine Schwierigkeiten zu reden und sich gegenseitig zuzuhören. Vor ein paar Tagen, habe ich mit einem Freund über all meine To-Do's geredet, weil ich wusste, er würde mich verstehen. Und das tat er. Das Beste: er hatte nicht hundert Ratschläge, sondern er betete für mich! Und das hat mich unglaublich befreit! Es hilft, wenn du dein Problem aussprichst! Gute Freunde sind dafür die beste Anlaufstelle.
2. Setze dir Ziele: Kein Fortschritt in deinem Leben wird einfach von alleine passieren. Du musst dich schon dafür einsetzten. Plane deine Zeit mit Jesus fest ein, wie ein Treffen mit deinen Jungs oder Mädels.
3. Lass für dich beten: Bitte deine besten Freundinnen und Freunde, deine Familie, deinen Mentor oder jemand anderen für dich zu beten! Denn Gebet hat Macht!
4. Lege Rechenschaft ab: Erzähle jemand von deinen Zielen, die du dir gesetzt hast, und erlaube dieser Person, dich in regelmäßigen Abständen darauf anzusprechen.
5. Bitte Jesus um Hilfe: All das brauchst du nicht alleine zu schaffen! Jesus wünscht sich nichts mehr, als dir zu begegnen. Bitte ihm dir zu helfen! Er wird’s tun.

"Wenn, dann...“ vs. "Denn ich.."
Einen Gedanken will ich dir zum Schluss noch mitgeben: In all dem Strudel aus Stress und Arbeit machen wir uns und unsere Laune viel zu oft absolut abhängig von dem, was wir schaffe und was nicht: "Wenn ich alle Hausarbeiten erledige, dann erst darf ich irgendetwas anderes überhaupt genießen!" "Wenn ich alle heutigen To-Do's erledige, dann erst darf ich mich gut fühlen!"
Und diese Leistungslüge macht sich in unserem Alltag, unseren Gedanken und unserem Handeln breit und lässt uns immer wieder von neuem alleine dastehen in einem Kampf, den wir nur verlieren können. Aber muss das so sein?
Wenn wir dann irgendwann völlig erschöpft und frustriert aufgeben, erlauben wir Jesus endlich seinen Platz in unserem Leben einzunehmen und die Lüge mit seiner Wahrheit zu ersetzten. Und was macht Jesus? Er nimmt mein "Wenn dann"-Prinzip und schreibt sein "Denn ich"-Prinzip darüber.
Und er spricht genau das in mein Leben: "Du darfst zufrieden mit dir sein und dich absolut wohl fühlen, denn ich bin deine Kraft und deine Stärke! Denn ich liebe dich über alle Maßen, egal wie viel du heute erledigt hast! Denn ich gebe dir Frieden und Ruhe für dein Herz! Denn ich bin dein Fundament und nicht deine To-Do Listen!"
Diese Wahrheit gilt für dein und mein Herz! Jesus braucht keine abgehakten To-Do's und brav getippten Hausarbeiten. Jesus liebt dich und mich so unfassbar sehr, dass er vor Liebe sprachlos ergriffen ist und sich doch mit lauten Jubelrufen kaum halten kann (Zefanja 3,17). Und das trotz manchmal abgefahren schlechtem Zeitmanagement. Das will ich lernen! Ich wünsche mir so, Jesus nicht zu einem von vielen To-Do's zu machen, sondern ihn über alle anderen To-Do's zu setzen. Und mein Leistungsdenken und meine schlechte Laune, weil "schon wieder zu viel vorgenommen und nicht mal die Hälfte geschafft", einfach mal hinten anzustellen.

Take your time
Ich möchte dich heute ermutigen und dich nicht entmutigen! Denn die Zeit mit Gott ist etwas sooo wertvolles. Nutze die Zeit, die er dir gibt. Denn um so mehr Zeit du in seiner Gegenwart verbringst, desto stärker wird eure Beziehung wachsen und du wirst erleben, wie du trotz all dem Stress um dich herum von seinem Frieden und seiner Ruhe erfüllt sein wirst!
Die Zeit mit Jesus macht uns bereit. Für die Kämpfe, die wir jeden Tag kämpfen. Jeden Tag werden wir herausgefordert. Aber in der Gegenwart Gottes wird unser Herz neu ausgerichtet! Wir brauchen Zeit mit Jesus und Nachfolge ist nicht immer leicht. Aber das Gute ist: Jesus will, dass wir Zeit mit ihm verbringen. Er ist immer für dich da und hat ein offenes Ohr. Er wird dich in allem unterstützen und dir zur Seite stehen, dir die Kraft schenken, die du brauchst. Du musst es nicht alleine schaffen. Ganz im Gegenteil. Mach dich auf und entdecke Jesus. Er erwartet dich schon!

Set your minds on the things above!

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://lviewer.com/youversion

Kommentare

Das könnte dich auch interessieren

Der Moment, wenn nichts mehr geht (TDW 41/2018)

Auf welche Stimme hörst du?

Bin ich zu schlecht für Gott? (TDW 43/2018)